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Clubstory: Mannheim-Viernheim – Zeitwende geglückt

Ein Club, zwei Bundesländer: Nur wenige Autominuten von der Mannheimer Innenstadt entfernt, liegt der Golfclub Mannheim-Viernheim auf der Grenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg. Ein Traditionsverein mit bewegter Geschichte, höchsten Ansprüchen und sportlichem Erfolg

Eigentlich sind wir durch mit unserem Redaktionsbesuch im Golfclub Mannheim-Viernheim (GCMV). Wir haben 18 Löcher gespielt, mit Spielführer Helmut Rudzinski und Schatzmeister Jür
gen Bichelmeier zu Mittag gegessen und das neue Clubhaus ausführlich besichtigt. Nun wartet ein anderer Termin auf uns. Doch es ist, als klebe Pattex an unseren Schuhsohlen, als wir versammelt auf dem Parkplatz stehen; irgendwie will niemand los. Dann spricht es endlich einer aus: „Kommt Leute, ’ne schnelle Neun schaffen wir doch noch!“ Erleichtertes Nicken in der Runde. Einen kurzen Moment später steht die Redaktion des GOLF MAGAZIN auf dem 1. Tee; zum zweiten Mal an diesem Tage…
   Natürlich freuen sich auch Golfredakteure über eine Gelegenheit, die kleine weiße Kugel zu verhauen. Erst recht, wenn ausnahmsweise die gesamte Redaktion antritt. Doch eine Zugabe hätten wir uns ganz sicher nicht auf jedem Platz gegönnt. Als Mitglied der Qualitäts- und Wertegemeinschaft „The Leading Golf Courses of Germany“ fühlt sich der GCMV ganz besonders verpflichtet, Mitgliedern und Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Wie an unserem Beispiel zu sehen, gelingt dies ausgezeichnet.

Doch der Weg, den der Traditionsverein bis zu dem heute gebotenen Niveau beschreiten musste, war lang und von vielen Herausforderungen geprägt. 1930 wird der Golfclub Mannheim von namhaften Mannheimer Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik als vierter Golfclub in Baden-Württemberg gegründet. Der Platz wird auf der Pferderennwiese an der Stelle des heutigen Luisenparks in der Mannheimer Oststadt errichtet. Der Zweite Weltkrieg bringt die erste große Zäsur der Vereinsgeschichte mit sich. Nach Kriegsende wird der Club drei Jahre lang von den Amerikanern geführt, unter Ausschluss deutscher Mitglieder. 1948 gelingt der Neustart. 25 Jahre später muss sich der Golfclub Mannheim zum zweiten Mal neu erfinden. Da das bisherige Clubgelände für die Bundesgartenschau 1975 eingeplant wird, beginnt 1973 die Suche nach einem neuen Areal. Es folgt der Umzug ins hessische Viernheim und die damit einhergehende Umbennenung des Clubs. Die Zugehörigkeit zum Baden-Württembergischen Golfverband bleibt bestehen.

Der berühmte Platzarchitekt Bernhard von Limburger (er legte zum Beispiel auch die Plätze im Club zur Vahr, Hubbelrath, Feldafing oder GLC Köln an) entwirft zunächst einen 9-Löcher-Platz am Käfertaler Wald. Es vergehen weitere 25 Jahre, bis der Golfclub einen kompletten Kurs in Betrieb nehmen kann. Politische Querelen, die Beteiligung zweier Gemeinden und 
die Sonderlage des betroffenen Geländes, 
das sich über zwei Bundesländer erstreckt, verzögern den gewünschten Ausbau des Golfplatzes immer wieder. Erst zu Zeiten des deutschen Golf-Booms klappt es mit der Erweiterung.