Christian Althaus.
© Hennies
Weiße Bunker als neues Markenzeichen
So schön und einladend die neuen Sandkisten auch sind, so hat Städler
häufig eine kleine grüne Schneise gelassen, durch die auch Hacker die
Bälle aufs Grün toppen können. Städler: „Ein zu schwerer Platz macht
keinen Sinn. Wenn viele Mitglieder nicht mehr als 150 Meter carry
schaffen, sollte man ihnen keinen noch längeren Teich vor den Abschlag
setzen.“ Deshalb rutschten die Abschläge an der Essener 15 weiter nach
vorn; das macht die Bahn nicht schlechter, sondern fairer. Gerade hier
im lauschigsten Teil der Anlage, entspannt das die Runde und Laune
deutlich.
Wer ungehindert bolzen will, ist auf den zum Teil filigran geführten
Bahnen in Essen-Heidhausen ohnehin falsch. Die Driving Range ist mit gut
200 Metern lang genug für 80 Prozent aller Spieler, kommt bei den
jungen Wilden aber nicht mehr mit, deren Monsterdrives in den hohen
Fangzäunen landen. Deshalb kommt auch der Club bei den Talenten
irgendwann nicht mehr mit, die dann von Hubbelrath oder anderen potenten
Clubs der Region abgeworben werden. Manfred Tiegelkamp, der Präsident
in Essen, sieht das realistisch: „Dagegen können wir nichts machen. Für
entsprechende Trainingsbedingungen fehlt uns einfach der Platz. Wir
können aber so attraktiv bleiben, dass unsere Talente später gern wieder
zurückkommen.“
Tiegelkamp ist Notar und Anwalt, einer der bekanntesten der Region.
Schon in den 70er-Jahren hat er sich im Rahmen des Bundesliga-Skandals
mit dem DFB angelegt; bald will er es „etwas ruhiger angehen lassen.“
Klingt gut, widerspricht aber seinem Naturell, denn Tiegelkamp ist das,
was man neudeutsch einen „Netzwerker“ nennt. Bei ihm läuft viel
zusammen: „Wir sind ein Club mit sehr rührigen und einsatzfreudigen
Mitgliedern. Man muss manchmal nur die richtigen Leute fragen.“
Tiegelkamps Philosophie ist die des Clubs – oder ist die des Clubs die
von Tiegelkamp, der das Amt seit 2006 führt? Und wie ist die Philosophie
nun? Elegant, aber nicht überdreht. Sportlich, aber nicht auf der Jagd
nach Olympia-Normen. Auf Etikette achtend, aber mit familiärer Note. Das
passt und kommt auch bei Tagesgästen, die wir im Rahmen unserer
Clubtests immer mal unauffällig ausquetschen, positiv rüber.
Geld haben sie in Essen – genug, dass sie die Umbauten nicht aus der
Porto-, aber aus der Clubkasse gezahlt haben. Nicht nach langem Zaudern,
sondern, so Tiegelkamp, „immer gleich, wenn die Leistung unstrittig
war.“ Das klingt nach Anwalt, gefällt den Auftragnehmern und eröffnet
die Chance auf ein ordentliches Skonto.