Treudelbergs Prunkstück: der Atrium-Neubau.
© Oliver Hardt
A & B sind ein Klacks für Könner
Das Zweirad per Zahlencode unter den fragenden Augen der
Golfempfangschefin Gabriele Reiter sicher an der Rezeption abgestellt,
mache ich mich auf die Runde. Zunächst Kurse A und B: Die 18 Löcher von
Donald Steele gibt es seit 1992. Sie sind nicht schwer, ein Klacks für
Könner, nix zu meckern. Wie es sich für einen ordentlichen Hotelplatz
gehört, sind die Landezonen breit, die Grüns nicht zu verspielt, ist das
Rough moderat. Das verkürzt die Spielzeiten und maximiert wegen der
guten Ergebnisse die positiven Eindrücke.
Oben drüber lauter Flugzeuge im Landeanflug auf Fuhlsbüttel, ein auf
Mäuse spähender Bussard an Loch 14, den die metallenen Fluggenossen mal
gar nicht tangieren, und reihenweise tobende Hunde samt Besitzern
abseits der Bahnen – urbanes Golf im grünen Bereich eben.
Seit 2009 sind neben dem neuen C-Kurs die Schlussbahnen absolute
Highlight. Deren Grüns liegen allesamt im Teich vor dem Hotel und der
lauschigen Terrasse. A9 (Par 5, 454 m) endet auf einem Halbinselgrün, B9
(Par 5, 502 m) und das Par 3 C9 (101 m) teilen sich ein riesiges
Doppelinselgrün, wunderbar eingefasst durch wuchtige Steinwände.
Architekt David Krause hat seine Neuerungen für plietsche Golfer gebaut.
Auf dem C-Kurs ist der Driver nicht zwingend. In meinem Pencilbag war
der längste Schläger ein Eisen 4. Das zwang zum Denken. Besonders am
Inselgrün von C5 (Par 4, 238 m). Eisen 8, Wedge, zwei Putts. Direktor
Haug spendet demjenigen, der das Grün vom Abschlag trifft und dessen
Ball liegen bleibt, eine Magnumflasche Champagner. Noch keiner ließ den
Korken knallen. Gut gelaunt beenden die meisten ihre Runde dennoch.
Bei mir stellt sich diese Freude schlagartig ein: 75 Minuten hin, 360
Minuten vor Ort. Fragen Sie nicht, wie lange zurück! Nur soviel: im
übersäuerten Bereich mit schmerzenden Musken. Nächstes Mal wieder mit
dem Auto!