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Reise-Special: Eine Runde (Golf) in Meck-Pomm

Klingt ein wenig nach Fastfood, ist es aber ganz und gar nicht. Nachhaltiger, um ein vielfaches gesünder und deutlich unterhaltsamer ist die Runde, die das wunderschöne Bundesland Mecklenburg-Vorpommern im Angebot hat. Das GOLF MAGAZIN hat für Sie den großen Rundumschlag gemacht und stellt die besten Golfanlagen der Region vor

Ein Golfausflug im hohen Norden kann zähflüssig sein. Grund dafür sind die vielen Baustellen auf den norddeutschen Autobahnen – speziell auf A7, A1 und A23 in Schleswig-Holstein. Wer sich Mecklenburg-Vorpommern als Ziel ausgesucht hat, ist da schon etwas besser dran. Hat man Lübeck passiert und die Ostsee-Autobahn A20 erreicht, kommt man sich sogar fast vor wie im PS-Paradies. Auch dank großzügiger EU-Gelder sind die beiden „Haupteinflugschneisen“ in Meck-Pomm, A20, A19 und A14, mittlerweile voll ausgebaut, mit geräuscharmem Straßenbelag und nur wenigen Abschnitten mit Tempolimits. Hier kann der Driver Gas geben. Hohes Verkehrsaufkommen gibt es allenfalls in der Hauptsaison an Samstagen zum Bettenwechsel. Aber den Samstagen kann der flexible Golfausflügler ja geschmeidig aus dem Weg gehen.

Mecklenburg-Vorpommern hat sich als Urlaubsregion in Deutschland erfolgreich positioniert. Das Land der Binnenseen (mehr als 2.000) bietet ein breit gefächertes Angebot für die Erholung im, am und auf dem Wasser. Für Mecklenburg-Vorpommern ist der Tourismus so wichtig wie für kein anderes Bundesland. Mit 8,5 Prozent trägt er zum Volkseinkommen bei, das ist mehr als doppelt so viel als im bundesweiten Durchschnitt mit 3,8 Prozent. Einen wesentlichen Teil tragen dazu mittlerweile auch die 17 Golfanlagen des Landes bei. Rund 15.000 Menschen sind in den 17 Clubs organisiert. Davon haben allerdings gut die Hälfe eine günstige Fernmitgliedschaft, weshalb die Anlagenbetreiber in MV stärker als in jedem anderen Bundesland auf einen florierenden Golftourismus angewiesen sind. Und das klappt laut Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern auch schon ganz gut: „Fast 60 Prozent aller Runden werden bei uns im Land von Golftouristen gespielt. Dies unterstreicht die touristische Bedeutung des Golfsports im Land. Golf ist bei uns längst keine exklusive Randsportart mehr.“

Glawe ist sich sicher, dass der Golfsport als Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und durch seine wirtschaftliche Bereicherung der touristischen Vor- und Nachsaison weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Auslastungszahlen der klassischen On Course-Hotels und der Partner-Hotels der Golfanlagen sind bereits überdurchschnittlich gut. Ziel in naher Zukunft sind 600.000 Übernachtungen. Derzeit sind es knapp 550.000. Bevorzugt werden von den Golftouristen die Vor- und Nachsaison, also die Monate außerhalb der klassischen Sommerferienzeit. Also jetzt. Wir haben uns für Sie schon einmal auf die große Meck-Pomm-Runde begeben und stellen Ihnen neun ausgezeichnete Anlagen vor.

Mecklenburg-Vorpommern

Starkes Design aus dem Hause Städler Golf Courses. Der Platz Eikhof des Golf Resort Wittenbeck zählt zu den Top-Plätzen in Meck-Pomm.

Die erste Etappe führt uns zum Ostsee Golf Resort Wittenbeck. Schon 1996 gegründet, bis zur Realisierung eines echten Meisterschaftsplatzes aber dauerte es gut zehn Jahre. Das Warten hat sich gelohnt. Das Architektenbüro von Städler Golf Courses hat vor gut zehn Jahren ganze Arbeit geleistet. Der Platz Eikhof (Par  72, 6.000 m gelb/5.057 m rot) wird aktuell im GOLF MAGAZIN-Ranking auf Position 26 geführt und hat durchaus noch Potential für die Top 20. Man findet einen Mix aus Links und Highland Course vor. Mit pittoresken wie strategisch geschickt genutzten Bachläufen, Findlinge als optische Stilmittel so wie seitlich ansteigende Roughzonen, die die Bahnen sehr gut voneinander separieren. So mancher Gast wird sicherlich blasser um die Nase, wenn er von der zugigen – noch immer – provisorischen Terrasse über das offene Gelände gen Ostsee blickt. Und tatsächlich ist die sportliche Herausforderung groß, aber mindestens genauso hoch ist der Spielspaß zu bewerten. Leider fehlt der 105 Hektar großen Anlage mit zusätzlichem 9-Löcher-Platz und Maxigolfanlage nach wie vor ein adäquates Clubhaus. An die Container für Pro Shop und Gastronomie auf dem höchsten Punkt der Anlage hat man sich zwar mittlerweile gewöhnt, ein gemütliche Bar mit Kaminecke nach einer anspruchsvollen Runde im Wind können sie aber nicht ersetzen. Vielleicht kommt das Clubhaus ja noch, auf einen Meisterschaftsplatz mussten die Wittenbecker schließlich auch zehn Jahre warten.