Thomas Rauschenbach ist 48 Jahre alt

„Golf und Natur“ einmal aus anderer Sicht

Fur einen begeisterten Golfspieler gibt es nichts Schöneres, sein Hobby auf einer topgepflegten Anlage in landschaftlich reizvoller Umgebung auszuuben. Die Beurteilung der Erlebnisqualität in einer Golfanlage basiert nicht nur auf den platzspezifischen Merkmalen, sondern wird auch durch Natur- und Umwelteindrucke geprägt. Positiv erlebte Erfahrungen werden gerne unter den Golfern ausgetauscht. Häufig hört man von traumhaften Plätzen, die im Einklang mit der Natur stehen.
Doch wie sieht es momentan in Deutschland aus. Der Anspruch einer umweltgerecht und wirtschaftlich gefuhrten Golfanlage einhergehend mit gleichzeitiger Verbesserung der Spielbedingungen fur Mitglieder und Gäste ist Hauptinhalt des Umweltprogramms Golf und Natur vom Deutschen Golf Verband. Nach knapp sechs Jahren der Initiierung des DGVKonzeptes wurden inzwischen uber 62 Golfanlagen mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Weitere 35 Clubs nehmen derzeitig am Programm teil. Einerseits sprechen diese Zahlen fur das Programm, andererseits hat die Mehrheit der deutschen Golfer nach wie vor keine Kenntnis daruber, worum es sich dabei handelt.
Der Grund liegt darin, dass das Programm an die Betreiber und Verantwortlichen der uber 700 Golfanlagen in Deutschland gerichtet ist. Sie sind seitens des DGV eingeladen, nicht nur ökologisch nachhaltig zu wirtschaften, sondern auch einen aktiven Beitrag fur den Umweltschutz zu leisten. Bei der Umsetzung des Programms bekommt der Deutsche Golf Verband Unterstutzung durch den Greenkeeper Verband Deutschland und durch den Golf Management Verband Deutschland. Wissenschaftlich begleitet wird das Programm durch die Rasen-Fachstelle an der Universität Hohenheim.
Viele Golfanlagen stehen dem Programm dennoch reserviert gegenuber. Die Abwägung von Aufwand und Nutzen sowie das Ausmaß einer finanziellen und zeitlichen Belastung sind unter wirtschaftlichen Aspekten schwer abzuschätzen. Daruber hinaus mussen die eigenen Mitglieder uberzeugt werden, dass eine Teilnahme am Programm fur die Golfanlage, und somit auch fur sie, vorteilhaft ist.
Der beste Weg, das Programm wirksamer und vor allem nachhaltiger bekannt zu machen, ist eine bessere Kommunikation zu allen DGV-Mitgliedern. Zwar findet man eine Reihe von Informationen und Veröffentlichungen im Internet, jedoch erreichen diese nicht die breite Masse. Die Aufgeschlossenheit der Mitglieder in Bezug auf Qualitätsmanagement und Umweltbewusstsein ist sicherlich unter der Voraussetzung gegeben, dass man die Information und Transparenz der Thematik an erste Stelle setzt. Dazu bedarf es einer offenen und gezielten Kommunikationsstrategie seitens des Verbandes in Wiesbaden.
Es bleibt zu hoffen, dass sich der Bekanntheitsgrad des Programms und die Anzahl der teilnehmenden Anlagen weiter erhöht. Davon wurden letztendlich alle profitieren, die Golfanlagen, die Golfer und letztendlich auch die Natur.