Phil Mickelson bejubelt seinen Siegputt.

British Open BLOG: Mickelson „Die beste Runde meines Lebens“

Von Kolja Hause

Wer von sich behaupten kann, er hat mit der besten Runde seines Lebens die British Open gewonnen, der bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Phil Mickelson, eh als Vielgrinser bekannt, hat genau das soeben im schottischen Muirfield berichtet. „Ich habe das beste Golf meines Lebens gespielt. Vor allem habe ich noch nie besser geputtet“, berichtet der Amerikaner, kurz nachdem er den Claret Jug, die Open-Trophäe überreicht bekam. Woods, Westwood, Scott sie alle hat er mit 32 Schlägen auf den zweiten neun Löchern in Muirfield an die Wand gespielt.

Außerdem hätte er an Loch 17, einem Par 5, die besten zwei Schläge seiner Karriere mit dem Holz 3 gemacht, die dann zum bereits vorentscheidenen Birdie führten. Klar, der man redet von sich und seinem Golf in Superlativen. Hat er doch selbst in seiner über 20-jährigen Profikarriere am allerwenigsten mit einem Erfolg auf dem Links-Geläuf der British Open gerechnet. Eine 30-minütige Pressekonferenz und ein mindestens genauso langes Fotoshooting zeigte „Lefty“ seine weißen Zähne. Vollprofi der Mann, auch abseits der Grüns.

Aufgewachsen ist er auf Parklandplätzen. Erst in den letzten Jahren hat er das Spiel mit Wind, knüppelharten Fairways und kraterähnlichen Bunkern lieben gelernt. Der Sieg bei der Scottish Open in der Woche vor der British Open (er ist übrigens der erste Profi, dem dies gelang) war bereits ein Vorgeschmack dieser neuen Liaison: Lefty und die Links. Warum er plötzlich so gut puttet, will er nicht verraten. „Ich habe da was gelernt, aber das bleibt mein Geheimnis“, sagt der 43-Jährige. Das macht dem Hobbygolfer doch Mut, wenn einer der Größten seines Sports dann plötzlich nach über 20 Jahren auf der Tour merkt, wie es geht.

Das war sein bislang wichtigster und am wenigsten erwarteter Sieg. Fehlt nur noch ein Titel zum persönlichen Karriere-Grand-Slam: der Sieg bei der US Open. Sechs mal wurde Mickelson dort schon Zweiter, zuletzt vor knapp vier Wochen. „Ich habe die schmerzhafte Niederlage dort sofort als Ansporn genutzt, noch härter zu arbeiten“, sagt er. Dass sich dann aber nach so kurzer Zeit schon alles komplett wendet, hätte er selbst auch nicht gedacht. Chapeau, Herr Mickelson, dieses Lächeln war für die Ewigkeit.