Puttprobleme kosten Kaymer besseres Resultat

British Open: Kaymer schafft Cut, Siem nicht

Muirfield (SID) – Der ehemalige Weltranglistenerste Martin Kaymer (Mettmann) hat bei der 142. British Open trotz Puttproblemen sicher den Cut geschafft, sein Golf-Kollege Marcel Siem (Ratingen) dagegen durfte bereits nach zwei Runden wieder die Koffer packen. Kaymer missglückte am Freitag wegen seiner Schwächen auf den Grüns der Angriff auf die Spitze, vielmehr rutschte der 28-Jährige auf dem malerischen Par-71-Kurs an der schottischen Küste mit einer 74 und insgesamt 146 Schlägen von Platz 27 leicht zurück. Siem hatte am Ende 151 Schläge (75+76) auf dem Konto und schied mit einem Schlag zuviel aus.

An der Spitze des Leaderboards fand sich nach 36 gespielten Löchern ein Routinier wieder. Der 49 Jahre alte Spanier Miguel Angel Jimenez, der sich im Dezember beim Skifahren ein Bein gebrochen hatte und vier Monate ausgefallen war. „Druck? Welcher Druck?“, fragte der Ryder-Cup-Gewinner die Journalisten, „an der Spitze eines Major-Turniers zu stehen ist doch genau das, was ich fühlen will“.

Zigarren-Liebhaber Jimenez wies 139 Schläge (68+71) auf und lag damit vor einer Verfolgergruppe. In der befanden sich auch Branchenprimus Tiger Woods (USA), der frühere Weltranglistenerste Lee Westwood (England) und der Erstrunden-Spitzenreiter Zach Johnson. Der ehemalige US-Masterssieger vergab die alleinige Führung mit einem Doppel-Bogey an der 18.

Tiger Woods haderte ein wenig mit selbst. „Mitte der Runde habe ich mein Tempo verloren und die Bälle zu weit geschlagen. Danach hat das sich wieder gelegt“, sagte der 14-malige Major-Gewinner, der als Rezept für das Wochenende ausgab: „Man muss die Ruhe bewahren, den Ball in die richtige Position bringen und alles versuchen.“

Martin Kaymer kann dagegen nicht mehr in die Entscheidung beim ältesten noch ausgetragenen Turnier der Welt eingreifen. Kaymer erlebte bei strahlendem Sonnenschein, aber stärkeren Winden ein Wechselbad der Gefühle. Den Birdies an der 7, 9 und 12 standen sieben Bogeys gegenüber. Mit einem Birdie an der 18 bescherte sich Kaymer zumindest ein erfolgreiches Rundenfinale. „Das Putten lief nicht so gut wie erhofft“, sagte Kaymer.

Marcel Siem zog sauer von dannen. „Der Platz hat mir einfach nicht gelegen, jetzt geht es zur Canadian Open. Ich hoffe, dass ich da wieder ein vernünftiges Ergebnis spielen werde“, sagte Marcel Siem dem SID. Die entscheidenden Schläge ließ Siem früh liegen. Schon nach sechs Löchern hatte er drei Bogeys und einen Doppel-Bogey gesammelt, auch ein Eagle an Loch 9 half nicht mehr. Am Ende folgten noch zwei Bogeys an der 16 und 18.

„Ich habe zu wenige Fairways getroffen, dann wird es schon schwer, das Par zu retten“, sagte Siem, auch bei den seltenen Gelegenheiten nicht das Glück auf seiner Seite hatte: „Die wenigen Birdie-Chancen, die ich hatte, konnte ich leider nicht nutzen.“

Mit einem Bogey beendete der Titelverteidiger seinen Arbeitstag. Der Südafrikaner Ernie Els, der 2002 bei der letzten „Open“ in Muirfield gewonnen hatte, ging mit seiner zweiten 74 vom letzten Grün, schaffte aber mit sechs über den Cut. Im Gegensatz zum Weltranglistenzweiten Rory McIlroy. Der formschwache Nordire zeigte sich am Freitag mit einer 75 verbessert, hatte aber alle Chancen zum Auftakt mit einer 79 vergeben.

Glänzend schlug sich Jordan Spieth. Der 19-Jährige, der am Sonntag in Silvis/Illinois als jüngster Spieler seit 82 Jahren auf der US-Tour triumphiert hatte, lag mit 143 Schlägen als Elfter gleichauf mit zahlreichen Größen hervorragend im Rennen.