Greg Norman

Dicker Fisch! GOLF MAGAZIN im Exklusiv-Interview mit Greg Norman

Er schaffte, was nur den Wenigsten gelingt: Greg Norman wurde vom Weltklasse-Sportler zum globalen Super-Unternehmer. Marcel Czack vom GOLF MAGAZIN sprach mit dem „Weißen Hai“ über Unternehmergeist, Chancen für den Golfsport und seines neuestes Projekt

Greg Norman – bekannt als der „Große Weiße Hai“ – ist eine Ausnahmepersönlichkeit. In den 80er und 90er-Jahren beherrschte er das Profigolf der Herren, war 331 Wochen lang die Nummer 1 der Welt; nur Tiger Woods besetzte den Spitzenplatz noch länger. Heute leitet der 60-jährige Australier mit Hauptwohnsitz in Florida seine eigene Unternehmensgruppe und ist erfolgreicher denn je. 20 Gesellschaften gehören ihm ganz oder teilweise. Die wichtigste Marke seines Imperiums „Great White Shark Enterprises“ ist Norman selbst.

Als „living brand“ bezeichnet sich der exzentrische Tausendsassa und versteht es wie kaum jemand, dieses Image zu pflegen. Gern zeigt er sich auf seiner pompösenYacht, im Privatjet oder mit Freund und Ex-US-Präsident Bill Clinton beim Golf. Sein PR-Team postet Videos, in denen er als Pilot einen Helikopter über karibische Trauminseln steuert, in bester Cowboy-Manier über seine Ranch in den Rocky Mountains galoppiert oder beim Käfig-Tauchen einem echten großen Hai in die Augen schaut. Der Grund für diese choreografierte Selbstdarstellung ist klar. Greg Norman verkauft vor allem eines: Lifestyle. Damit die Geschäfte laufen, müssen die Kunden so sein wollen wie er. Und das funktioniert höchstens bei James Bond noch besser als beim „Großen Weißen Hai“.

„Rio 2016 droht für Golf ein Alptraum zu werden!“

Ich treffe Greg Norman im Sandals Emerald Bay Resort auf den Bahamas zum Interview. Forsch betritt er den Tagungsraum, in dem unser Gespräch stattfindet. Er trägt ein schwarzes Oberhemd und eine beige Stoffhose, dazu Leder-Slipper ohne Strümpfe. Auch mit seinen 60 Jahren ist er noch auffallend durchtrainiert. Die ehemals wilde weißblonde Mähne ist einem adretten Kurzhaarschnitt gewichen. Von der Hotel-Bar hat er sich ein bahamaisches Bier im Glas mitgebracht. Eben hat er noch in voller Golfmontur ein paar Bälle auf der Driving Range geschlagen. Ein für ihn selten gewordenes Vergnügen, wie ich weiß. Nun setzt er sich, lächelt charmant und reibt sich die Hände. „OK, worüber reden wir? Wein?“ Ein Satz, der mehr nach einer Vorgabe als einer Frage klingt. Der charismatische „Hai“ entscheidet gern selbst, wie der Hase läuft, soviel ist sofort klar…

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