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Die 4 Asse des Jahres 2015

Es ist eine Viererbande, die das Profigolf auf Jahre mit grandiosen Wettkämpfen unterhalten dürfte. Der Mann, der 2015 die größten Stiche gemacht hat, ist Jordan Spieth! Wie bei jedem Quartett-Spiel aber sind ihm mit Jason Day, Rory McIlroy und Rickie Fowler andere Super-Pros auf  den Fersen, die in einzelnen Bereichen deutlich besser sind als der 22-Jährige Amerikaner

Bildschirmfoto 2015-12-22 um 16.21.06Es gibt die offiziellen Ranglisten und Statistiken, in denen Siege, Top-Ten-Plätze, Preisgelder und vieles andere objektiv gelistet werden. Nach den meisten dieser Listen war und ist Jordan Spieth der beste und erfolgreichste Spieler des Jahres und der Welt. Es gibt aber einen Titel, den verdient man sich durch mehr als möglichst wenig Schläge – die Auszeichnung zum „Spieler des Jahres“, die von den Profis der US-Tour vergeben wird. In sie fließen neben den Erfolgen auch das Verhalten des Spielers auf und neben dem Platz mit ein. Auch diesen Titel hat sich der jugendliche Held mit dem Spitznamen „Golden Child“ geholt und damit eines der besten Jahre gekrönt, das je einem Golfspieler auf dieser Erde vergönnt war. Die Bilanz des 22-jährigen Texaners für 2015 liest sich aber auch atemberaubend: Er gewann mit dem Masters und der US Open seine ersten Majors, wurde Vierter bei der British Open und Zweiter bei der PGA Championship; nach dem Turnier übernahm Spieth zum ersten Mal die Führung der Weltrangliste. In seinen 25 Turnieren holte er drei weitere Siege und damit den FedEx-Cup, die Jahreswertung. Jordan verdiente mit 12 Millionen Dollar Preisgeld mehr als jeder andere.

Relativ kurz, aber präzise!

Von allen auf der US-Tour geführten Pros
 brauchte Spieth die wenigsten Schläge pro
 Runde (knapp 69) und die wenigsten Putts (27,82). Auch in diesen Spezialwertungen 
kann ihn keiner ausstechen. Bei der Länge der Drives aber sehr wohl, denn da rangiert Spieth mit rund 267 Metern nur auf einem verblüffenden 78. Rang. Bedeutet: Länge ist wirklich nicht alles, weil Jordan den Distanz-Verlust durch eine bemerkenswerte Präzision ausgleicht. Das ist mir beim Mas
ters in Augusta aufgefallen, als ich ihn in der Schlussrunde begleitet habe: Selbst in der heißen Schlussphase, in der schon viele Führende die Nerven verloren und ihre Taktik geändert haben, spulte Spieth sein relativ kurzes, aber sehr sicheres Spiel vom Tee gnadenlos runter. Ergebnis: Sieg mit vier Schlägen Vorsprung. Die Gefahr, abzuheben, besteht bei Spieth nicht. Er kümmert sich, wenn er denn mal zu Hause ist, liebevoll um seine behinderte Schwester. „Sie“, so sagt Jordan, „erdet mich. Durch sie weiß ich, dass es deutlich Wichtigeres gibt als sportlichen Erfolg.“

 

Bildschirmfoto 2015-12-22 um 16.21.20Es ist gerade mal ein Jahr her, da sah es so aus, als würde Rory McIlroy die Welt des Profigolfs auf lange Zeit dominieren. Der Nordire hatte nach der British Open und der WGC Bridgestone 
Invitational auch die US PGA Championship gewonnen – sein vierter Majorsieg und der erneute Sprung auf Platz 1 der Weltrangliste. 2015 machte McIlroy mit dem Sieg bei der Dubai Desert Classic und einem Turnierrekord von 22 unter Par gleich weiter. Mit Blickrichtung aufs Masters stellten sich im April viele nur noch eine Frage: Schafft „Rors“ dort den Karriere-Grand-Slam, nachdem er die anderen drei Major-Turniere (US Open, British Open, US PGA Championship) schon gewonnen hatte? Die Antwort gab… Jordan Spieth. Der lag nach zwei exzellenten Runden deutlich an der Spitze und zwölf Schläge vor McIlroy; am Ende waren es immer noch sechs. Wie hoch auch Rorys Erwartungen an sich selbst waren, bewies die Tatsache, dass er „mit einem vierten Platz beim Masters nicht wirklich zufrieden“ sein konnte.

Der Bruch kam beim Fußball

Der wirklich große Knacks aber kam Anfang Juli! Beim kernigen Fußballmatch
 mit und gegen ein paar Kumpels zog er sich einen Bänderriss im linken Fuß zu –
 und war damit für die nächsten Wochen raus. Besonders bitter, weil er so die Open 
in St. Andrews verpasste, bei der er auf
grund seiner immensen Links-Erfahrung einer der klaren Favoriten gewesen wäre. Rory nahm’s sportlich: „Da kannst du nichts machen. Ich bereite mich intensiv auf meine Rückkehr vor. Und natürlich werde ich weiter Fußball spielen.“ Da war er wieder, dieser scheinbar unbekümmerte Junge aus Nordirland. Der seinen rasanten Aufstieg ohne Allüren weg
steckte, auch für die Fans ein freundliches Wort fand und damit einen wohltuenden Kontrast bildete zu dem Mann, den er vom Thron gestoßen hatte – Tiger Woods. Seit August spielt McIlroy wieder, hat noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden. Die bescherte ihm 2014 den besten Durchschnitts-Score auf der US-Tour, der noch einen Hauch besser war als der von Spieth in diesem Jahr. Rorys große Stärke sind die Drives, seine Putts nur Durchschnitt. „Auch daran“, so sagt er, „werde ich arbeiten. Ich habe noch viel vor!“