Jacqueline Dittrich und Maximilian Glauert.

Dittrich und Glauert neue PGA Champions

Sie kämpften vier Tage lang gegen den Platz, die Konkurrenten und vor allem den starken Wind, der über die Anlage von Golf Gleidingen fegte. Doch nach 73 Löchern bei den Damen und 72 bei den Herren standen sie fest, die neuen Champions der PGA of Germany. Schlaggleich mit dem Dießener Marcel Haremza und Christoph Günther aus Oberammergau war Maximilian Glauert in die Finalrunde der Deutschen Meisterschaft in Laatzen vor den Toren von Hannover gegangen. Mit 1 unter Par führte das Trio das Feld nach drei teilweise von Sturm und heftigen Regenschauern gepeitschten Runden an und sorgte für einen bis zum letzten Putt spannenden Finaltag. An dessen Ende reckte schließlich Maximilian Glauert, 25-jähriger EPD-Tour-Spieler aus Düsseldorf, den mächtigen Siegerpokal in die Höhe und jubelte über seinen zweiten Sieg als Professional. Im Frühjahr hatte er bereits auf der EPD Tour gewonnen, wo er aktuell Platz 3 der Rangliste belegt. Ich freue mich riesig über diesen Titel! Er hilft mir sehr bei meiner Saisonplanung, und es ist einfach Klasse, dieses bedeutende Turnier auf diesem herrlichen Golfplatz hier in Gleidingen gewinnen zu können, so Glauert. Er tat es in der Manier eines Champions, spielte Runden von 68, 74, 73 und 70 Schlägen, gesamt 3 unter Par, und war damit besser als alle Konkurrenten. Bei bis zu vier Windstärken forderte der Par-72-Parcours höchste Konzentration , dass der Cut bei +11 lag, gibt einen Eindruck von den Aufgaben, mit denen die Profis in dieser Woche konfrontiert waren.

Was die weitere Saisonplanung für den neuen PGA Champion erleichtert, sind zum einen die 10.000 Euro Siegprämie, die mit dem Titel verbunden sind. Zum anderen kann er nun mit breiter Brust und großem Selbstvertrauen ins Saisonfinale der EPD Tour gehen. Vier Turniere stehen dort noch aus, und für Glauert geht es darum, das Ticket für die Challenge Tour 2012 endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Schon nächsten Dienstag schlägt er bei der Pfaffing Classic ab. Ein Tour-Ticket steht auch auf der Wunschliste von Jacqueline Dittrich, der neuen PGA Championesse. Nachdem die 24-Jährige im letzten Jahr noch Nicole Gögele den Vortritt lassen musste und damals mit einem Rückstand von 18 Schlägen Zweite wurde, setzte sie sich diesmal durch und feierte mit Runden von 73, 80, 71 und 79 Schlägen einen Start-Ziel-Sieg. Im Stechen am ersten Extra-Loch genügte ihr ein Par für den ersten Titel ihrer Profikarriere. Nach 72 Löchern hatten beide Spielerinnen Platz 1 mit 15 über Par geteilt, wobei Nicole Gögele in der Finalrunde einen Rückstand von fünf Schlägen aufholen konnte. Jacqueline Dittrich unterlief an Bahn 8 ein Quadruple-Bogey, da war der ursprünglich komfortable Vorsprung dahin. Doch nur ein Loch später musste Nicole Gögele ein Doppelbogey notieren, und Jacqueline Dittrich nutzte daraufhin ihre Chance: Da habe ich angefangen zu kämpfen, denn aufgeben tue ich nie! So spielte sie sich ins Stechen, wo sie dann die Oberhand behielt und Nicole Gögele entthronte. Ich habe im letzten halben Jahr sehr intensiv für dieses Turnier trainiert und wollte es unbedingt gewinnen. Dass ich es geschafft habe, macht mich sehr stolz. Es ist das wichtigste Turnier, das ich außerhalb der Ladies European Tour spielen kann und da will ich hin, so die PGA Golflehrerin aus Jüngersdorf, die 2011 ihr letztes Ausbildungsjahr im GC Römerhof absolviert. Im kommenden Januar steht dann in Spanien die Qualifying School zur Ladies European Tour auf dem Programm, wo sie 2012 an den Abschlag gegen will. Um sich dann zumindest mal ein Jahr lang mit den besten Spielerinnen Europas zu messen, zu denen auch Nicole Gögele einmal gehörte, vor ihrer Karriere als Golflehrerin.

Das ist das Besondere an dieser HDI-Gerling German PGA Championship: Playing Professionals, Teaching Professionals, Golflehrer in Ausbildung sie alle treten bei dieser Deutschen Meisterschaft der Mitglieder der PGA of Germany gemeinsam an, um sich auf einem sportlich höchst anspruchsvollen Platz vier Tage lang zu messen. Zählspiel. Keine Entschuldigungen. Die Windbedingungen waren teilweise extrem, bestätigte Turnierdirektor Simon Bowler, wir hatten die Grüns sehr schnell gemacht, da hat sich der Platz bei diesem Sturm wirklich sehr schwer gespielt. Die beste Runde des gesamten Turniers gelang am Finaltag mit einer 65 dem Münchner David Heinzinger, er notierte zehn Birdies. Ebenfalls stark: Mark Stevenson vom bayerischen GC Gut Rieden, der am ersten Tag eine 66er Runde spielte. Den Sonderpreis für den besten Teacher im Feld holte sich Simon Brown vom GC Rhein-Sieg, der das Turnier auf Platz 10 beendete. Golf Gleidingen, das Top-Resort vor den Toren von Hannover, dem Hauptsitz von Turnier-Titelsponsor HDI-Gerling, hat bei der zweiten Auflage bewiesen, dass es die perfekte neue Heimat für das Flaggschiff-Turnier der PGA of Germany ist. Täglich kamen über 500 Zuschauer auf die Anlage und sorgten für echtes Championship-Flair, folgten den Führenden oder feuerten Lokalmatador Mark Steckmann an, der mit Platz 32 exakt sein gutes Resultat aus dem Vorjahr wiederholte. Die Spieler fanden beste Bedingungen vor und eine echte sportliche Herausforderung: Letztes Jahr haben wir den Platz zu leicht auseinandernehmen können, da war so gut wie kein Wind, so Max Glauert. Hinter Sebastian Buhl war er damals Zweiter geworden, der Siegerscore lag bei 16 unter Par. Das hat mir leid getan das hatte dieser Top-Platz nicht verdient. Zu dem gehört einfach der Wind, das macht ihn interessant, so der PGA Champion 2011. Ein Urteil, das übrigens auch die Sponsoren teilen: Dr. Christian Hinsch und Jens Wohlthat, Vorstandsvorsitzender und Vorstand der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, kamen persönlich nach Gleidingen und bestätigten: Auch 2012 wird die HDI-Gerling German PGA Championship wieder in Laatzen stattfinden, auf dem windgepeitschten Golfplatz vor den Toren von Hannover (www.pga.de).