Donald Trump Visits Turnberry Golf Club

Reizfigur Donald Trump im Interview

Donald Trump ist gerade DAS Thema Nummer 1 – nicht nur im Golfsport. Unsere Kollegen von unserem amerikansichen Schwester-Magazin Golf Digest haben im letzten Jahr mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten über seine politische und golferische Karriere gesprochen. Wie viele Runden würde er als Präsident spielen? Und welche Probleme sieht er auf den Golfplätzen? Die Antworten von Donald Trump im Interview gibt es hier… 

Dieses Interview fand im Büro von Donald Trump im 26. Stock des Trump Towers in der 5th Avenue in Manhattan (New York) im September letzten Jahres statt. Es war der Tag bevor die PGA of America das jährliche Grand Slam-Turnier abgesagt hatte, was auf dem Trump National Golf Club in Los Angeles im Oktober stattfinden sollte. Das Turnier wurde gestrichen, nachdem sich Trump kontrovers über mexikanische Immigranten geäußert hatte. Das kostete damals Trump diverse Kooperationen. Den 69-Jährigen schien damals ziemlich unbeeindruckt von diesen Nachrichten und betonte, gemeinsam mit seinem Sprecher, dass sein Gastgeber-Vertrag mit der PGA für dieses Event noch drei Jahre laufen würde. Die Verlegung des Turniers ermögliche ihm letztendlich, Arbeiten am Platz vorzunehmen, so ließ Trump einen Wasserfall auf dem Platz entfernen. Trump sieht in jeder Niederlage doch noch einen Gewinn für sich.

Donald Trump im Interview

Sie sind ein wichtiger Mann im Golf geworden. Wie würden Sie Ihre Laufbahn im Golfbusiness mit Ihrer politischen Karriere als Präsidentschaftskandidat vergleichen?

Ich denke, diese beiden Entwicklungen sind auf der einen Seite überhaupt nicht miteinander zu vergleichen, auf der anderen Seite, sind sie sich sehr ähnlich. Mein Golfbusiness ist, wie man so schön sagt „high end“! Ich habe tolle Standorte und fantastische Plätze, die alle gefeiert werden. Das Wort Qualität spielt dabei eine enorm große Rolle. Ich erschaffe das alles, aber immer mit einer gewissen Qualität. Ich habe Standorte, die man auch gut für viele andere Projekte verwenden kann. Also bin ich auf das Golfbusiness nicht angewiesen. Aber ich habe es bewusst gewählt. Ich besitze aber auch Land, das so kostbar ist, dass es auch für einen Immobilien-Bau sehr interessant wäre – das möchte ich aber nicht.

Was meine Politik angeht, ist es ganz anderes, aber auch da steht die Qualität wieder im Vordergrund. Unsere Infrastruktur muss erneuert werden. Unsere Brücken bröckeln im wahrsten Sinne des Wortes. Das muss angefasst werden, aber niemand kümmert sich darum. Und nicht nur das – auch unsere Straßen, unsere Schulen, unsere Flughäfen. Ich denke, ich habe einen guten Prozess in Gang gesetzt, bei dem uns auf Dauer gute Qualität deutlich weniger kostet. Wir brauchen ein besseres Mangement für unser Land! Und bisher habe ich mich in diesem Punkt immer mit guten Ideen durchgesetzt.

Ich respektiere das Motto „schlank und klein“, aber ich weiß auch, dass das nicht mein Stil ist. Ich gebe mehr Geld aus, als ich müsste. Aber ich sehe gerne das perfekte Resultat davon. Und ich sehe auch, wie viele Menschen viel Geld ausgeben und das zu keinem perfekten Resultat führt. Das ist die schlimmste Kombination, die es gibt.

Unsere Regierung gibt viel zu viel Geld aus. Vieles davon kann gestrichen werden. Das müssen wir auch, wenn man sich die Budget-Defizite anschaut. Schauen Sie sich den Schuldenberg unseres Landes doch einmal an: 19 Milliarden US-Dollar! Das ist doch Wahnsinn!! Da kommt eine Menge Arbeit auf uns zu!

Aber eines ist in der Regierung ganz wichtig. Man muss mit dem Herzen dabei sein. Im Golf ist das anders, da kann man auch ohne Herz leiten. Ich habe verstanden, dass es in der Politik auch um ein Leiten mit Herz geht.

Wie würden Sie Ihre Erfahrungen als Präsidentschaftskandidat beschreiben? 

Nun ja,erstens, ich hätte nie gedacht, dass es so eine große Nummer wird. Wenn man sich einmal die Umfragewerte anschaut, hätte ich nie gedacht, dass das alles so schnell gehen würde. Aber als ich es ausgesprochen hatte, war ich auch schon mitten drin.

Zweitens: Es ist ein echt fieses Geschäft. Es ist echt ekelig. Ich sehe sehr viel Unehrlichkeit. Und das ist ja das komplette Gegenteil von Golf: Es ist Wahnsinn, wie viel Unehrlichkeit in der politischen Welt zu finden ist.

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Von vielen kritisiert, aber Donald Trump ist zuversichtlich. Der 69-Jährige ist der Präsidentschafts-Kandidat der Republikaner und will Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden.

Haben Sie auch einmal daran gezweifelt, weiter zu machen? 

Nein. Ich bin eher froh, dass ich jetzt die Chance habe, es zu machen. Ich kann, so wie es gerne sage, Amerika wieder zu einem großartigen Land machen. Auch, wenn die ersten zwei Wochen wirklich hart waren. Als ich zum ersten Mal das Thema illegale Immigration angesprochen habe, kam eine Welle heftiger Kritik auf mich zu. Da war die Reaktion aus der Golfwelt eher mild dagegen.

Wie haben Sie reagiert, als sich die Golforganisationen nach Ihren Aussagen über mexikanische Immigranten von Ihnen distanziert haben?

Nun, ich war enttäuscht von ihnen. Ich war deshalb enttäuscht, weil ich nicht denke, dass das nötig war. Aber zur gleichen Zeit wusste ich auch, dass das alles ein Teil eines großen Prozesses ist. Ich habe großen Respekt vor Pete Bevacqua, Mike Davis und Tim Finchem. Und ich sehe auch ein, dass meine Statements sehr hetzerisch rüberkamen. Aber das musste gesagt werden, und wie sich herausstellte, waren meine Äußerungen ja auch wahr. Etwa einen Monat lang habe ich einen deutlichen Gegenwind gespürt. Der aus dem Golfbereich war im Vergleich dazu eher eine leichte Brise. Ich habe die Reaktion aus dem Golfbereich verstanden und akzeptiert.

Ich denke aber, dass auch die Entscheider im Golf nun gesehen haben, dass das, was ich gesagt habe, richtig war. Ich bin in all den Umfragewerten auf Rang 1, das sagt mir doch, dass mein Land mir Recht gibt.

Ich stelle keine illegalen Mexikaner bei mir ein – darauf achte ich.

Sie haben auch mexikanische Immigranten, die auf Ihren Golfplätzen und anderen Projekten arbeiten. Wie würden Sie reagieren, wenn Sie erfahren, dass auch manche von ihnen illegal im Land sind? 

Das würde ich nicht erfahren, weil wir keine illegalen mexikanischen Einwanderer beschäftigen. Ich bin bei so etwas sehr achtsam – und zwar aus vielen Gründen. 1.) ich finde es falsch, illegale Immigranten einzustellen und 2.) ich möchte der Präsident der USA werden, so etwas passiert mir einfach nicht. Klar, man kann sich nie 100 Prozent sicher sein, aber wir überprüfen unsere Mitarbeiter ganz genau.

Aber vergessen Sie auch nicht: Wir haben in Amerika 11 Millionen Menschen, die hier illegal sind. Vielleicht sind es auch 30 Millionen – das weiß ja keiner so genau. Also kann es jedem passieren, einen illegalen Immigranten einzustellen. Aber sollten wir herausfinden, dass jemand illegal im Land ist, stellen wir ihn keinesfalls ein. Als erstes würden wir ihn entlassen und dann würden wir die Behörden darüber informieren. Aber das Wichtigste: Wenn wir es wissen, stellen wir keine illegalen Einwanderer ein.

Das darf man aber nicht falsch verstehen: Ich habe ein tolles Verältnis zu Mexikanern. Ich habe Tausende Hispanics über die Jahre eingestellt, wir verstehen uns gut. Und ich denke, ich werde bei der Wahl sicher auch mexikanische Stimmen bekommen.