Martin Kaymer schnuppert an Platz eins

Kaymer bei der Matchplay-WM top

Marana (SID) – Martin Kaymer ist nur noch einen Schritt vom Golfthron entfernt. Der 26-Jährige aus Mettmann zog am Samstag bei der Matchplay-Weltmeisterschaft in Marana im US-Bundesstaat Arizona mit 1 auf im Viertelfinalduell mit seinem spanischen Ryder-Cup-Kollegen Miguel Angel Jimenez ins Halbfinale ein und trifft dort am Sonntag auf Bubba Watson aus den USA, der am ersten Extra-Loch gegen seinen Landsmann J.B. Holmes triumphierte.

Sollte sich Kaymer dann durchsetzen und das Finale erreichen, würde er am Sonntag den in Runde zwei ausgeschiedenen Engländer Lee Westwood ablösen und als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer (1986) die Führung in der Weltrangliste übernehmen.

Am dritten Loch ging Kaymer gegen Jiminez erstmals in Führung, als der Spanier ihm das Loch schenkte. Nach 14 Löchern lag er dann sogar schon 4 auf, geriet nach drei in Folge abgegebenen Löchern aber dann noch einmal unter Druck. Am 16. und 17. Loch waren Kaymer dabei seine ersten beiden Bogeys des Tages unterlaufen, nachdem ihm zuvor schon fünf Birdies gelungen waren. So musste er noch bis zum 18. Loch zittern, wo er mit einem Par den Erfolg sicherte.

Kaymer hatte erst durch eine großartige Aufholjagd überhaupt das Viertelfinale erreicht. Im Achtelfinale hatte er sich gegen den US-Amerikaner Hunter Mahan mit 2 und 1 durchgesetzt, nachdem er nach dem 11. Loch noch zwei Löcher in Rückstand gelegen hatte. „Das war ein großartiges Match. Es ging alles über Birdies und nicht über Bogeys“, sagte Kaymer, der sieben Löcher unter Par spielte und ein Loch von Hunter Mahan geschenkt bekam.

Dabei hatte es für den Rheinländer zunächst gar nicht gut ausgesehen, besonders nach Loch 11. Dort missglückten Kaymer gleich zwei Abschläge („So etwas habe ich bei mir nicht oft gesehen“). Daraufhin schenkte er seinem Gegner das Loch und lag 2 down. Doch der US-PGA-Champion gab sich nicht geschlagen, erhielt das 13. Loch von Mahan und drehte die Partie mit Birdies an der 14, 16 und 17 komplett.

Jiminez war der Einzug in die Runde der letzten Acht deutlich leichter gefallen als Kaymer. Der Spanier ließ im Achtelfinale dem US-Amerikaner Ben Crane beim 8 und 7-Erfolg nicht den Hauch einer Chance. Mit dem gleichen Ergebnis hatte Crane noch am Vortag Nordirlands Jungstar Rory McIlroy ausgeschaltet.

Allerdings ist auch Kaymers Halbfinalgegner Watson ein Stehaufmännschen. Im Viertelfinale gegen Holmes hatte er nach dem zehnten Loch schon deutlich mit fünf Löchern zurückgelegen, dann aber eine Aufholjagd gestartet und am 18. Loch noch ausgeglichen.