Gewinnt in St. Andrews: Martin Kaymer.

Kaymer triumphiert bei Links-Meisterschaft

Deutschlands Golfstar Martin Kaymer hat seinen Höhenflug fortgesetzt und den Oktober zu einem goldenen Monat gemacht. Eine Woche nach dem Sieg beim Ryder Cup gewann der 25-Jährige aus Mettmann die prestigeträchtige Links-Meisterschaft auf dem Old Course im schottischen St. Andrews, der Wiege des Golfsports. „Es war immer mein Traum, hier zu gewinnen“, sagte Kaymer, der in diesem Jahr bereits die Turniere in Abu Dhabi, Hilversum und das Major in Kohler/Wisconsin für sich entschieden hatte.

Für den achten Turniersieg seiner Karriere und den dritten in Folge kassiert Kaymer rund 580.000 Euro. Und nicht nur das: In der Weltrangliste kletterte der Shootingstar vom sechsten auf den vierten Platz, die beste Platzierung seiner Karriere. „Ich habe auch keine Erklärung für meine derzeitige Form“, sagte Kaymer. Auch seinem letzten großen Saisonziel, dem ersten Platz in der Geldrangliste „Race to Dubai“, den er im letzten Jahr wegen seines Kartunfalls verpasst hatte, ist Kaymer einen großen Schritt näher gekommen.

Nach seinen durchwachsenen Leistungen beim Ryder Cup in Wales knüpfte Kaymer an seine starken Vorstellungen, die er vor dem Kontinentalvergleich zwischen Europa und den USA in dieser Saison bislang gezeigt hatte, an. Auf dem Par-72-Kurs spielte Kaymer am Schlusstag eine 66 und gewann mit insgesamt 271 (68+69+68+66) Schlägen vor dem Engländer Danny Willett (274/67+73+67+67). Dritter wurde dessen Landsmann John Parry (275/67+65+71+72), der das Klassement vor der letzten Runde angeführt hatte.

Wechsel zur US-Tour möglich

Kaymer gewann als erster Golfer seit Superstar Tiger Woods im Jahr 2006 drei Europa-Tour-Turniere in Folge. Gut möglich allerdings, dass der Deutsche künftig nur noch selten auf „seinem“ Kontinent abschlägt: Einen Wechsel auf die US-Tour schloss Kaymer am Sonntag nicht mehr aus. „Das entscheide ich, sobald die Saison vorbei ist“, sagte er unmittelbar nach der Siegerehrung.

Marcel Siem blieb am Schlusstag eins über Par und beendete das Turnier mit 286 (69+71+73+73) Schlägen auf dem geteilten 37. Platz.

Unterdessen verpasste Lee Westwood den Sprung an die Spitze der Weltrangliste. Der Engländer hätte mindestens Zweiter werden müssen, um den seit Monaten schwächelnden Superstar Tigers Woods vom Golf-Thron zu stoßen. Doch er landete mit 281 Schlägen (70+72+66+73) nur auf dem geteilten elften Platz. Woods führt die Weltrangliste bereits seit mehr als fünf Jahren an.