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Schwungstudie Keegan Bradley: Ein Vollgas-Schwung mit Kontrolle!

Keegan Bradley schlägt einen der weitesten Drives auf der PGA-Tour. Und das gute daran: Er hat seinen Vollgas-Schwung voll unter Kontrolle

Es ist schon vier Jahre her, dass 
Keegan Bradley die PGA Championship bei seiner allerersten Teilnahme an einem Major-Turnier gewann. Doch die Achterbahnfahrt, die Bradley damals im Atlanta Athletic Club auf den letzten neun Bahnen erlebte, ist vielen Fans heute noch sehr präsent. Mit Eagle, Triplebogey, Birdie und noch einem Birdie erzwang er das Stechen gegen seinen engen Freund Jason Dufner (PGA Champion 2013). Dufner war es auch, der Bradley mit dem erfahrenen Schwungcoach Chuck Cook Ende 2013 zusammenbrachte, mit dem er selbst zusammenarbeitet.

„An Keegans vollen Schwüngen haben wir nicht viel verändert“, sagt Cook. „Seine Abschläge und die langen Annäherungen sind großartig. Ich wünsche mir, dass er mit den kurzen Eisen noch aggressiver und genauer wird.“ Cook sagt auch, dass die 2016 durch das Inkraftreten des „Verankerungsverbots“ erforderliche Umstellung von seiner bisherigen auf eine konventionelle Technik beim Putten eine große Aufgabe für Bradley war. „Wir 
mussten seine Augen direkter über die Puttlinie bekommen. Es dauert bis man sich daran gewöhnt hat. Keegan hat in dieser Saison schon tolle Runden auf den Grüns gespielt, ist aber noch nicht konstant.“ Bradley ist auch für seine ungewöhnliche Pre-Shot-Routine bekannt. Mit kleinen, zappelig wirkenden Schritten nähert er sich von hinten dem Ball und wiederholt diesen Vorgang bis es sich für ihn richtig anfühlt. „Er visualisiert den Schlag und wartet solange, bis er bereit ist“, sagt Cook. „Und das ist gut so.“

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Langer Kerl

Chuck Cook, Bradleys Schwungcoach, hält dessen Anprechposition für nahezu makellos. „Sein Oberkörper ist perfekt über dem Unterkörper positioniert und seine Füße stehen etwas breiter 
als die Hüften“, sagt Cook. „Weil er lange Arme und 
lange Beine hat, sind seine Knie etwas mehr gebeugt als bei den meisten Tour-Spielern. Seine Hände starten relativ niedrig.“

Frühes Anwinkeln? Nein!

Es scheint zunächst als 
winkelte Bradley seine 
Handgelenke schon 
früh im Takeaway an, aber dieser Eindruck täuscht. 
„Es sieht so aus, da seine Hände im Set-Up so tief hängen. Tatsächlich aber geht er in einem Stück zurück und kreiert einen großen Radius“, sagt Cook. „Keegan kann seinen Unterkörper stabil halten, weil er so flexibel ist. Er ist lang und drahtig.“

Super Spielkraft

Bradley erzeugt große gegenwirkende Drehkraft, indem er seinen Oberkörper weit aufdreht, während er den Unterkörper relativ ruhig hält. „Er bewegt seinen Kopf ein Stückchen hinter den Ball“, sagt Cook. „Dadurch kann er den Ball leichter in der Aufwärtsbewegung treffen und einen höheren Abflugwinkel erreichen.“ Cook sagt, dass er Bradleys Arm hier gerne enger am Körper sehen würde. „Seine Arme sind ein wenig vom Körper getrennt, aber daran arbeiten wir.“

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Ein Hauch von Hogan

„Auf halbem Weg hinab bringt Bradley den Schläger in eine deutlich flachere Position, indem er ihn weiter hinter sich kippt“, sagt Cook. „Das ist ein Zeichen für richtig gute Ball-Striker wie Ben Hogan.“ Auffallend ist, wie viel von Bradleys rechtem Arm und Ellenbogen unter dem linken Arm zu sehen ist. „Dadurch baut er den sogenannten „Lag“ auf (die Verzö-
gerung des Schlägerkopfs im Ver- 
hältnis zu den Händen) und erzielt enorme Geschwindigkeiten.“

Nicht nur lang

Bradley liegt in der „Total Driving“- Statistik (Länge und Genauigkeit
kombiniert) auf Rang zwei der PGA
Tour. Seine Impactposition offen- bart gleichermaßen Kraft wie Kon-
trolle. „Die Hände sind in einer Linie mit dem Ball, aber sein Körper bleibt dahinter, wodurch er den Ball mit hoher Geschwindigkeit in der
Aufwärtsbewegung trifft“, sagt
Cook. „Von hinten betrachtet sähe man, dass sein rechter Unterarm eine Linie mit dem Schaft bildet. Typisch für sehr genaue Spieler.“

Aufrecht Stehen

„Nach dem Impact bleiben Bradleys Hände vor dem Körper, ein Zeichen für einen synchronen Ablauf“, sagt Cook. „Wenn man viel ,Lag’ im Schwung aufbaut, ist es erst recht notwendig, den Schwung auf der linken Seite zu beenden. Keegan steht im Finish auf der Ebene mit dem Gewicht auf der linken Seite.“ Seine Stabilität ist beachtlich. Cook: „Er ist perfekt ausbalanciert mit einem gestreckten linken und einem gestreckten rechten Bein.“

Inside Keegan

Alter: 29 Jahre

Größe/Gewicht: 1,91 m/ 86 Kg

Wohnort: Jupiter, Florida

Driver: Srixon Z545 Prototype, 10 °

Ball: Srixon Z Star XV