Marcel Siem rückt bei US Open nach vorne

Siem hat Top 20 im Visier – Kaymer schafft Cut

Ardmore (SID) – Golfprofi Marcel Siem hat bei der 113. US Open in Ardmore/Pennsylvania bei Halbzeit eine Top-Platzierung im Visier, zudem schaffte Martin Kaymer auch für ihn selbst unerwartet noch den Cut. Der Ratinger Siem beendete am Samstag seine am Vorabend wegen Dunkelheit abgebrochene Runde mit 71 Schlägen und liegt mit 144 Schlägen auf dem 20. Platz. Einen Schlag weniger benötigte Turnierfavorit Tiger Woods (USA). Der Weltranglistenerste belegt gleichauf mit Rory McIlroy (Nordirland) Rang 13.

Überraschend qualifizierte sich auch Kaymer, der zweite deutsche Teilnehmer im Merion Golf Club, für die beiden Schlussrunden. Der 28-Jährige aus Mettmann war nach Runden von 76 und 72 am Ende des Vortages als 98. mit drei Schlägen Rückstand auf den voraussichtlichen Cut eigentlich chancenlos. Doch bei der Fortsetzung der Runde am Samstag rückte der Rheinländer Platz für Platz nach vorn und war als 56. wie schon wie im April beim US Masters auch am Wochenende dabei.

Als Kaymer am Freitag ins Klubhaus kam, war er jedoch noch restlos bedient. Ein Triple-Bogey an Loch 5 sowie zwei weitere Bogeys bis zum Rundenende warfen den ehemaligen Weltranglistenersten von drei unter auf zwei über Par zurück. Am liebsten wäre er sofort nach Deutschland gereist, wo er ab Donnerstag bei der BMW Open in München abschlägt. „Das war bitter. Ich habe eigentlich ganz gut gespielt, aber momentan einfach die Kacke am Schläger hängen. Das ist nunmal so“, sagte Kaymer dem Internetportal golf.de.

Besser lief es für seinen rheinischen Kollegen Marcel Siem. Der 32-Jährige startete mit einem Birdie an seinem zweiten Loch in seinen zweiten Arbeitstag. Dann unterliefen ihm jedoch drei Bogeys, ehe er ein Birdie an seinem zehnten Loch nachlegte. Zufrieden war Siem dennoch nicht: „Ich war beim Schwung zu ängstlich“, sagte er am Tag, nachdem ihm in der Umkleide der Putter verbogen worden war. Der Schläger wurde wieder gerichtet, mit einigen guten Putts am Freitag rettete er seinen Score.

An der Spitze verteidigte US-Linkshänder Phil Mickelson seine Führung durch ein Birdie am Schlussloch mit 139 Schlägen erfolgreich. Allerdings muss sich dreimalige US-Masterssieger, der am Sonntag 43 Jahre alt wird, Platz eins mit seinem Landsmann Billy Horschel teilen. Mickelson peilt seinen ersten US-Open-Triumph an, fünfmal (1999, 2002, 2004, 2006 und 2009) hatte es nur zu Platz zwei gereicht.

Dem Führungsduo sitzt ein hochkarätiges Verfolger-Trio im Nacken. Jeweils 140 Schläge haben die beiden Engländer Luke Donald und Justin Rose sowie der US-Profi Steve Stricker auf dem Konto.