Chris Mattson

Interview: „Ich mache die Solheim Cup-Outfits“

Gerade bei den Damen ist Mode ein wichtiges Thema. Und so spielen auch die Outfits beim Solheim Cup eine entscheidende Rolle. Im Interview verrät uns Chris Mattsson, die Head-Designerin bei Abacus Sportswear, was sich in den letzten Jahren alles an den Team-Outfits geändert hat und worauf es auf dem Platz neben Funktionalität noch ankommt.

GOLF MAGAZIN: Frau Mattsson, Sie entwerfen seit 2007 die Team-Kleidung der europäischen Solheim Cup-Mannschaft. Hat sich in den letzten Jahren etwas am Material  der Team-Outfits geändert?

Chris Mattsson: Es hat sich über die Jahren einiges verändert an den Outfits, aber was vielleicht als erstes auffällt, sind die Farben. In früheren Solheim Cup-Matches gab es für jeden Tag eine andere Farbe. Das hat sich schon 2013 geändert, als wir an den Probetagen schwarz und weiß anhatten und spezielle Farben für die Match-Tage getragen haben. Das wird auch 2015 wieder so sein.

Eine andere wichtige Veränderung ist auch das Material, welches wir verwendet haben. Für dieses Jahr haben wir das beste Material genommen, das Abacus Sportswear bisher produziert hat: Stretchlite 60K. Dieses Material ist besonders leicht, dünn und stretchbar. Zudem ist es atmungsaktiv, sodass die Spielerinnen auch nicht ins Schwitzen kommen, wenn sie eine Regenjacke bei den Matches tragen müssen. Denn das Wetter spielt natürlich immer eine große Rolle bei den Solheim Cups. Zum Beispiel in Irland 2009 waren bei dem kalten Wetter und Regen wichtig, dass die Kleidung den Witterungsbedingungen standhält. In Colorado 2013 war es hingegen wichtig, dass die Spielerinnen während des heißen und auch schwülen Wetters trotzdem gut gekühlt waren. In diesem Jahr haben wir darauf geachtet, dass sich die Kleidung den verschiedenen Wetter-Bedingungen anpasst. Die Spielerinnen sollen sich voll und ganz auf ihr Spiel konzentrieren können.

Zudem spielten in den letzten Jahren auch mehr die Präferenzen der Kapitäninnen mit rein. 2007, zum Beispiel, wollte Helen Alfredsson nicht, dass ihre Spielerinnen Skorts tragen – also gab es nur lange und kurze Hosen. Jede Kapitänin hat ihren eigenen Stil und auch das spielt in einer Team-Kollektion mit rein. Also muss man gemeinsam arbeiten, um die beste Kleidung für das Team zu finden.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit der aktuellen Kapitänin Carin Koch? Es schien, als wäre sie stärker involviert gewesen als jede Kapitänin vor ihr.

Schon für die Outfits der bisherigen Solheim Cup-Teams haben wir eng mit den Kapitäninnen zusammengearbeitet.  Aber Carins Interesse in Mode hat dazu geführt, dass sie sich mehr in den Design-Prozess miteingebracht hat. Dadurch haben wir direkt zu Beginn schon sehr eng mit ihr zusammen gearbeitet. Sie kam bereits zu unserem ersten Treffen mit eigenen Design-Ideen, wie zum Beispiel den sternförmigen Knöpfen und wollte gerne die „europäischen“ Sterne in den verschiedenen Kleidungsstücken sehen. Als Designer ist das natürlich toll, mit jemanden zusammzuarbeiten, der selbst mit kreativen Ideen kommt und so war es von Anfang an eine tolle Zusammenarbeit mit Carin.

Was ist das Beste daran, ein Team-Outfit zu designen?

Für mich war es immer schön zu sehen, wie die Spielerinnen in der Kleidung eine Art „Team-Vibe“ bekommen. Wenn alle Spielerinnen das Gleiche anhaben und man ihnen dadurch direkt ansieht, dass sie ein Team sind, ist das toll.  Es gibt kein besseres Gefühl als zu sehen, dass sich die Mädels, in den Outfits, die man designt ha t, wohlfühlen. Das ist Solheim Cup-Feeling pur.

Was ist die größte Herausforderung beim Entwerfen einer Teamkleidung?

Die wohl größte Herausforderung ist es, auf die Bedürfnisse aller Spielerinnen einzugehen, und, dass man daraus einen Nenner finden muss, damit es am Ende noch eine Teamkleidung ist. Wenn eine Spielerin zum Beispiel gerne in einem Poloshirt und Shorts spielen möchte, während die andere noch gerne den Pullover anhat uund dabei die lange Hose trägt, ist es wichtig, dass diese verschiedenen Outfits sich immer noch so sehr ähneln, sodass man erkennt, dass beide fürs europäische Team spielen. Es ist eben nicht Fußball, wo alle Spielerinnen das gleiche Outfit tragen. Beim Solheim Cup spielen viel mehr die individuellen Bedürfnisse einer einzelnen Spielerin mit rein. Denn es ist ja so: Wenn sich die Spielerinnen in ihrer Kleidung wohlfühlen, spielen sie auch besseres Golf. Und dann gibt’s wohl noch eine Sache, an die wohl keiner wirklich denkt: Die Outfits müssen gut auf dem Grün aussehen und in schönen Kontrasten zur Rasenfarbe stehen. Das ist sowohl wichtig  für die Zuschauer vor Ort, aber auch für die vor dem TV-Bildschirm.

Haben Sie ein Lieblingsoutfit in der aktuellen Kollektion?

Mein Lieblingsoutfit ist ganz klar das von Sonntag! Ich mag die Farben und die kleinen Design-Spielereien. Der blaue Gürtel ist toll und sieht super aus, mit dem großen Stern und den weißen Knöpfen. Ich hoffe, es bringt den Mädels auch am Sonntag das nötige Glück!

Aus den bisher designten Kollektionen, welches ist Ihr Lieblingsoutfit?

Es wird interessant, wie die pinken Outfits in diesem Jahr aussehen und auch ankommen. Denn es gibt zum ersten Mal ein europäisches pinkes Outfit – in der gesamten Solheim Cup-Geschichte. Aber ich bleibe dabei, mein Lieblingsoutfit ist das von Sonntag in diesem Jahr.  Ich mag das „europäische“ an diesem Outfit.

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