GOLFmagazin-BLOG

Eyecatcher


Turniere, Reisen, Messen, Interviews – die GOLFmagazin-Redakteure und Fotografen sind ständig unterwegs in Sachen Golf. Leider ist der Raum im Heft begrenzt, um all das Erlebte zu verarbeiten. Bis jetzt! Im GOLFmagazin BLOG lesen Sie mehr.
SydneyBLOG4  18.12.2009 12:13

Sieg für Südafrika und Thailand - Japan verschläft Platz zwei

Von Detlef Hennies

So ein Weltfinale ist anstrengend. Die Reise nach Australien kann schon mal locker mehr als 24 Stunden dauern. Darüber hinaus sorgen mehrere Stunden Zeitunterschied (zum Beispiel 10 nach Deutschland) dafür, dass man wach wird, wenn draußen die Lichter angehen. Wenn dazu noch zwei anstrengende Runden Weltfinalgolf auf dem zauberhaft schönen, schauerlich schweren Linkskurs des New South Wales Golf Club kommen, können einem schon mal im entscheidenden Moment die Augen zufallen.

Passierte gestern Abend, Ortszeit gegen 22 Uhr, in Sydneys "Museum of Contemporary Art", einem vornehmen Herren namens Tokitsugu Ishikawa. War ja verständlich und wäre wahrscheinlich nicht weiter aufgefallen, wenn der Japaner mit seinem Partner Takashi nicht den zweiten Platz in Klasse B belegt hätte. Bedeutet grundsätzlich: Rauf auf die Bühne, Lob, Pokale und Preise abholen. Es kam aber nur einer - Takashi, der ohne Erfolg versucht hatte, seinen Kumpel zu wecken. "Keine Chance", deutete er mit einem Kopfschütteln an, "aber er schläft ganz fest." So war es Takashi allein, der mit zwei brandneuen Eisensätzen von Callaway von der Bühne stieg. Gleich darauf kamen die Thailänder, die für ihren Sieg beim Audi quattro Cup World Final zwei komplett bestückte Callaway-Bags gewannen. Das gleiche Kunststück schaffte in Klasse A das Team aus Südafrika. Was die wohl alle beim Zoll erzählen?
Craig Parry (rechts) stellte fürs GOLFmagazin eine Liste der besten Golfclubs in und um Sydney zusammen. Wir werden sie im kommenden Jahr abarbeiten und die Geschichte dann veröffentlichen.
Craig Parry und die Steaks aus Frankfurt

Ich plauderte derweil mit Craig Parry, einem der erfolgreichsten australischen Golfpros überhaupt (gewann vor Jahren mal eines der World Golf Championship-Turniere). Craig, gerade mal 43 Jahre alt, hat am Nachmittag noch eine Clinic gegeben. Früher tourte er durch die ganze Welt, siegte unter anderem bei der German Open (ja, solch ein Turnier gab es mal) vor genau 20 Jahren. Wo das war (Frankfurter GC), daran konnte sich Craig nicht erinnern, wohl aber an dieses: "In Deutschland habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Und die Steaks waren extrem lecker."

Da wir je quasi gerade zu Hause sind: Die beiden deutschen Teams rutschten am zweiten Tag noch leicht ab: Die Kollmann-Brüder Thomas und Peter landeten in Klasse A auf dem 20. Platz, Josef Hierl und Erhard Karmann wurden 19. in der Klasse B. Dennoch sprachen alle von einem "einmaligen Erlebnis". Da haben sie recht, denn unabhängig von den beeindruckenden vier Tagen in Sydney dürfen die aktuellen World-Final-Teilnehmer in den nächsten Jahren erstmal nicht wiederkommen.

Was die Aussies so kurz vor Weihnachten sonst noch bewegt: Ihre Wirtschaft startet schon wieder richtig durch, die Steigerungsrate liegt bei rund 1,5 Prozent. Das liest sich in den Tageszeitungen dann ungefähr so: "Australien rettet die Welt" - zugegeben nicht allein, sondern mit den USA und China (und das gilt leider auch nicht fürs Klima). Wer in Sydneys Top-Boutiquen in der George Street unterwegs ist, könnte meinen, die Rate läge bereits bei 20 Prozent. Einige jedenfalls müssen im Parkhaus ihre Autotür mit dem Kinn aufschieben, weil sie alle Hände voll haben.
Die Sieger
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SydneyBLOG3  17.12.2009 11:22

Südafrika führt, Deutschland im Mittelfeld

Von Detlef Hennies

Es wird ernst im edlen New South Wales Golf Club am Stadtrand von Sydney; die erste Runde des Audi quattro Cup World Finals ist gespielt. Bei den niedrigeren Handicaps führen die Südafrikaner mit 34 Nettopunkten, Italien lauert mit 32. In Klasse B führen Narongit Jatuweerawong und Narintanarat Kumtean mit starken 39 Punkten. Woher die beiden kommen? Aus Thailand.

Ja, und unsere beiden deutschen Teams? Haben sich im sicheren Mittelfeld etabliert. Hierl/Karmann sind 15. in Klasse B, die Kollmann-Brüder belegen in der Klasse A den gleichen Platz. Thomas Kollmann: "Wir haben einen so schweren Platz noch nie gespielt, mussten uns besonders an die Grüns erstmal gewöhnen." Viele haben noch ganz andere Probleme. Ihren Flightpartnern von den Philippinen geht auf dem hügeligen Championship-Platz zwischendurch mal die Luft aus. Warum? Earel Benedicto Gardiola und Nestor Sales müssen ihre Bags selber tragen bzw. schieben. Das sind sie einfach nicht gewohnt, weil sie zu Hause immer "mit mindestens zwei Caddies auf die Runde gehen". Meistens sogar drei, wobei der dann den Sonnenschirm trägt. Na bitte.
Am Bondi Beach lernen schon die ganz Jungen, wie man auf dem Surfboard bleibt.
Audi, Bondi und die Babes

Während sich die Männer für die eigene und ihres Landes Ehre die Seele aus dem Leib spielen, fahren die meisten "Spielerfrauen" nach Bondi Beach. Das ist spätestens seit den Olympischen Spielen 2000 einer der berühmtesten Strände der Welt; hier tobte das Leben in der Beachvolleyball-Arena. Der Sand, fein genug für die Eieruhr, ist immer noch da, die hübschen "Bondi Babes" sind es ebenfalls. Entsprechend knackige Kerle gibt es allerdings auch, die den Audi-Girls bei den ersten Surfversuchen unter die Arme greifen.

Was die Aussies so kurz vor Weihnachten sonst noch bewegt: Im Westen der Stadt sind bei mehr als 35 Grad und viel Wind die ersten Feuer ausgebrochen; 200 Feuerwehrleute und 5 Spezialflugzeuge kämpfen gegen die Flammen. In den Edel-Restaurants und Bars am Sydney Harbour verkaufen sie munter die Tickets für Silvester. Essen, Getränke, Parkplatz (ganz wichtig) und freier Blick aufs monumentale Feuerwerk von der berühmten Brücke kostet schon mal an die 500 Australische Dollar - das sind rund 300 Euro. Pro Person, versteht sich.
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SydneyBLOG2  16.12.2009 13:12

Nationalhymnen und weiße Socken

Von Detlef Hennies

Lass die Regierungschefs nach Kopenhagen fliegen; die besten Amateure aus dem weiten Reich der Audi-Welt treffen sich zum Weltfinale des quattro Cups in Sydney. Inzwischen sind die letzten der 44 teilnehmenden Nationen eingetroffen; die Teams aus Argentinien, Uruguay oder Peru waren dafür schon mal fast zwei Tage unterwegs. Was tut man nicht alles für sein Land. Als Anerkennung gibt's bei der Begrüßungs-Gala für jedes Team die Nationalhymne. Allerdings nur 15 Sekunden lang, um am nächsten Tag rechtzeitig zur Proberunde im New South Wales Golf Club abschlagen zu können.

Der Club gilt als einer der besten, schwersten und vornehmsten im Land, hat vor zwei Wochen noch die Australian Open gesehen. Allein die Kleiderordnung füllt am Infobrett im Club und auch im Internet (www.nswgolfclub.com.au) eine große Seite mit vielen guten und nicht so guten Beispielen. Schwarze Socken sind einfach nur out, weiße in. Das treibt Sepp Hierl, einen der vier Deutschen im Feld (Deutschland startet mit zwei Teams), notgedrungen erstmal in den Proshop.
Sepp Hierl (links) und Erhard Karmann vom GC Altmühlgolf bilden eins der beiden deutschen Teams.
Alle Grüns hängen zum Wasser - aber das ist überall!

Die Proberunde verläuft ohne größere Zwischenfälle. Der grandiose Links-Kurs zieht auch den härtesten Jetlag aus den Knochen. Probleme allerdings bereiten die Grüns, die noch auf Profi-Trim und entsprechend schnell sind. Der Tipp aus dem Proshop, wonach auch hier "alle Grüns zum Meer hängen", hilft nicht wirklich. Der Kurs reckt sich so weit in die tasmanische See hinein, dass er gleich an drei Seiten vom Wasser umgeben ist.

Was die Aussies so kurz vor Weihnachten sonst noch bewegt: In der Nähe von Melbourne im Südosten des Kontinents brennt nicht nur der Baum, sondern der Busch; kein Wunder bei Temperaturen um 40 Grad. Und die Post streikt ausgerechnet jetzt. Was aber nützt der Christstollen zu Neujahr?
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SydneyBLOG1  14.12.2009 10:58

Schlange in Dubai, bedrohte Koalas und ein rasierter Tiger in Sydney

Von Detlef Hennies

Dieses Land ist schon richtig weit weg. Von Hamburg erstmal sechseinhalb Stunden mit dem Flieger nach Dubai. Dort raus aus dem Bomber, rein in den Flughafen-Shuttle – und in den Stau. Tatsächlich: Während Dubai grundsätzlich brutal unter der Finanzkrise leidet, herrscht auf dem Airport Hochbetrieb. So dauert es fast 40 Minuten, bis sich die Schlange der Shuttlebusse aufgelöst hat und ich mit meinen 200 Mitfliegern ins Terminal geschüttet werde. Ein Glaspalast, eine Art Spiegelkabinett, eine gigantische Menschen-Umverteilungsanlage. Ich schaffe meinen Anschussflug nach Sydney gerade noch – und habe dann fast 14 Stunden Zeit, mich vorzubereiten auf das, was da kommen soll.

Das Weltfinale des Audi quattro Cups 2009. Mehr als 82.000 Golfer und Golferinnen haben in diesem Jahr mitgemacht, mehr als 730 Turniere in 47 Ländern gespielt. Die jeweils besten Zweier-Teams haben sich für die Tour nach Australien qualifiziert. Gespielt wird im legendären New South Wales Golf Club, der zu den besten des Landes, man könnte ja auch sagen Kontinent, gehört. Vor einer guten Woche gewann Adam Scott auf dem Linkskurs die Australian Open, die zwischendurch unterbrochen werden musste, weil der starke Wind die Bälle von den Grüns blies. Da können sich die Amateure schon mal warm anziehen. Aber nicht zu dick, schließlich ist hier Hochsommer mit Temperaturen bis zu 30 Grad.

Kurz vor Mitternacht Ortszeit (das ist unserer Zeit zehn Stunden voraus) bin ich dann mal da, kleckere mit dem italienischen Team ins Four Seasons Sydney (siehe Foto Bildergalerie), dem "Spielerhotel". in Hamburg gestartet am Donnerstag Mittag, am ganz frühen Samstagmorgen im Bett – das nenne ich mal ne Reise. Ich lasse Sie jetzt jeden Tag der Woche wissen, ob sich der Aufwand gelohnt hat.

Bevor ich es vergesse: Tiger Woods ist natürlich auch hier ne große Nummer. Die verschiedenen Fernsehsender überschlagen sich mit den Features, angefeuert durch die "flashing news", das die Sponsoren Accenture und Gillette die Nummer eins der Welt gerade rasiert haben. Den Mädels im Rotlichtviertel von Sydney ist das wahrscheinlich egal – sie machen Werbung in eigener Sache und haben ein Transparent rausgehängt, auf dem steht: "Tiger was here". Ach, hier auch? (siehe Foto Bildergalerie)

Was die Aussies hier und heute noch bewegt: Der Koala ist in Gefahr; der Schutz dieser bedrohten Knuddelbären soll verstärkt werden. Und: Australien wird überschwemmt mit harten Drogen. Nach einer aktuellen Grafik sitzen die bösen Lieferanten in Mittel- und Südamerika – und in London. Deutschland ist nicht erwähnt.
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BelekBLOG 4  30.11.2009 12:43

Krönender Abschluss

Von Johannes Oberlin

"Wir stehen vor dem schönsten Par 3-Loch in Belek!" Die Augen von Bernd Störtebek leuchten. Soeben haben wir Loch 7 (Foto) des neuen Carya Golf Clubs erreicht.
Ich bin am Ende meiner Belek Golf- und Hoteltestreise angelangt. Der 18 Löcher-Parkland Course Carya Golf ist der vierte und letzte Platz, bevor es zurück ins kalte Hamburg geht. Bernd Störtebek ist Experte, was Golf in Belek anbelangt. Der norddeutsche Journalist begleitet mich bei Kaiserwetter (24 Grad, Sonne) auf meinen finalen Löchern an der türkischen Riveira. Der von Peter Thomson designte Carya Golf ist neben dem Montgomerie Papillon Golf Club einer der neuesten Plätze im Ort – und optisch der schönste von den vier gespielten. Bunker, gefüllt mit weißem Strandsand, sanfte Hügel und ein Flair von Heidelandschaft ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamten 18 Löcher. Der Kontrast zwischen neuen Fairways und Grüns sowie altem Baumbestand (von Zypressen bis hin zu Pinien) machen den Platz einzigartig.
Das Signature-Hole des Carya Golf Club: Loch 14, ein Par 5 (440 Meter von gelb) mit halbem Inselgrün.
Vier Plätze habe ich in Belek gespielt. Fazit: Carya Golf und der Montgomerie Papillon Golf Club waren sehr gut, Kaya und Tat Golf gut. Alle vier Kurse sind topgepflegt und absolut eine Empfehlung wert. Die Greenfees liegen zwischen 74 und 115 Euro, fallen jedoch deutlich billiger aus, wenn man ein Package bucht. Am besten bucht man sich alles komplett von Deutschland: Flug, Hotel und Golf – so kommt man meistens am günstigsten weg. Zum Beispiel über www.oegergolf.de. Tipp: Jetzt im Dezember beginnt die günstigere Nebensaison, und das Wetter ist immer noch gut.
Zwei Hotels waren ebenfalls im Test. Das Cornelia Diamond hat mir besser gefallen als das, meiner Meinung nach, zu große und überfüllte Rixos Hotel. Beides sind erstklassige 5-Sterne-Häuser und können in der Qualität mit einem deutschen 5-Sterne-Hotel mithalten. Der (Golf-)Service ist top, das Essen gut, und diverse Zimmer garantieren eine freie Sicht aufs Meer. Golf in Belek! Wer noch nicht dort war und seinen Urlaub ausschließlich mit Golf gestalten möchte, ist hier an der richtigen Adresse.
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