Charles Schwab Cup Championship – Final Round

Bernhard Langer – der junge Mann und das Mehr!

Er hat es wieder getan, zum dritten Mal insgesamt und damit seinen nächsten Rekord aufgestellt: Bernhard Langer holte sich nach 2010 und 2014 auch diesmal den Schwab Cup, die Saisonwertung der Champions Tour.

Und das hat kein anderer Profi bisher geschafft! Nicht Jack Nicklaus, nicht Arnold Palmer, nicht Tom Watson. Langer, inzwischen selbst 58, spielt bei den über 50-Jährigen in seiner ganz eigenen Liga. Ab und an ist mal einer einen Hauch besser, so wie jetzt bei der Schwab Cup Championship in Arizona. Da aber brauchte auch ein furios aufspielender Billy Andrade das Stechen, um Langer am ersten Extra-Loch zu besiegen. Der Mann aus Anhausen, der mit seiner Familie schon seit Jahrzehnten in Florida lebt, nahm es mit einem Augenzwinkern: „Mein Ziel hier war es, den Schwab Cup zu gewinnen. Das habe ich geschafft.“ Dafür musste er im Desert Mountain Club in Scottsdale vor Colin Montgomerie und Jeff Maggert bleiben, was ihm locker gelang (beide hatten am Ende zehn Schläge mehr als Langer). Der Lohn: 254.000 Dollar für den zweiten Platz und eine Million als Sonderzahlung fürs Jahr! Macht allein für 2015 ein Gesamtpreisgeld von 2.340.200 Dollar.

Damit hat Langer die Geldrangliste in seinen acht Jahren auf der Champions Tour sieben Mal gewonnen (im Jahr 2011 war er lange verletzt) – auch das ein Rekord wohl für die Ewigkeit, den höchstens er selbst noch ausbauen kann. Traut er sich das zu? Langer: „Übers kommende Jahr habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht. Es wird so sein wie immer: Ich werde versuchen, möglichst viele Turniere und Majors zu gewinnen!“

Dieser unstillbare Hunger nach mehr und die hart erarbeitete Fitness, an die auch viele seiner deutlich jüngeren Berufsollegen nicht herankommen, sind genau das, was seine Konkurrenten schreckt – oder fasziniert, je nach Blickwinkel und Gemüt. Billy Andrade fand nach seinem Sieg in Scottsdale nur lobende Worte: „Bernhard ist inzwischen 58 und noch immer der Beste, den wir haben. Er ist Mitglied in der Hall of Fame, ein richtig guter Typ und es ist mir eine Ehre, gegen ihn anzutreten. Ich kann nur sagen: Er war schon früher mein Vorbild, und ich schaue immer noch zu ihm auf.“

Nach gut einem Vierteljahrhundert, in dem ich Bernhard Langer in allen möglichen Lagen auf und nebem dem Golfplatz erlebt habe, kann ich nur sagen: Ich auch!