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Post aus St. Andrews: Viel Wind, wenig Golf

Am dritten Tag der British Open gab es nicht viel Golf zu sehen – wieder machte das Wetter den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung und forderte viel Geduld von den Zuschauern. Reporterin Ann-Kathrin Rebhan berichtet in ihrer Post aus St. Andrews von den Open Championship.

Es war ein wenig wie ein Déjá-vu, nur ohne Regen! Die ersten Flights sollten heute morgen um 7 Uhr ihre zweite Runde beenden, da sie diese gestern aufgrund von Dunkelheit nicht zu Ende spielen konnten. Doch kaum waren die verbliebenen 14 Flights draußen, wurden sie kurze Zeit später wieder ins Clubhaus geholt. Heftige Windböen mit bis zu 72 Kilometer die Stunde machten das Spielen unmöglich. Am 13. Grün rollte der Ball von Louis Oosthuizen ohne eine Berührung seines Putters auf die andere Seite des Lochs. Die Organisatoren beschlossen, das Turnier auf unbestimmte Zeit zu unterbrechen. Und diese Zeit war lang – fast stündlich wurden Zuschauer und Presse vertröstet, dass man auf weniger Wind hoffe, und das Spiel so schnell wie möglich fortsetzen möchte. Und  es sollte eine lange und harte Probe für die Fans werden: erst um 18 Uhr Ortszeit gingen die Spieler wieder auf den Platz.

British Open 2015

Kein Golf – dafür ein Nickerchen. So vertrieben sich viele Zuschauer die Zeit.

Tapfer hielten sich viele Zuschauer im „Spectator Village“ auf: Manche von ihnen machten ein Nickerchen in der Sonne, andere schlenderten durch St. Andrews. Und hier wurde wirklich jedem Golffan wahres Entertainment geboten. Nicht nur im berühmten Pub um die Ecke, dem „The Dunvegan“, sondern auch in vielen der zahlreichen Proshops, die St. Andrews zu bieten hat. Typisch schottisch stand auch an fast jeder Ecke ein Dudelsack-Spieler und sorgte für gute Stimmung.

 

 

British Open 2015

The Shop – der große Souvenir-Shop der British Open.

Viele aber zog es wohl auch in den übergroßen Souvenirshop. Handtücher, Caps, Tassen, Ballmarker – alles was das Golferherz begehrt, gab es hier zu kaufen. Und war aus diesem Grund auch schon fast ausverkauft. Wie soll man sich schließlich sonst den ganzen Tag auf dem Golfplatz beschäftigen, wenn es kein Golf zu sehen gibt? Ach ja: mit dem einen oder anderen Bier. Neben vielen Fairways des Old Course sah man kleine Grüppchen, die es sich mit einem Pitcher in der Sonne gemütlich gemacht haben. Hier in St. Andrews lebt man eben „The Spirit of Golf“ und das führt dazu, dass man sich fast wie auf einem Musikfestival fühlt: Überall stehen Menschen mit Plastikbechern in der Hand zusammen, unterhalten sich, haben Spaß. Selbst das „Best of “ der vergangenen British Open, das auf der großen Leinwand im Zuschauerbereich aufgrund fehlender Livebilder gezeigt wird, bekommt immer wieder Jubelschreie des Publikums.