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Callaway Epic Driver – Fragen und Antworten

Interview mit Alan Hocknell– Senior Vice President, Forschung und Entwicklung, Callaway

Was waren die Anfänge der Jailbreak-Technologie?

Jailbreak war von Anfang das „Baby“ unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung. In den frühen Phasen haben wir etwas beobachtet, das wir zuvor noch nie gesehen hatten. Wir haben festgestellt, dass vertikale Stäbe, die im Kopf eines Drivers eingesetzt werden, dazu führen können, dass Körper und Schlagfläche ganz anders reagieren, wenn ein Golfball auftrifft.

Das Verhalten im Treffmoment war anders als bei unseren anderen Modellen, die wir diesbezüglich getestet hatten und wir waren nicht ganz sicher, mit welchem Phänomen wir es eigentlich zu tun hatten. Allerdings verfügen wir bei Callaway über ausreichend Ressourcen und sind vor allem neugierig genug, um die Experimente fortzusetzen – größtenteils am Computer mit einem Simulationsprogramm.

Aufgrund unserer Untersuchungen sind ein paar frühe Prototypen entstanden, mit denen eine eindeutige Erhöhung der Ballgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Einhaltung der aktuellen CT-Regel nachgewiesen werden konnte.

Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse war Jailbreak (zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Bezeichnung dafür!) für uns eine potenzielle Komponente beim künftigen Driver- Design.

In der nächsten Phase ging es darum zu verstehen, wie wir diese spezielle technologische Neuerung produktionstechnisch in einen Driver-Kopf integrieren können, damit sie beim Auftreffen eines Golfballs standhält. Wir mussten außerdem berücksichtigen, wie sich diese Technologie in unsere weit fortgeschrittenen Prozesse bei der Driver-Produktion eingliedern lässt. Diese umfassten bereits Karbon, Titan und anderes. Wir standen also vor einer enormen Herausforderung.

Wann haben Sie zum ersten Mal die geballten Vorteile der Jailbreak-Technologie beobachtet?

Eins haben wir damals noch nicht verstanden – wie wir die Technologie konkret nutzbar machen können. Doch dann hatten wir ein echtes „Aha-Erlebnis“, als nämlich mit den Prototypen genau das möglich war, was die Neuro-Simulationen bereits vermuten ließen. Bis zu diesem Zeitpunkt war alles ziemlich theoretisch.

Nachdem wir mit den Tests der Prototypen begonnen hatten, stellten wir fest, dass die Versteifung von Körper und Schlagfläche die Leistung des Drivers stärker beeinflusste als ursprünglich angenommen. Aber wir wussten noch immer nicht, wie wir uns das auf effektive Weise zunutze machen können.

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GBB Epic Driver tech concept

Sind Epic Driver eine revolutionäre Innovation?

Epic steht für das beste Driver-Design, das wir bei Callaway jemals entwickelt haben. Es zeichnet sich durch eine besonders ausgefeilte Material-Mix Konstruktion mit superdünnem Titan und einem Karbonmaterial aus, das zweifellos zu den dünnsten Materialien gehört, die wir jemals verwendet haben. Unsere Epic Driver sind nicht nur konkreter Ausdruck der Erkenntnisse, die wir bei der Verlagerung des Schwerpunkts nach links und rechts und nach oben und unten gewonnen haben, sondern berücksichtigen auch die Bedeutung des

Trägheitsmoments für jeden Golfer. Bei der Entwicklung der Epic Driver hatten wir vor allem die aerodynamischen Eigenschaften im Blick.

Durch die leistungsfördernden Schlüsselkomponenten, die die neue Jailbreak-Technologie prägen, konnten wir einen großen Fortschritt erzielen – vergleichbar mit der Einführung von Face Cups bei Fairway-Hölzern, Hybrid-Schlägern und Eisen, die ein enormes Plus an Ballgeschwindigkeit ermöglicht haben.

Wer hat sich die Bezeichnung „Jailbreak“ ausgedacht?

Das war unser Innovations-Team. Einige der ersten Prototypen hatten drei vertikale Stäbe und sahen wirklich wie Gefängnisgitter aus. Aber natürlich drückt die Bezeichnung auch unser Bemühen aus, uns von einigen Design-Beschränkungen zu befreien, mit denen wir konfrontiert waren.

Wie schwierig ist es, einen Driver mit der Jailbreak-Technologie herzustellen?

Bei einem Epic Driver sind 1.041 Produktionsschritte erforderlich. Wenn man das mit dem XR 16 vergleicht, bei dem 618 Schritte erforderlich sind, lässt sich erahnen, wie komplex das Produkt tatsächlich ist.

Durch die Jailbreak-Technologie wird die Kalibrierung der Werkzeuge viel komplizierter und angesichts all der Multi-Material-Konstruktionen und unterschiedlichen Teile sind verschiedene Herausforderungen beim Zusammenspiel und beim Finish des gesamten Schlägerkopfes zu beachten.

Außerdem gibt es 368 individuelle Kontrollpunkte bei der Herstellung eines Epic Drivers, die z. B. mit der Messung der Metalldicke oder der Gewichtsprüfung oder mit einem bestimmten Aspekt des Kopfes zu tun haben. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Produktion eines Epic Drivers sehr aufwendig ist, von der Vorbereitung der Werkzeuge bis hin zum Endprodukt.

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GBB-Epic-Driver

Woher weiß ein Golfer, ob für ihn ein Epic oder ein Epic Sub Zero Driver besser geeignet ist?

Die Mehrzahl der Golfer benötigt eine Korrektur bei zu stark nach links oder rechts abweichenden Flugkurven. Bei einem der beiden Modelle steht vor allem diese Leistungsmetrik im Fokus und wir gehen davon aus, dass dieser Aspekt für die allermeisten Golfer beim Fitting ausschlaggebend ist.

Allerdings gibt es auch viele Golfer, die möglicherweise auf diese Form der Justierbarkeit nicht so viel Wert legen oder sie vielleicht auch nicht brauchen (weil sie den Ball ohnehin sauber treffen) und stattdessen mehr Unterstützung bei der Korrektur des Backspins des Golfballs benötigen. Für diese Gruppe ist das zweite Modell des Epic, der Sub Zero Driver, geeignet.

Bei den meisten Drivern geht der geringe Spin normalerweise zu Lasten einer guten Fehlerverzeihung (geringes Trägheitsmoment). Der Epic Sub Zero ist der erste Schläger überhaupt, bei dem dieses Manko nicht existiert. Das ist ein gewaltiger Leistungsvorteil. Jeder Epic Driver hat individuell unterschiedliche Leistungsmerkmale, beide Schläger sind aber gleichermaßen fehlerverzeihend – und das war bei einem Fitting-System noch nie der Fall. Beide Driver gemeinsam verfügen jetzt über Eigenschaften, die die Leistungsanforderungen einer großen Bandbreite von Golfern auf einem ganz neuen Niveau abdecken.

Ist bei einem Epic Driver unbedingt ein individuelles Fitting erforderlich?