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Schwungstudie: Kevin Na

Vom Horror Driver zum Super-Hitter. Wie Kevin Na das hinbekommen hat? Die Schwungstudie.

Kevin Na wurde vor ein paar Jahren auf der Tour mit desaströsen Abschlägen bekannt. Am Abschlag verfehlte er einige Male regelrecht den Ball. Fernsehkommentatoren nannten sein Schwung-problem sogar Driver-Yips. „Mein Schwung fühlte sich nicht komfortabel an“, sagt der 32-Jährige. Dem gebürtigen Südkoreaner war bewusst, dass er etwas ändern musste und wechselte zurück zu seinem Trainer Don Brown, bei dem er bereits als 15-Jähriger trainierte. Nach drei Jahren gemeinsamer Arbeit waren die Ergebnisse eindrucksvoll. Kevin Na gelang die Verbindung aus neuen Elementen mit über-arbeiteten alten Schwunggewohnheiten.  Don Brown sagt, dass Nas Arbeitsmoral die ausschlaggebende Wendung gebracht hat. Er war achtmal Zweitplatzierter und schaffte einen Sieg in Las Vegas 2011. Nach drei Top-3-Platzierungen Ende 2015 ist Kevin Na nun bereit für den nächsten Sieg.

Spielerprofil

Kevin Na Alter: 32 Jahre Größe/Gewicht: 1,80 m/76 kg Wohnort: Las Vegas Driver: Titleist 915D3 Ball: Titleist Pro V1x

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Solide Mitte

Im Ansprechmoment und beim Aufschwung ist Kevin Na der Inbegriff von Balance. „Auf beiden Seiten. Sein Stand ist absolut ausbalanciert“, sagt sein Trainer Don Brown. „Ich hingegen würde lieber eine etwas breitere Basis sehen.“ Don Brown rät Amateuren auf folgendes Zusammenspiel im Schwung zu achten: „Kevins Rumpf und Arme starten zusammen. Dadurch wird Festigkeit erzeugt.“

Feder aufspannen

Brown benutzt nicht den Begriff „Drehung“, um Körperbewegung zu beschreiben. Er ist der Meinung, dieser Gedanke würde bewirken, dass die rechte Schulter im Durchschwung herumdreht. „Kevin führt seine Schultern zurück und entspannt sie im Durchschwung wieder“, sagt Brown. „Sein Unterkörper ist äußerst stabil, die Knie bleiben gebeugt. Er hat seinen Rückschwung erheblich verfeinert.“

Ruhiger Aufschwung

Achten Sie einmal darauf, dass man die untere Spitze des Griffs sehen kann. Dadurch gewinnt Kevin Na mehr Kontrolle über den Schläger. „Es gibt ja schließlich auch einen Grund, dass ein Baseballschläger am Griffende einen Knauf hat“, sagt Brown. „Dadurch greift der Spieler nicht zu weit hinten“, sagt Brown. Der Schläger bleibt dadurch in der Aufschwungposition ruhig, es findet keine Bewegung im Schaft oder Schlägerkopf statt.

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Nicht dagegen sperren

Für Kevin Na ist ein freier Abschwung kein Problem mehr. „Schauen Sie einmal, wie sich seine Kopfposition im Vergleich zum vorherigen Foto verändert hat“, sagt Don Brown. Er ist leicht nach hinten geneigt,  wodurch er den Ball in einer  Aufwärtsbewegung treffen kann.“ Brown würde Nas  rechtes Knie sogar ein wenig länger hinten sehen wollen.  „Er soll seine Stabilität  mit dem Unterkörper halten.“

Hinten bleiben

Im Treffmoment ist die Schlagfläche rechtwinklig ausgerichtet. „Das ist eine der wichtigsten Grundregeln im Golf“, sagt Don Brown. „Kevin erreicht das, indem er seine Arme und den Körper synchron bewegt und sein linkes Handgelenk im Treffmoment eben ist. Um den Schwung mit dem Unterkörper zu unterstützen, gefällt es mir, dass die hintere Ferse bis zur Hälfte des Abschwungs am Boden bleibt“, sagt Brown.

Zusammenspiel

Laut Brown würden sich viele Golfer verbessern, wenn sie versuchen würden, im Abschwung erst nach der einsetzenden Körperdrehung mit den Armen zu schwingen. Kevin Na bleibt mit den Armen hinter dem Ball und zieht erst im Treffmoment nach vorne. Dadurch erhöht er seine Schwunggeschwindigkeit. Laut Brown  hält Na seine Arme im Gegensatz zu früher enger am Körper. „Seine Arme führen den Körper zum Finish – wie gemalt.“