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Schwungstudie Charley Hoffman: Kurzer Rückschwung

So ganz ohne sein ehemaliges Markenzeichen, die langen blonden Locken, ist Charley Hoffman dieser Tage vielleicht etwas schwerer zu erkennen, aber sein Schwung ist unverwechselbar geblieben: kompakt und kraftvoll. Der aus San Diego stammende, dreimalige Turniersieger auf der PGA Tour stellte seine solide Technik beim Masters im Frühling einmal mehr unter Beweis; er war dort einer von nur wenigen, die Start-Ziel-Sieger Jordan Spieth einigermaßen auf den Fersen bleiben konnten. Und Spieth stellte immerhin neue Rekorde für 36 und 54 gespielte Löcher auf. Mit 38 Jahren gehört Hoffman nicht mehr zu den Jungspunden auf der Tour. So schreibt er einen großen Teil seiner jüngsten Erfolge der Zusammenarbeit mit Greg Rose zu, einem der Gründer des Titleist Performance Institute, der nicht nur ausgebildeter Chiropraktor ist, sondern auch über ein Ingenieurdiplom verfügt. Rose berät viele Spieler auf der Tour. „Charley ist ein pflegeleichter Schüler“, sagt Greg Rose.

Und weiter: „Vor einigen Jahren verletzte er sich am rechten Knöchel schwer, daher arbeiten wir vor allem an einer effizienten Gewichtsverlagerung im Abschwung von der rechten auf die linke Seite. Wenn diese Schwungphase bei ihm stimmt, spielt er immer großartig.“ Hoffman hat während seiner Profilaufbahn noch nie die USA in einem Team-Wettkampf vertreten, aber er hofft, sich in diesem Jahr für das amerikanische Presidents Cup-Team zu qualifizieren. Team-Captain Jay Haas hat jedenfalls schon Notiz von Hoffmans starker Saisonform genommen.

„Abschussrampe“ in Position

Sein Trainer, Greg Rose, wünscht sich von Hoffman eine Ansprechposition, die nah an der Position im Impact ist: Der Kopf deutlich hinter dem Ball, Schaft vom Ziel weggelehnt. „Die erste von Charleys drei Schlüsselpositionen ist das ‚Aufladen‘ über sein rechtes Bein“, sagt Rose und fügt hinzu, dass Hoffmans Ansprechposition diese Bewegung vorbereite. „Wenn dieser Teil seines Schwungs stimmt, kommt die Länge von allein.“

Weite Schulterdrehung

Hoffmans zweite Schlüsselbewegung ist die volle Rotation mit dem Oberkörper. „Er dreht seine Schultern bis zum Top um fast 100 Grad, während seine Hüften nur 45 Grad aufdrehen“, sagt Rose. „So nimmt er enorm viel Power auf.“ Achten Sie auch darauf, wie er sein linkes Handgelenk anwinkelt (es ist also nicht in einer verlängerten Linie mit dem Unterarm), was es ihm erleichtert im Abschwung mit der Schlagfläche square an den Ball zu kommen.

Ruhiger Unterkörper

Nach der Hälfte des Rückschwungs haben sich Hoffmans Hüften noch kaum bewegt. „Sogar wenn der Schläger die Vertikale erreicht, bleibt Charleys Unterkörper sehr ruhig. In dieser Phase kreiert er Weite im Schwung“, sagt Rose. „Seine linke Ferse kann er unten am Boden halten, da er sehr flexibel ist. Bei weniger beweglichen Spielern stört es mich nicht, wenn die Ferse hier hochkommt.“