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Der Fade von Rickie Fowler

Auf der Tour werden Sie keinen Spieler finden, der den Ball nicht links wie rechts herum schlagen kann. Jede Woche finden wir auf den Tourplätzen Löcher vor, an denen ganz einfach nur eine bestimmte Flugkurve sinnvoll ist.

Klar, man kann seinen Ball auch extra kurz vor einem Dogleg vorlegen. Aber diese defensive Spielweise ist auf Dauer nicht erfolgversprechend. Die Sache ist, nicht jeder Tourspieler spielt beide Kurven gleich gut. So wie ich früher. Viele Jahre war mein Links-Rechts-Ball nichts weiter als ein üb- ler Slice. Ich habe mit dem Schlägerblatt nur so am Ball vorbeigewischt und musste beim Timing schon einen guten Tag haben, um ein vernünftiges Ergebnis herauszubekommen. Vor einem Jahr hat mir Butch Harmon dann einen richtigen Fade beigebracht. Das hat mein Spiel komplett verändert. Heute spiele ich meinen kleinen „Slider“ ständig, auch wenn das Lochdesign einmal dagegen spricht.

Anders als bei einem Slice, bei dem der Ball ganz weit links startet und dann im großen Bogen zurückkurvt, fliegt ein richtiger Fade zunächst ziemlich gerade, bevor er am Ende nach rechts abdriftet. Beim Fade bleibt der Ball auch bei starkem Wind in der Spur und er macht nach dem Auftreffen am Boden noch viele Meter mehr Länge – alles Eigenschaften, die sonst nur einem Draw nachgesagt werden. Wenn Sie zu den Rechtshändern gehören, die hauptsächlich mal am Wochenende Golf spielen, dann kennen Sie die Links-Rechts-Kurve sicherlich von Ihren Drives. Das muss sich nicht ändern. Ich zeige Ihnen hier aber einmal, wie Sie diesen Drive mit mehr Power und Konstanz spielen können: einen richtigen Fade eben.

1 Der Fade von Rickie Fowler: Flacher aufteen und nach links zielen

Der Fade von Rickie Fowler

Flacher aufteen und nach links zielen.

Für einen Fade tee ich den Ball flach auf. Das obere Ende des Driverkopfs befindet sich beim Ansprechen in etwa auf Höhe der Ballmitte. Wenn man den Ball hoch aufteet, gibt man dem Schlägerkopf automatisch den Raum, den Ball aus vielen verschiedenen Winkeln zu attackieren. Bei einem Fehler sind die Auswirkungen dann meist gravierend. Ich tee den Ball nur dann hoch auf, wenn ich einen hohen Draw oder einen langen geraden Ball schlagen will, wie man ihn an einem offenen Par 5 benötigt. Dann heißt es: zurücklehnen und durchziehen. Das niedrigere Aufteen für einen Fade hingegen hilft mir dabei, meinen Brustkorb im Treffmoment „über den Ball zu bringen“ und mich nicht zurückzulehnen. Die zweite Sache, die ich mache: Ich suche mir einen Punkt etwa drei Meter vor meinem Ball – ein Blatt oder fleckiges Stück Rasen – der sich in einer Linie zur linken Fairwaykante befindet. Ich ziele mit meiner Schlagfläche auf diesen Punkt und richte meinen Körper parallel zu dieser „linken“ Ziellinie aus. Dann konzentriere ich mich darauf, locker und aufrecht zu stehen. Ich verwende meinen normalen Griff. Die Finger sind nicht verkrampft. Und schließlich, kurz bevor ich mit dem Rückschwung beginne, öffne ich die Schlagfläche um eine Winzigkeit.