BMW PGA Championship – Day Two

Schwung von Brooks Koepka: Power pur

Brooks Koepka (24) war lange Zeit immer nur „der andere Kerl“ in dem Haus in Florida, in dem er sich ein Zimmer mit seinem Freund Peter Uihlein teilte.

Uihlein – der US Amateur-Champion von 2010 – und Rookie of the Year der European Tour 2013, war schon als Amateur in der Golfszene weltberühmt. Zum einen, weil er die Nummer 1 der Amateurweltrangliste war und so ziemlich alles gewann, was zu holen war. Zum anderen, weil er der Sohn des Chefs von Acushnet (Titleist, FootJoy) Wally Uihlein ist. Auf Empfehlung von Peter Uihlein, der schon seit 2012 sein Glück auf den europäischen Profitouren suchte, kam Brooks Koepka 2013 ebenfalls auf die andere Seite des Ozeans. Eine gute Entscheidung wie sich herausstellte. Koepka gewann innerhalb von zwei Monaten drei Turniere auf der Challenge Tour und erspielte sich damit die Tourkarte für die erste Liga.

Und für 2015 kam – dank guter Resultate in den USA – nun noch die Spielberechtigung für die US PGA Tour hinzu. „Er ist einer der besten jungen Spieler, die ich je trainieren durfte“, sagt Claude Harmon III, der den 24-Jährigen seit 2013 trainiert. „Brooks verfügt nicht nur über eine unfassbare Schnellkraft, er hat auch die perfekte Einstellung zu seinem Beruf. Wenn er schlecht gespielt hat, kommt er vom Platz und will die Fehler direkt auf der Driving Range beheben. Läuft es dann wieder, sagt er: ‚Morgen schieße ich eine richtig tiefe Runde!‘ “

Schwung von Brooks Koepka: Der Rückschwung

Schwung von Brooks Koepka

Brooks Koepka: Der Rückschwung

SCHNELL UND GERADE

Koepka ist zwar nicht ganz so lang wie ein Dustin Johnson oder Gary Woodland, doch seine Schlägerkopfgeschwindigkeit gehört zu den schnellsten auf der Tour. „Je schneller ich schwinge desto gerader fliegt der Ball“, sagt er. Seine Drives fliegen im Schnitt 293 Yards weit. „Es macht mir Spaß, gelegentlich einen Drive über 290 Meter rauszuhauen, vorbei an allen anderen.“

FADE GEFÄLLT

Koepkas stärkster Schlag ist der Power-Fade. „Wenn Brooks gut drauf ist, zielt er nach links von der Fahne und lässt den Ball dann reinkommen. Die rechte Seite nimmt er so aus dem Spiel“, sagt Harmon. Seine Schlagfläche ist an der höchsten Position zwar geschlossen, aber das ändern

wir nicht. Mein Großvater (Claude Harmon, Masters-Champion 1948) hatte beispielsweise mit der gleichen Position eine großartige Karriere.“

DIE SPIRALKRAFT MACHTS

„Brooks dreht seinen Oberkörper perfekt auf seinem Unterkörper, der ihm eine stabile Basis gibt“, so Harmon. Am höchsten Punkt des Aufschwungs liegt sein Gewicht auf der rechten Seite. Daher kommt die Kraft.“ Koepka sagt, er versuche einen etwas kürzeren Aufschwung zu machen. Wenn er überschwingt, habe er die Tendenz, die Bälle nach rechts zu schicken.