PGA Championship – Final Round

Schwung von Francesco Molinari: Präzision und Länge

Der Schwung von Francesco Molinari ist bekannt für seine Effektivität. Besonders die Präzision vom Tee sticht hervor.

Bei der Phoenix Open im Januar bewies er auf dem berühmten 16. Loch – dem Stadion-Par 3 – mit einem Ass einmal mehr, wie genau er zielen kann. Sein Trainer Denis Pugh sagt über seinen Schützling, dass dieser noch viel mehr kann, als nur einen geraden Ball zu schlagen. Molinari könne seine Drives auch richtig weit schlagen, ohne dabei Präzision einzubüßen.

„Wir haben uns seine Statistik und seine Fähigkeiten ganz genau angesehen und kamen zu dem Schluss, dass Francesco weder in Europa noch in den USA jemals zu den längsten Spielern gehören wird“, sagt Pugh und er fährt fort:. „Doch er kann definitiv der längste unter denen sein, die den Drive gerade schlagen. Da er in diesem Jahr mehr in Amerika spielen wird, wo die Tour-Plätze noch länger sind, ist genau das sein Ziel.“ Und wie wollen Molinari und Pugh dieses Ziel erreichen? „Zunächst durch die Verbesserung seiner dynamischen Balance“, sagt Pugh, der bei London lebt.

Der dreifache European Tour-Sieger Molinari arbeite vor allem an der Stärkung seiner Rumpfmuskulatur. „Dadurch kann er im Rückschwung noch mehr Kraft aufnehmen und diese dann im Impact freisetzen“, sagt Pugh. Zudem verfüge sein Schüler auch über die nötige mentale Stärke. „Francesco ist eher ein ruhiger Typ, aber lassen Sie sich nicht täuschen, er ist fest entschlossen Major-Turniere zu gewinnen“, so Denis Pugh. Mehr Länge bei gleicher Präzision könnte für dieses Vorhaben Molinaris Siegerformel sein.

Schwung von Francesco Molinari

Francesco Molinari: der Rückschwung.

Schwung von Francesco Molinari: Der Rückschwung

Kein Waggle

Die Grundlage für Francescos Präzision bildet seine Ansprechposition. Der Schaft steht vertikal, sein Kopf deutlich hinter dem Ball und das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Seiten verteilt. Anders als die meisten Spitzenspieler beginnt er den Rückschwund ohne vorheriges Wackeln mit dem Schlägerkopf. „Als junger Spieler waren Francescos Hände zu aktiv. Jetzt hält er sie sogar beim Ansprechen still“, sagt Trainer Pugh.

Großer Radius

„Auf der ersten Hälfte des Rückschwungs ist kaum Bewegung in seinem Unterkörpert“, sagt Pugh. „Das gefällt mir. Aber ich würde gerne einen größeren Radius beim Takeaway sehen, also mehr Platz zwischen linker Hand und rechter Hüfte. Das hilft dabei, Länge zu generieren.“ Auf dem dritten Foto sähe Pugh gern etwas weniger abgewinkelte Handgelenke. „Der Schaft sollte an dieser Stelle auf 11 Uhr zeigen, anstatt auf 12 Uhr“, sagt er.

Perfekter Übergang

„Ich liebe diesen weichen Richtungs- wechsel“, sagt Pugh. „Wenn er sich im Rückschwung zur höchsten Position ‚aufdreht’, bewegen sich seine Beine kaum; dann leitet er den Abschwung mit dem linken Knie und dem Unterkörper ein. Er konzentriert sich in dieser Schwungphase auf eine laterale Bewegung zum Ziel hin.“