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Schwungstudie von Danny Willett: So schwingt der Masters-Sieger 2016

Der Aufstieg vom international besten Amateur zum Top 20-Profi in der Weltrangliste bis hin zum Major-Sieger 2016. Wir zeigen Ihnen die Schwungstudie von Danny Willett, der gestern ins grüne Jackett schlüpfen durfte.

Danny Willett ist für jeden ein harter Gegner, ein echter Kämpfer. Sein Trainer Mike Walker sagt über seinen Schützling: „Danny war der beste Amateurgolfer, deshalb erwartet er viel von sich selbst. Und deswegen ist er in allem sehr zielstrebig, aber nie unfreundlich.“ 2012 (vier Jahre nach seinem Profidebüt) gewann Willett den ersten von insgesamt drei Titeln auf der Tour, bei der BMW International Open im GC Gut Lärchenhof.

Seitdem hat der Engländer sich stetig verbessert – und 2016 seinen ersten Major-Titel geholt. Der 28-Jährige konnte gestern das Masters für sich entscheiden. „Er hat den Fehler zur linken Seite (Anm.: Hook) aus seinem Spiel verbannt. Außerdem ist Danny ein viel besserer Putter geworden“, resümiert Trainer Walker, der mit seinem Schüler allerhand Übungen macht, die auch dem Normalgolfer weiterhelfen können.

Zum Beispiel das Bälle schlagen mit nur einem Arm. „Schwünge mit nur einem Arm verstärken zumeist den Fehler in der Bewegung. Dann weiß man genau, woran gearbeitet werden muss“, sagt Mike Walker.

Schwungstudie von Danny Willett

Rechte Hüfte bleibt unten

In seiner Ansprechposition bereitet Willett sich auf einen leicht aufwärts gerichteten Schlag im Treffmoment vor. Seine Ballposition ist auf Höhe der linken Schulter. „Danny bekommt immer dann Probleme, wenn er die rechte Hüfte im Rückschwung zu hoch stellt und so beide Hüften nach links vom Ziel ausgerichtet sind“, sagt Schwungcoach Mike Walker. „Die rechte Hüfte bleibt unten – das ist mit dem Driver für viele der richtige Gedanke.“

Das Anwinkeln zurückhalten

Willett winkelt seine Hand-
gelenke im Rückschwung früher an, als die meisten 
seiner Kollegen. „Wir wollen das reduzieren“, sagt Walker. 
„Ich möchte von ihm im Rückschwung generell weniger Handgelenkeinsatz und dafür einen weiter ausgestreckten rechten Arm sehen.“ Diese Ausweitung des Rückschwungs wird ihm dabei helfen, den Schläger im Durchschwung effizienter freizugeben

Ruhiger Unterkörper

Auf dem Weg zum höchsten Punkt des Rückschwungs hebt Willett seinen linken Arm für mehr Streckung noch einmal an. „Wer sich Dannys Schwung von vorne anschaut, dem fällt der linke Arm auf Schulterhöhe oder knapp darüber auf. Früher befand er sich zu diesem Zeitpunkt im Schwung deutlich darunter“, sagt Walker. „Sehen Sie sich außerdem an, wie stabil sein Unterkörper ist. Das gibt ihm immense Kraft für die Drehung.“

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Super-Lag-Action

Zu Beginn des Abschwungs erzielt Willett eine Menge Lag (der Winkel zwischen seinem linken Arm und dem Schlägerschaft). „Bei der Bewegung in Richtung Treffmoment“, erklärt Walker, „schwingt Danny seinen Schlägergriff zeitgleich nach unten und zur linken Seite. In der Schule war er gut im Speerwurf. Die Bewegung mit der rechten Hand ist hier bei seinem Golfschwung sehr ähnlich. Das hilft ihm dabei, das Schlägerblatt square an den Ball zu bringen.“

Arme festklemmen

Der Schaft lehnt im Treffmoment nach vorne, aber der Sweetspot liegt in einer Linie mit der linken Schulter. „Danny hat das Gefühl, seine Arme seien unter den Schultern festgeklemmt. Da ist kein Platz mehr für überflüssige Bewegungen“, sagt Walker. „Sein linkes Handgelenk befindet sich in perfekter Position für einen extra festen Griff und sein rechtes Handgelenk ist immer noch angewinkelt, um einer Hook-Tendenz entgegenzuwirken.“

Ein freies Finish

Es sieht bei Willett so aus, als ob er seinen Schläger während des Schlags komplett frei laufen lässt. Sehen Sie sich seine ausgestreckten Arme in dem Moment an, wenn der Schaft parallel zum Boden steht. „Diese volle Freigabe und das perfekt ausbalancierte Finish zeugen rückwirkend von einer idealen Position bei der Freigabe des Schlägers im Treffmoment“, sagt Walker. „Danny könnte sein Finish vermutlich ewig so halten.“

Inside Danny Willett:

Alter: 28 Jahre

Größe/Gewicht: 1,80 m/ 83 Kg

Wohnort: Sheffield (England)

Driver: Callaway XR

Ball: Callaway SR 3

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