Russell Henley

Besser spielen: Der Drive – Lang & Gerade

Ein ewiges Dilemma: Ist der Drive lang, ist er meistens 
ungenau. Ist er präzise, fehlt ihm die Power. Russel Henley verrät Ihnen, wie sich Präzision und Länge vereinen lassen

Stellen Sie sich vor, wie großartig es wäre, Ihren Drive 270 Meter weit in die Mitte des Fairways zu schlagen und den 
zweiten Schlag von dort spielen zu können. Nach dieser Kombination von Länge und Genauigkeit strebe ich, seit ich vor ein paar Jahren Mitglied der PGA Tour wurde. 
Die intensive Arbeit mit meinem Schwungtrainer Scott Hamilton hat schon Früchte getragen. Die Saison 2015 habe ich im „Total Driving“ – der Statistik, die Länge und Präzision verbindet – unter den Top-Ten abgeschlossen. Im Durchschnitt habe ich den Ball 272 Meter lang geschlagen und 64 Prozent der Fairways getroffen. Wie schlägt man den Ball also lang und gerade? Am wichtigsten sind Disziplin bei der Ansprechposition und Konstanz im Rückschwung. Die folgenden Tipps bringen Licht ins Dunkel.

ÜBERPRÜFEN SIE DIE BALLPOSITION

Die Ballposition beim Ansprechen war der erste Punkt, den mein Schwungcoach bei mir korrigiert hat. Der Ball lag zwei bis drei Zentimeter zu weit hinten in meinem Stand. Dieser vermeintlich kleine Fehler löste eine Kettenreaktion in meinem Schwung aus, die zu großer Streuung bei meinen Drives führte. Deshalb ist das auch mein erster Tipp für Sie: Überprüfen Sie, wo der Ball in Ihrem Stand in der Ansprechposition liegt. Er sollte so positioniert sein, dass der Schaft, wenn Sie den Impact simulieren – aus der hier abgebildeten Perspektive – im 90-Grad-Winkel zum Boden steht. Das bedeutet, der Ball sollte in einer Linie mit der linken Ferse oder auch der vorderen Schulter (links bei Rechtshändern) liegen.

BEGINNEN SIE MIT RUHIGEN HÄNDEN

Russell Henley instruction on Wednesday August 5, 2015 at Firestone Country Club in Akron, OH.

Bei meinem Rückschwung bleiben meine Hände und meine Arme passiv.

Mein Schwungcoach Sott Hamilton bezeichnet sich selbst als „Rückschwung-Lehrer“. Er vertritt die Auffassung, dass man sich, wenn die erste Hälfte des Golfschwungs funktioniert, über die zweite Hälfte keine Gedanken mehr machen muss. Ab- und Durchschwung sind Resultate des Rückschwungs; sie geschehen einfach. Hamilton brachte mir bei, den Rückschwung mit meinem Körper und nicht mit den Händen zu beginnen. Zuerst drehe ich nun die Schultern vom Ziel weg. Meine Hände und Arme bleiben dabei passiv. Für mich fühlt es sich an, als würde der Schläger durch die Schulterdrehung gerade vom Ball weg bewegt, bis der Schaft fast parallel zum Boden ist. Das ist der Beginn eines guten Schwungs.

DIE ARME HÄNGEN LASSEN

Der zweite wichtige Punkt ist die Positionierung des Schlägers am Ball. Strecken Sie die Arme auf keinen Fall zum Ball aus. Sie würden zu viel Gewicht auf Ihre Fußspitzen verlagern und nicht in der Lage sein, auf der richtigen Ebene zu schwingen. Die Arme müssen locker hängen. Stellen Sie sich eine von meiner rechten Achselhöhle gerade heruntergezogene Linie vor. Das Griffende des Schlägers sollte sich gerade eben außerhalb dieser Linie befinden. In dieser Position ist mein Körpergewicht gleichmäßig auf die Füße verteilt. Zwar spüre ich einen Hauch mehr Gewicht auf dem linken als auf dem rechten Fuß, aber auf beiden Füßen verteilt sich das Gewicht gleichmäßig über Ferse, Mitte und Spitze. Das ist die entscheidende Voraussetzung für einen ausbalancierten Schwung auf der korrekten Ebene.