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Besser spielen mit Dustin Johnson: Jetzt komme ich!

Dustin Johnson hat mit dem amerikanischen Team endlich wieder den Pott in die Staaten geholt. Hier gibt Ihnen der Amerikaner seine persönlichen vier Tipps, wie auch Sie jeden Platz leicht aussehen lassen!

Wenn ich einen Golfplatz anschaue, sehe ich niemals dessen Schwierigkeiten – ich sehe Chancen. Es stört mich nicht, wenn die Fairways schmal, das Rough hoch und die Löcher super lang sind.

Auf der Tour bekommen wir jede Woche einen harten Test. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die anderen Jungs genauso denken wie ich. Viele sehen schwere Löcher und spielen schlagartig viel defensiver, anstatt ab dem Moment erst recht auf Angriff zu setzen. Schon vor dem Aufteen ist ihre größte Sorge, wie sie ein Doppelbogey vermeiden können. Das ist falsch. Sie sollten sich an keinem Loch schon am Abschlag geschlagen geben. Ich zeige nie Respekt vor dem nächsten Schlag. Ich mache ihn einfach. Und ich zeige Ihnen, wie Sie das auch hin bekommen können.

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1.) Tee

Am Tee machen Amateure die meisten Fehler. Anstatt aggressiv zu spielen, streben Golfer eher das sichere Spiel an. Das ist okay, wenn Sie diese Herangehensweise auch ernst meinen und immer sauber schwingen. Aber sind wir ehrlich: So etwas passiert doch nie. Die meisten Golfer wechseln in den „Steuer-Modus“, wenn sie einen kniffligen Abschlag machen müssen – doch damit bekommen sie auch einen kurzen und zögernden Schwung. Das bringt sie in große Probleme.  Wenn ich zum Beispiel Gefahr laufe, meinen Drive zu versemmeln, bin ich lieber 50 Meter näher am Loch als zu kurz. Hier ist mein Tipp: Schnappen Sie sich den Driver und denken Sie an den besten Abschlag, den Sie spielen können. Nehmen Sie sich beim Rückschwung genug Zeit. Bevor Sie durchschwingen, sollten Sie sich so fühlen, als ob Sie nicht weiter ausholen können (siehe Bild unten). Damit speichern Sie extra Power und geben Ihrem Schlägerblatt mehr Zeit, sich square zum Ball auszurichten.

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2.) Fairway

Sie haben einen ordentlichen Drive geschlagen. Aber das Loch ist noch nicht vorbei. Sie sollten bei der Annäherung mit dem Eisen genauso aggressiv wie vom Tee sein. An der 18 letztes Jahr bei den US Open, einem 548 Meter langen Par 5, brauchte ich ein Birdie, um mit Jordan Spieth gleichzuziehen. Mein Drive lag gut, ich hatte noch 237 Meter bis ins Grün. Rückenwind, fester Boden: Ich packte mein 5er-Eisen aus und prügelte den Ball bis auf vier Meter an die Fahne. Wenn ich sage „prügeln“, meine ich aber nicht so wild schwingen, dass Sie Ihre Balance verlieren: Erst die stabile Basis, dann erst den Ball schlagen. Sie werden bemerken, dass mein Kopf bereits zum Ziel zeigt. Ich mache das instinktiv vor dem Treffmoment, um eine volle und freie Bewegung durch den Ball zu ermöglichen. Den Kopf unten zu lassen, würde Einbußen bei der Länge bedeuten.

 

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3.) Wedge

Manchmal muss man mit dem Wedge wie ein Ninja umgehen. Das erste, was zu tun ist: Einen Gang zurück schalten. Mein voller Schwung produziert dermaßen lange Bälle, dass ich dazu neige, die Wedges zu überschwingen. Entweder, ich schließe das Schlägerblatt zu sehr, oder ich muss abrupt abbremsen, um nicht über das Grün zu dreschen. Wenn Sie eine gute Annäherung machen wollen, müssen Sie sich zusammenreißen. Mein Trick ist simpel: Damit sich auch meine Wedge-Schläge so knackig anfühlen, wie mein voller Schwung, hole ich einfach weniger  aus (siehe unten). Fühlen Sie die hohe Spannung in Ihren Armen und widerstehen Sie dem Drang, noch weiter auszuholen. Dann lassen Sie alles gleichzeitig auf den Ball runter fallen: Hände, Arme und Schläger. Gehen Sie mutig mit dem ganzen Körper durch den Ball und bleiben Sie kompakt. Damit sollten Sie den Ball nah genug für ein Birdie an die Fahne bringen.

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4.) Grün

Wissen Sie, warum Sie so viele Putts vergeben? Weil Sie Angst haben. Sie haben doch schon so viele Putts nicht gelocht. Aber wenn der Reiter vom Pferd fällt… Genau!

Ich gehe davon aus, jeden Putt lochen zu können – ich habe kein Respekt vor den Grüns. Erst recht nicht, wenn es drauf ankommt.

Um die schwierigen Dinger ins Loch zu stopfen, müssen Sie ihrem Gefühl vertrauen. Während Sie das Grün lesen, versuchen Sie ein Gefühl für die Kraft zu bekommen, die Sie aufwenden müssen. Halten Sie Ihre Augen auf dem Loch und kümmern Sie sich nicht um Ihre Ausrichtung. Denn wenn Sie das Loch fest im Blick behalten, wird sich Ihr Körper schon von alleine ausrichten. Wenn ich mich wohl fühle, schaue ich nur kurz zurück zum Ball und putte – und zwar sehr mutig.

Das ist mein bester Ratschlag für jeden Schlag: Haben Sie keinen Respekt.

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