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Besser spielen mit Louis Oosthuizen: Easy Power

Ich war noch nie der Größte oder der Stärkste. Schon als Jugendlicher war mir klar, dass ich auf gute Grundlagen und eine effiziente Technik angewiesen sein werde, um eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit erzeugen zu können. 
Daher habe ich diesen Punkten schon immer große Aufmerksamkeit gewidmet.

Mit 1,78 Metern bei 72 Kilogramm gehöre ich auch heute noch zu den kleineren und schmalen Tourspielern, aber dennoch kann ich den Driver knapp 270 Meter im Flug schlagen und mein 7er-Eisen 165 Meter weit. Rory McIlroy schlägt den Ball sogar noch länger und er hat etwa die gleiche Größe wie ich. Schaut man sich Sportarten wie Rugby oder Basketball an, sieht man auf dem Spielfeld Kerle, die riesig und superschnell sind und Dinge machen, die man nicht einmal zu kopieren versuchen braucht. Aber Golf ist anders. Jeder Golfer kann seine Basics verbessern und mehr „easy Power“ im Schwung finden – ungezwungene Kraft, die aus einem guten Rhythmus, Stabilität und der richtigen Abfolge der Bewegungen resultiert. Mit aller Wucht, so hart wie man kann, auf den Ball einzuprügeln, ist nicht effizient. Auf den folgenden Seiten zeige ich Ihnen die Punkte, an denen ich arbeite, um meinen Schwung schnell zu machen und dabei die Balance zu halten.

Mehr Geschwindigkeit, weniger Mühe!

Viele Golfer pfuschen an ihrem Griff herum, um noch 
mehr Geschwindigkeit zu generieren. Der Griff spielt zwar 
eine wichtige Rolle, aber es ist wichtiger, dass die Arme 
zu Beginn des Schwungs entspannt sind, zentriert unter 
der Brust hängen mit den Ellenbogen nach unten zeigend. 
Aus dieser Position heraus lässt sich der rechte Arm 
in der Drehung nach hinten eng am Körper führen und Sie können ganz einfach die Handgelenke zur „Top-Position“ voll anwinkeln, anstatt sich in diese Pose krampfhaft zu zwingen. Versuchen Sie, im Rückschwung eine weite Schulterdrehung 
zu machen, die Füße ruhig zu halten und die rechte Hüfte 
hinter sich zu rotieren.

Rückschwung: Lockere Arme helfen bei der vollen Schulterdrehung.

Die Schlägerkopfgeschwindigkeit wird unten am Ball gemessen. Denn dort kommt es auf sie an. Doch viele Golfer haben auf halbem Weg runter zum Ball schon einiges an Speed verloren. Sie versuchen, den Schläger schon von der Top-Position schnell zu machen, statt dem gesamten Schwung die Zeit zu geben, seine Wirkung zu entfalten. Der Schwung sollte sich anfühlen, als würden Sie den Schläger so weit und hoch wie möglich auf die Range hinauswerfen, und nicht als hackten Sie eine Axt in den Ball. Die Hüften leiten den Abschwung ein und ziehen den Oberkörper nach sich. So kann der Schläger frei durchschwingen. Wenn Sie versuchen, den Schläger von oben mit Händen und Armen hinab zu zwingen, opfern Sie Schwunggeschwindigkeit.

Abschwung: Starten Sie mit den Hüften und ziehen Sie den Oberkörper hinterher.

Der Abschwung funktioniert eigentlich wie ein Domino-Spiel. Fällt ein Domino-Stein falsch, fällt die gesamte Reihe nicht. Viele Golfer kippen mit dem Körper zum Ziel oder drehen die Schultern zu früh nach vorne, statt die Hüften zuerst „aus dem Weg“ zu drehen. Das hat den gleichen Effekt, wie einige Domino-Steine aus der Reihe zu nehmen und damit die Kette zu unterbrechen. Stoßen Sie sich mit voll aufliegenden Füßen gegen den Boden, drehen Sie dabei die Hüften weiter Richtung Ziel und – ganz wichtig – achten Sie darauf, dass Ihr Brustkorb erst im Impact wieder square ist, also wie beim Ansprechen ausgerichtet ist.

Impact: Drücken Sie Ihr Gewicht mit voll aufliegenden Fußsohlen gegen den Boden.

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„Lass es geschehen“ ist der einzige Schwunggedanke, 
den ich habe, wenn ich meine besten Runden spiele. Ich konzentriere mich beim Spielen nicht auf meinen Körper, sondern auf das Ziel für meinen nächsten Schlag. Arbeiten Sie an den einzelnen Schwungabschnitten auf der Driving Range, Schritt für Schritt, sodass die Bewegungen auf dem Platz schließlich sitzen, ohne dass Sie darüber nachdenken.  Es mag paradox klingen, aber je mehr Sie versuchen, den Schläger bewusst in bestimmte Positionen zu bewegen, statt ihn auf die Bewegungen des Körpers reagieren zu lassen, desto langsamer und unvorher-sehbarer wird er schwingen. Und denken Sie daran: 
Richtige Power fühlt sich „easy“ an; nicht wie ein müh­samer Kampf.

Finish: Geben Sie den Schlägerkopf im Durchschwung frei. Dann kommt die Beschleunigung von ganz allein.

Inside Louis Oosthuizen

Der Südafrikaner gewann sieben Turniere auf der European Tour, darunter die British Open 2010. Das Jahr 2015 schloss er 
auf der Weltranglisten
position 17 ab.

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