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Tipps von Arnold Palmer: So jonglieren Sie mit dem Risiko

Arnold Palmer – die Legende des Golfsports – ist verstorben. Ihm zu Ehren gibt’s bei uns nochmal seine 10 besten Tipps für Ihr Turnierspiel

1.) Wägen Sie Risiko und Nutzen ab

Als ich 1960 in der Finalrunde der US Open im Cherry Hills Country Club das 1. Grün angriff, dachten die Zuschauer vermutlich, ich hätte eine heldenhafte Tat vollbracht. Ich war anderer Meinung. Die erste Bahn ist schmal, rechterhand verläuft ein Bach. Doch selbst wenn mein Ball im Wasser gelandet wäre, hätte ich das Par retten können. Die Chance auf ein Birdie oder gar Eagle schmälerte das Risiko. Das Birdie, das ich daraufhin spielte, war der Auftakt meiner 65er-Runde und meines US Open-Siegs – der als Meilenstein meine Karriere definieren sollte. Wiegen Sie Worst-case-Szenarien mit den bestmöglichen Ergebnissen ab. Sie sollten dabei ein Auge auf Ihre persönlichen Möglichkeiten haben.

2.) Überschätzen Sie nicht Ihre Leistung

Als Jack Nicklaus in den frühen 60ern das Feld betrat, erzielte er unglaubliche Weiten mit seinen Drives. Als ich mit ihm spielte, konnte ich nicht mit seinen Längen mithalten. Mein Ziel, mit Nicklaus Drives zu konkurrieren, führte bei mir nicht gerade zu berauschenden Ergebnissen – im Gegenteil. Der Versuch, alles aus einem Schwung herauszuholen, ist gut. Jede zusätzliche Anstrengung führt eher zum Desaster.

3.) Beherrschtes Putten birgt weniger Gefahren

Beim Putten geht es darum, den Ball ins Loch zu befördern. Zu Beginn meiner Karriere schob ich viele Bälle vorbei. Wenn Sie kontinuierlich zu kurz sind, setzen Sie sich dieser Gefahr regelrecht aus. Sie haben aufgehört, Ihren Putter kraftvoll nach vorne zu bewegen. Sie müssen dem Ball die Chance geben, ins Loch zu fallen.

4.) Versuchen Sie nicht, Fehler auszugleichen

Bei der US Open 1966 im The Olympic Club, gab ich meine Führung von sieben Schlägen auf den Back Nine an Billy Casper ab. Das resultierte daraus, dass Bill auf diesen Bahnen eine 32 spielte. Mit meiner Leistung war ich nicht zufrieden. Wenn es einen Schlag gibt, den ich gerne wiederholen würde, wäre es mein zweiter Schlag an der 16. Nachdem ich meinen Drive ins Rough gespielt hatte, wählte ich ein Eisen 3 für den nächsten Schlag aufs Fairway. Der Ball flog nur 70 Meter weit. Ich spielte ein Bogey und verlor die Championship gegen Bill. Die Lektion daraus: Versuchen Sie nicht, Fehler mit riskanten Aktionen zu retten.

5.) Ein flach gespielter Ball minimiert das Risiko

Noch immer kann ich mich an die Worte meines Vaters erinnern, wie ich meine Eisen spielen sollte. „Spiel den Ball auf direkter Linie zum Loch.“ Ich habe immer versucht, meine Eisen flach und gerade zu schlagen. Ohne viel Fade oder Draw – aus mehreren Gründen eine gute Spieltaktik. Zuallererst sind flache Bälle weniger windanfällig. Zum Zweiten ist der Schwung, der eine flache Flugkurve bewirkt, gewöhnlich ein bisschen fester. Zum Dritten treffen Sie den Ball dadurch solide.