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Training mit Paula Creamer: Das Kurze Spiel

Egal ob Chip, Bump-and-Run oder volles Wedge. Solheim Cup-Spielerin Paula Creamer zeigt Ihnen ihre ganz einfachen Schwungtipps und verspricht: diese werden Ihnen zu besseren Runden verhelfen!

Wenn ich Amateure bei ihren Chips, Pitches oder Bunkerschlägen beobachte oder ihnen dabei zuhöre, wie sie sich über diese Teile ihres Spiels unterhalten, dann wundere ich mich nur, wie sehr sie die Dinge verkomplizieren. Mit dem Hintergedanken habe ich mich mit meinem Coach David Whelan zusammengetan und wir formulieren hier eine Handvoll Schwungtipps für jeden Bereich des Kurzen Spiels, die Ihnen hoffentlich jeden wirren Gedanken rauben werden. Denken Sie daran: Am Ende geht es nur um das Ergebnis. Wenn Sie genügend Selbstvertrauen für diese einfachen Schläge mitbringen, dann brauchen Sie für Ihre Pars auf der Runde auch bald nicht mehr die besten Drives und Eisenschläge.

Mein „volles“ Wedge

Volle Schwünge mit den Wedges mag ich gar nicht. Der Ball lässt sich dann einfach nicht gut kontrollieren. Manchmal werden es „Flyer“, die über das Grün preschen, ein anderes Mal „Kerzen“, die viel zu kurz bleiben. Stattdessen bevorzuge ich es, einen Schläger „mehr“ zu nehmen und lieber nur einen 75-Prozent-Schwung zu machen. Den Ball spiele ich von einem Punkt knapp hinter meiner Standmitte. Das verringert die Flughöhe. Ich stehe ruhig und lasse meinen rotierenden Oberkörper den Schläger durch den Ball führen. Meine Beine bewegen sich kaum. Wenn Sie mich so beobachten, würden Sie sagen: „Die macht aber einen einfachen Schwung.“ Und das sollte auch genau Ihr Gedanke sein, wenn Sie am Ball stehen.

Mein halbes Wedge

Paula Creamer beim vollen Wedge-Schlag. Die Solheim Cup-Spielerin sagt: "Von L zu L!"

Paula Creamer beim vollen Wedge-Schlag. Die Solheim Cup-Spielerin sagt: „Von L zu L!“

Wer möchte, dass sein Ball etwas kürzer als die volle Wedge-Distanz fliegt, dem rate ich zu einer festen Bandbreite von Basis-Schwüngen und ansonsten lediglich die Variation der Schläger. Ein Wedge extra weicher zu schlagen, um Länge rauszunehmen, ist selbst für Profis schwer einzuschätzen. Stellen Sie sich einen „Von L zu L“-Schlag vor: Nehmen Sie den Schläger zurück und winkeln Sie die Handgelenke bis zu dem Punkt ab, an dem der linke Arm parallel zum Boden steht und der Schaft senkrecht gen Himmel zeigt. Arm und Schaft bilden ein L. Dann schwingen Sie durch, lösen die abgewinkelten Handgelenke auf bis zu einem Finish, in dem jetzt der rechte Arm parallel zum Boden steht und der Schaft erneut steil nach oben zeigt. Testen und notieren Sie, wie weit Sie Ihre einzelnen kurzen Eisen mit dieser Technik schlagen. Sie werden so die Bandbreite Ihrer Schläge im Kurzen Spiel vermutlich ausreichend ausweiten.

Mein Chip

Mein Trainer hat ein geniales Kurzes Spiel und er macht mit mir immer Übungen, damit auch mein Chippen konstanter wird. Ein Schlüssel für einen sauberen Ballkontakt: Der Schläger sollte immer an dergleichen Stelle im Schwung – kurz nach dem Treffmoment – den tiefsten Punkt erreichen. Um das zu gewährleisten, muss der Unterkörper relativ still gehalten werden. Wenn Ihre Beine zu aktiv sind – die Knie strecken Sie durch oder verschieben Sie zur Seite – dann verschiebt sich auch der tiefste Punkt in Ihrem Schwung. Das verringert Ihre Chance auf gute Schläge. In einer Übung, um meinen Unterkörper zu festigen, lege ich meine linke Hand auf meinen linken Oberschenkel. Die Chips spiele ich dann nur aus der rechten Hand. Dieses Gefühl versuche ich dann, mit auf die Runde zu nehmen.