Golfer performs a golf shot from the fairway.

Gut zu Fuß: Der Faktor Schuh beim Golfen

Beim Golfen geht es immer um Details. Der Schwung, der Schläger, der Ball – alles kann den entscheidenden Unterschied machen. Deswegen sollte auch der Faktor Schuh beim Golfen nicht vernachlässigt werden. Stabilität für einen festen Stand ist schließlich genauso wichtig wie Bequemlichkeit und Komfort. 

Faktor Schuh

Golfspieler müssen gezwungenermaßen gut zu Fuß sein. Je nach Länge der Golfrunde legen sie kaum weniger Kilometer zurück als ein Spieler der Fußball-Bundesliga. Es ist daher kaum überraschend, dass dem Schuhwerk auch beim Golfen eine nicht zu unterschätzende Rolle zukommt – und damit ist nicht in erster Linie der optische Eindruck gemeint, den ein modischer Schuh bei Publikum und Konkurrenz hinterlassen kann. Vielmehr hat der richtige Golfschuh verschiedenste Aspekte zu erfüllen, damit er einerseits zu einem guten Spiel und andererseits zum Wohlbefinden des Golfers beitragen kann.

Wie die naheliegenden Teile der Ausrüstung, also die Schläger, durchaus ganz individuell an den jeweiligen Spieler angepasst werden können, sollten auch die Schuhe nach den Maßgaben und Anforderungen ausgewählt werden. Das fängt bereits bei der ausreichenden Berücksichtigung der Größe an. Wobei das eigentlich schon zu kurz greift, denn die Länge des Schuhs ist in der Tat nicht der einzige Faktor – ebenso wichtig sind die Schuhweite und der Fußtyp, um die richtige Passform zu ermitteln. Denn die zurückgelegten Strecken auf dem Platz sowie die Bewegungen beim Schlagen bedeuten sehr spezielle Erfordernisse für das Schuhwerk von Golfern.

Stabilität und Belastung

Der Faktor Schuh beim Golfen

Eine komplexe Angelegenheit: Damit der Schwung optimal auf den Ball übertragen wird, ist ein fester Stand unabdingbar.

Perfekter Sitz bedeutet letztlich aber nicht, dass der Fuß im Schuh keinerlei Bewegung haben darf. Natürlich kann zu viel Spielraum zu Blasen oder im schlimmsten Fall zu wunden Stellen führen. Das macht die Wege über die Parcours zu einer unangenehm schmerzhaften Angelegenheit und beeinträchtigt damit auch die Konzentration und den Bewegungsablauf. Umgekehrt ist eine gewisse Stabilität unbedingt notwendig, denn vor allem die Seitenstabilität wirkt sich in direkter Weise auf die Schwungstabilität aus – und somit letzten Endes auf die Qualität des Ballkontakts beim Abschlag.

In dieser Hinsicht kommt es übrigens nicht allein auf die Länge oder die Form des Fußes an, hier ist auch durchaus das Körpergewicht relevant. Mehr Körpergewicht macht mehr Stabilität des Schuhs im Allgemeinen bzw. des Fußbetts im Speziellen notwendig. Gegebenenfalls können Einlagen zusätzlich unterstützend wirken. Immerhin ist der Bewegungsablauf gerade beim Abschlag eine komplexe und naturgemäß einseitige Angelegenheit.

Zu der grundsätzlichen Belastung für Füße und Gelenke können zudem technische Defizite ihr Übriges tun. Einlagen können das Risiko von Verletzungen wenigstens minimieren, im Idealfall durch Korrekturen von Fehlhaltungen sogar verhindern. So beheben die footpower-Golfschuheinlagen generell Fußfehlstellungen und sorgen damit schon für eine gewisse Entlastung von Muskeln und Gelenken. Das gilt unter anderem für die Sprung- und Kniegelenke, die von den Rotationsbewegungen bei den Abschlägen in Anspruch genommen werden.

Materialwahl

Ein großer Teil der Golfschuhe wird aus hochwertigem Leder produziert, eine ausschließliche Wahl ist das allerdings nicht. So ist der Footjoy Freestyle stattdessen aus einem synthetischen Hochleistungs-Mesh gefertigt. Dadurch kann sich der Schuh nicht nur dem Fuß ideal anpassen, sondern ist gleichzeitig flexibel genug, um auch die notwendige Bewegungsfreiheit während des Schwungs zu garantieren. Damit der feste Stand bei aller Leichtigkeit nicht zu kurz kommt, wurde die Sohle entsprechend vollständig mit Traktionselementen ausgestattet – ganz nach Vorbild des Rotaugenlaubfroschs.

Um ähnliche Effekte zu erreichen, werden Golfschuhe häufig aus sogenannten Flexzonen zusammengesetzt. Das erlaubt die Kombination aus einem festen Obermaterial bei gleichzeitiger Gewährleistung der gewünschten Flexibilität und Beweglichkeit. Wie bei fast allen sporttauglichen Schuhen achten die Hersteller bei der Auswahl der Materialien zudem auf die atmungsaktiven Eigenschaften. Gleichzeitig müssen die Golfschuhe auch den äußeren Bedingungen standhalten, weswegen sie entweder wasserabweisend oder zumindest wasserfest sind.

Spikes oder nicht Spikes?

Wichtiger als die Entscheidung zwischen wasserabweisend oder –fest ist aber möglicherweise die zwischen Spikes oder nicht. Tatsächlich stellt sich diese Frage seit einigen Jahren umso mehr, denn Schuhe mit den einst herkömmlichen Spikes haben ernsthafte Konkurrenz von Golfschuhen bekommen, die maximal mit gummierten Noppen auskommen. Hierunter fällt beispielsweise der Ecco Casual Hybrid. Der fällt schon alleine deswegen auf, weil er sich optisch eher an straßentauglichen Sneakern orientiert. Was einerseits als Alleinstellungsmerkmal verstanden werden muss, andererseits aber eben auch dem Anspruch des Herstellers an die Alltagstauglichkeit der Schuhe geschuldet ist.

Die Verantwortlichen des dänischen Herstellers argumentieren beides – die Möglichkeit, die Golfschuhe auch abseits des Golfplatzes tragen zu können und den Verzicht auf die Spikes – mit den Entwicklungen im Profibereich. Hier hatte nicht zuletzt Hall of Famer Fred Couples bewiesen, dass auch auf einem professionellen Niveau gute Leistungen ohne Spikes erzielt werden können. Da Amateurgolfer diese Leistungen selbst mit Spikes kaum erreichen werden, bleibt Ecco daher auch weiterhin bei seiner Produktpolitik und verzichtet vermehrt auf Spikes.

Anders hält es der deutsche Sportartikelhersteller PUMA mit der IGNITE Kollektion. Diese wurde unlängst erst durch verschiedene limitierte Auflagen der Titantour-Sondermodelle erweitert. Die Besohlung spielt bei diesen Sonderausgaben zwar nur eine untergeordnete Rolle, ein einziger Blick alleine reicht jedoch aus, um die dünnen Kunststoff-Spikes zu erkennen. Ansonsten zeigen die Limited Editions eher, was auch beim Golfen in puncto Farbenfreude und Hightech möglich ist. Die IGNITE Tricks-Modelle beispielsweise bringen die aus dem Bereich des Profifußballs bekannten mehrfarbigen Schuhe auf die Golfkurse. Andere Modelle punkten eher mit der DISC Technologie, dem PUMA-eigenen alternativen Schnürsystem, bei dem mittels einer Scheibe das innere Drahtsystem der Schnürung fester gezogen oder gelöst werden kann.

Abgesehen von der Frage, ob es in Anbetracht der technischen Möglichkeiten überhaupt noch eine Notwendigkeit für Spikes beim Golfen gibt, bestehen natürlich grundlegende Vor- und Nachteile. Soft Spikes zum Beispiel lassen sich durchaus unterschiedlichen Platzverhältnissen anpassen, da sie in verschiedenen Formen und Härtegraden zur Verfügung stehen. Das bedeutet einerseits eine nicht zu unterschätzende Flexibilität in Anbetracht veränderlicher äußerer Bedingungen, andererseits aber eben auch das mitunter lästige Wechseln der Spikes. Nachteilig sind mit Spikes besetzte Sohlen zudem auf einem harten Untergrund. Hier sind spikelose Schuhe deutlich bequemer und taugen außerdem auch für die zurückzulegenden Wege abseits des Platzes. Wer sich gar nicht entscheiden mag, greift zu einem Hybridmodell – die verfügen über profilierte Sohlen mit nur wenigen zusätzlichen Spikes. Alternativ bleiben auch immer noch gänzlich andere Lösungen wie beim Footjoy Freestyle.

Mode trifft Funktionalität

Dass Schuhe für sportliche Aktivitäten längst nicht mehr nur durch pure Funktionalität glänzen, sondern vielmehr auch zum modischen Statement taugen, ist weder ein Geheimnis noch eine große Neuigkeit. Neu sind allerdings die Wege, die verschiedene Hersteller in dieser Hinsicht einschlagen. Das amerikanische Unternehmen Biion zeichnet sich in dieser Hinsicht durch seine sehr eigenen Modelle aus: Die werden aus Ethylen-Vinylacetat hergestellt, was sie sehr leicht und flexibel macht. Die Materialzusammensetzung gibt schon einen Hinweis darauf, was ein genauer Blick dann endgültig bestätigt – die Ähnlichkeit der Golfschuhe zu Gummistiefeln.

An der Form allerdings ist diese Beschaffenheit kaum abzulesen, denn hier orientiert sich Biion eher an klassischen Fullbrogue- oder Budapester-Modellen, die wiederum so gar nichts gemein haben mit herkömmlichen Gummistiefeln. Das gilt auch für die farbliche Gestaltung, die von dezent bis ziemlich bunt reicht oder aus aktuellem Anlass auch mal im Comic-Stil daher kommt. Bei aller Auffälligkeit des Designs wurde aber auch die Funktionalität nicht außer Acht gelassen, die Sohle verleiht dem modebewussten Golfer daher durch bienenwabenähnliche Noppen den nötigen festen Stand.

Apropos modebewusst: In dieser Hinsicht haben die Hersteller wie Footjoy selbstverständlich auch an die weibliche Golf-Gemeinschaft gedacht und sich gleichzeitig vom Sommer inspirieren lassen. Das Ergebnis sind in diesem Fall die Modelle der enJoy-Kollektion, die einerseits durch das verwendete Soft Lite Netzgewebe besonders leicht sind – sowohl hinsichtlich des Tragegefühls als auch in Bezug auf die Pflege. Dazu kommt ein Innenfutter aus Bio-Fasern, das gerade in Anbetracht steigender Temperaturen für die sonst möglicherweise vermisste Frische an den Füßen sorgt. Abgerundet wird die Kollektion durch drei verschiedene sommerliche Farbkombinationen.

Selbstverständlich wurde auch beim Footjoy enJoy das Golfspiel selbst nicht vernachlässigt, neben dem Tragekomfort verhilft eine anatomisch geformte Sohle mit einer Kombination aus Noppen und spike-ähnlichen Fraktionselementen für den notwendigen festen Stand beim Spielen.