Die 18 Löcher des Resorts sind relativ offen

Geschichte, Grüns & Griechenland

Nein, er war nicht dabei, zum Glück! Während große Teile Griechenlands in den letzten Wochen von verheerenden Waldbränden betroffen waren, blieb der Nordwesten des Landes verschont. Und ja, er ist dabei, zum Glück, denn diese Region gehört zu den attraktivsten am Mittelmeer. Allein die Region Chalkidiki mit den Halbinseln Kassandra, Sithonia und Agion Oros, die tief in die Ägäische See vorstoßen, bieten eine Küstenlinie von mehr als 550 Kilometern Länge und atemberaubender Schönheit. Da können sie in Dubai so viel buddeln, bauen und Inseln aufschütten, wie sie wollen, an diese tatsächliche und ideelle Größe werden sie niemals heranreichen – und das ist gut so!

Schon vor mehr als 700.000 Jahren hinterließen Menschen auf dem Chalkidiki ihre Spuren; vor 6.000 Jahren errichteten sie hier die ersten Siedlungen. 1963 schließlich verliebte sich Giannis Carras, damals einer der größten Reeder Griechenlands und damit der Welt, in einen der unzähligen traumhaften Abschnitte der Halbinsel Sithonia. Das riesige Gelände, das bis weit in die Berge führt, war bald erworben, der Masterplan erstellt und das erste Golfresort Griechenlands vollendet, auch wenn es damals noch nicht so hieß und nur neun Löcher hatte.

Konstantin Karamanlis, Griechenlands langjähriger Premier-Minister, gehörte zu den ersten Gästen des Resorts, der Luxus-Villa Galini – und des Golfplatzes. Viele Promis folgten, ob mit oder ohne Schläger: Salvador Dali, Rudolf Nurejew, Joan Baez, die Rockefeller-Familie oder die Fürstenfamilie aus Monaco. Irgendwann in den 90er-Jahren aber war es vorbei mit Glanz & Gloria; das Resort hing durch, der Golfplatz verwilderte!

Mit dem Einstieg der Technical Olympic Group kam es vor ein paar Jahren zum ganz großen Schnitt. Der weltweit agierende Konzern steckte viele Mil­lionen ins gesamte Resort – und tut es noch heute. Der erste sehr sichtbare Beleg der neuen Qualität: 2003 trafen sich die mächtigsten Politiker der EUzum Gipfel; Gerhard Schröder blickt von den Fotos im Resort im­mer noch sehr staatsmännisch drein.

Golf gespielt hat unser Ex-Kanzler im Porto Carras Golf & Country Club nicht – und damit einiges verpasst. Aus der verwilderten Wiese ist ein vollwertiger und attraktiver Golfplatz geworden, wie das Foto rechts belegt. Was es außerdem zeigt: Von den zwei großen Hotels des Resorts ist es nicht mehr als ein Par 4 zum Clubhaus und dem ersten Tee; nach der Runde kann man statt unter die Dusche auch ins tiefblaue Meer steigen, das jetzt im September immer noch um die 25 Grad warm ist.

Der Golfplatz präsentiert sich dank des robusten Seashore Paspalum-Grases (es verkraftet sogar Salzwasser) in ordentlichem Grün – nach einem extrem heißen Sommer. Golf-Direktor Petros Tour­gaidis, der viele Jahre in Köln gelebt hat: „Auch die Grüns sind in einem sehr guten Zustand. Es zahlt sich aus, dass unser Team neue Maschinen eingesetzt hat.“ Übrigens: Der oberste Greenkeeper stammt ebenfalls aus Deutschland.

Die 18 Bahnen sind mit bis zu 5.915 Metern bei Par 72 (für Damen 5.174 Meter) nicht übermäßig lang und mit Slope-Werten um 130 nicht zu schwierig. Die vier Par 5-Bahnen, die zwischen 439 und 491 Meter lang sind, bieten gute Birdie-Chancen. Allerdings: Die flachen und gut platzierten Bunker verlangen eine saubere Technik, die drei Seen im Zentrum der insgesamt 77 Hektar großen Anlage eine vernünftige Strategie. Und wenn irgendwas richtig knorrig im Weg steht, dann sind es die schönen alten Olivenbäume am Rande der Fairways.

Insgesamt verspricht der Porto Carras Golf & Country Club wunderbar entspannte Runden, weil man nicht immer jemanden direkt vor oder hinter sich hat. Hier kann man manchmal sogar nachladen, wenn man mit dem ersten Hieb nicht zufrieden war.
Für die Teilnehmer des Premiere Golf Cups gilt das natürlich nicht. Der Fernsehsender lädt die Sieger seiner deutschlandweit ausgetragenen Turnierserie im Oktober für ein paar Tage nach Porto Carras ein, um sein großes Finale zu spielen.
Die Bühne ist bereitet. Sie ist die wohl schönste, in jedem Fall aber kompletteste, die man im griechischen Golf finden kann.

Detlef Hennies

Infos Porto Carras / Griechenland

Überblick: Das Porto Carras Grand Resort liegt im Nordosten Griechenlands auf der Sithonia-Halbinsel, dem „mittleren Finger“ des Chalkidiki.

Anreise: Mit verschiedenen Fluglinien (Air Berlin, TUIfly oder Lufthansa-Partner Aegean Airlines) nach Thessaloniki. Mit dem Leihwagen oder Hotel-shuttle in 90 Minuten zum Resort.

Unterkunft: Zum Grand Resort gehören die 5-Sterne-Häuser Meliton und Sithonia. Das Sithonia Thalasso & Spa Hotel wurde gerade komplett renoviert, das Meliton wird in den kommenden Wintermonaten auf den neuesten Stand gebracht. Großzügige Pool-Landschaften, Fitness-Räume, mehrere Restaurants und Bars, Ladengalerie, großes Casino. 

Golf: 18 Löcher (5.915 Meter, Par 72) direkt vor den Hoteltüren. Gras-Driving Range, zum Teil überdacht.

Andere Sportarten: Tennis, Reiten, Fußball (auf Kunstrasen-Kleinfeldern oder Rasen), Basketball, Wassersport jeder Art (Segeln, Surfen, Tauchen). 

Komplett-Angebot: Zum Beispiel  die „Jagd aufs Handicap“: Flüge mit Aegean Airlines ab/bis Düsseldorf, Stuttgart, München, Frankfurt, Transfers, 7 Übernachtungen mit Halbpension, 5 Einheiten mit Pro, 5 Greenfees (davon 3 Runden vorgabewirksam). Preis: ab 898 Euro pro Person im November.

Anbieter: Classic Golf Tours, Carl-Zeiss-Straße 3, 60388 Frankfurt. Hotline: 06109/30 99 60. Internet: www.classicgolftours.de
Weitere Infos im Internet: www.portocarras.com