Mein großer, grüner Kaktus

Der Ocean Course des Palmilla Golf Club führt mit der 3. Bahn an den tiefblauen Golf von Kalifornien hinunter. (Test

Die einzelnen Clubs im Test:

Palmilla Golf Club

Bewertung: 5 von 6 Sternen

Adresse: km 7,5 Carretera Transpeninsula, San Jose del Cabo, BCS, Mexiko
Tel: 0052/624/144-5250
www.golfbaja.com
Platz: 3×9 Löcher, je Par 72,
Mountains: 3.438 Yards (Gold) / 2.970 Yards (Weiß)
Arroyo: 3.134(G)/2.703 Y. (W)
Ocean: 3.227(G)/2.739 Y. (W)
Architekt: Jack Nicklaus
Greenfee: 160 bis 250 Dollar inklusive Cart, Wasser, Range
Fazit: Wer lang ist, kann hier richtig draufhauen. Für Shorties sind die Fairways zum Teil sehr weit entfernt. Abwechslungsreich und anspruchsvoll.
Cabo del Sol, Ocean Course

Bewertung: 6 von 6 Sternen

Adresse: km 10,3 Carretera Transpeninsula, Cabo San Lucas, BCS, Mexiko
Tel: 0052/624/145-8200
www.cabodelsol.com
Platz: 18 Löcher, Par 72, 6.741 Yards (G), 5.534 (W)
Architekt: Jack Nicklaus
Greenfee: 250 bis 350 Dollar inklusive Cart, Wasser, Range, Handtuch und Lunch
Fazit: Meisterwerk von Jack Nicklaus, das sich das allerdings horrende Greenfee im Lauf der Runde verdient.
Der Service ist perfekt, die Qualität der Grüns und Fairways dicht dran. 

Cabo del Sol, Desert Course

Bewertung: 5 von 6 Sternen

Adresse: km 10,3 Carretera Transpeninsula, Cabo San Lucas, BCS, Mexiko
Tel: 0052/624/145-8200
www.cabodelsol.com
Platz: 18 Löcher, Par 72, 5.934 Meter (G), 4.867 m (R)
Architekt: Tom Weiskopf
Greenfee: 165 bis 220 Dollar inklusive Cart, Wasser, Range, Handtuch und Lunch
Fazit: Noch ein grandioser Platz mit 5 Sternen, hinter dem Ocean, aber nur die Nr. 2 im Resort. Architekt Weiskopf hat wieder einmal mit Hingabe Kakteen und garstige Büsche ins Spiel gebracht.

Cabo Real Golf Resort

Bewertung: 5 von 6 Sternen

Adresse: km 19,5 Carretera Transpeninsula, San Jose del Cabo, BCS, Mexiko
Tel: 0052/624/144-1200
www.caboreal.com
Platz: 18 Löcher, Par 72, 6.354 Yards (B), 5.068 (R)
Eröffnung: 1989
Architekt: Trent Jones Junior
Greenfee: 145 bis 280 Dollar inklusive Cart, Wasser + Range
Fazit: Hier wird seit fast 20 Jahren gespielt, der Platz ist entsprechend eingewachsen. Drei Bahnen führen an der Küste entlang, die anderen an mehreren Hotels vorbei, die Greenfee-Rabatte gewähren.

Story
Mittendrin kommen schon die Zweifel. Wenn man bei der Zwischenlandung in den USA erst seine Fingerabdrücke lassen, dann sein Gepäck einsammeln und für den Weiterflug erneut einchecken muss, ist das schon sehr lästig. Wenn man nach 24 Stunden Gesamtreisezeit zwischen Deutschland und Baja California ins Hotelbett sinkt, ist man nur noch müde. Aber nicht lange. Denn durch die acht Stunden Zeitverschiebung ist man ohnehin bald wieder auf den Beinen. Und wenn der Blick aus dem Zimmer auf den tiefblauen Golf von Kalifornien oder einen sattgrünen Golfplatz fällt (beides zusammen gibts auch), sind Knochen und Hirn sofort wieder sprungbereit.

Das ist auch gut so, denn im Südzipfel der Baja California gibt es für Golfer so viel Gutes zu entdecken, dass jeder Tag zählt. Allein in der Region zwischen Cabo San Lucas und San Jose del Cabo sind ein knappes Dutzend Anlagen entstanden, von denen wir Ihnen die besten hier vorstellen wollen. Die unbestrittene Nr. 1, nicht nur auf der langgezogenen Halb- insel, sondern in ganz Mexiko, ist der Ocean Course im Cabo del Sol Golf Resort. Jack Nicklaus hat den Kurs angelegt und sehr früh davon gesprochen, dass es eine Granate werden könne. Der Meister sollte Recht behalten!
Vor den unzweifelhaften Genuss aber verlangen die Macher in Cabo den grausamen Griff in den Geldbeutel. 350 Dollar kostet die Runde über den Nicklaus-Kurs, was, wie der Golfplatz, ebenfalls Weltspitze darstellt. Natürlich ist im Greenfee das Elektro-Cart enthalten, ein Handtuch gibts auch, und nach neun Löchern ein paar frische Tapas an der Bar. Die sind sehr lecker, liegen aber, wenn man zu viele nimmt, schwer im Magen.

Dabei verlangt der Ocean Course alle Sinne in Höchstform. Wie sattgrüne Bänder ziehen sich die Fairways durch einen Landschaftsmix aus Wüste und Küste, aus Felsen, Büschen und Kakteen – das alles garniert mit himmelweiten Blicken auf den Golf von Kalifornien oder die Sea of Cortez, wie die Mexikaner den schlanken Streifen Meer zwischen der Baja und ihrem Festland nennen.

Die drei Schlussbahnen gehören zum Besten, was sich auch weitgereiste Golfer wünschen können. Alle Grüns hängen fast über dem Meer, alle verlangen präzise Annäherungen, weil sie sonst in irgendwelchen Bunkern, Kakteen oder am ach so nahen Strand landen. Herrlich!

Das Besondere am Cabo del Sol Resort: Dort bietet man mit dem Desert Course gleich noch einen Platz, der sich fünf GOLFmagazin-Sterne verdient hat. Gezeichnet hat ihn Tom Weiskopf, der seit seinem ultimativ guten Design in Troon North (Arizona) zu den weltweit führenden Wüstengolf-Architekten gehört. Auch in Mexiko reiht er starke Bahnen und schier endlose Bunker aneinander. Weil der Platz trotzdem alles andere als wüst aussieht, suchen die Verantwort-
lichen einen passenderen Namen.

Auch die beiden anderen Anlagen, die wir Ihnen noch kurz vorstellen, tragen berühmte Züge. Die 27 Löcher im Palmilla Golf Club stammen ebenfalls aus der Feder von Jack Nicklaus, die 18 vom Cabo Real Golf Club von Robert Trent Jones Junior. Beide nutzten die ganz lange ungestört gewachsene Landschaft mit ihren monumentalen Kakteen zu faszinierenden Golfplätzen.

Und spätestens, wenn man sich wie ein versprengter Golfer in einem echten Western-Film fühlt, hat sich auch die weiteste Anreise gelohnt. Wir jedenfalls fahren bald wieder hin und werden Ihnen von den vielen neuen Projekten, die da kommen, berichten.

Detlef Hennies