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David Duval und sein verrücktes Nonuple-Bogey

Wissen Sie, was ein Quadruple-Bogey ist? Auf einem Par 4 das Gleiche wie ein Schneemann. Eine 8, oder, um auf den Quadruple zurückzukommen, vier Schläge über Par an einer Bahn. Und wenn es dann gleich neun mehr sind? Dann heißt das Ganze Nonuple-Bogey! David Duval kennt sich aus damit!

Er, der die Open 2001 in Royal Lytham & St. Annes gewann und deshalb als Ehemaliger in Portrush geladen war, hat sich diese beiden Zungenbrecher bei der 148. Open gleich in der ersten Runde eingefangen. Vergessen wir die 8 an der fünften Bahn; so etwas kann auf einem ebenso grandiosen wie schwer zu spielenden Linksplatz immer mal passieren. Was dann an der 7 geschah, müssen wir uns allerdings einmal genauer anschauen, um den Überblick nicht zu verlieren.

David Duval und die verrückte Bahn 7

Also: Bahn 7, ein Par 5 über rund 540 Meter. Statistisch ist es am Ende des ersten Tages das achtleichteste Loch: 5,12 Schläge brauchen die 156 Spieler hier im Schnitt. Ohne Duval, das steht fest, wäre der Schnitt deutlich besser gewesen.

Sei es drum: David Duval, mit seinen 47 Jahren immer noch brauchbar lang, haut seinen ersten Abschlag ins Rough – und findet ihn nicht (mit dem Strafschlag dafür liegt er auf zwei). „DD“ setzt auch seinen zweiten Abschlag ins Unterholz – und findet ihn nicht (damit liegt er auf vier). Duval trifft mit dem dritten Versuch ebenfalls ins widerborstige Gras – und findet ihn; denkt er zumindest, wie er viel später erklären wird: „Der Marshall, der den Ball im dichten Gras gesehen hat, fragte mich, ob ich einen Titleist 2 verwende? Das tue ich. Nachdem auch ich meinte, eine 2 auf dem Ball gesehen zu haben, habe ich ihn gespielt.“ Kurz vor dem Grün kommt die Kugel zur Ruhe, und es ist einer der Caddies, dem auffällt, dass es ein anderer, also der falsche Ball ist. Duval wird zurückgeschickt zu der Stelle, an der er den falschen Ball gespielt hat… und findet seinen dritten Abschlag dort natürlich nicht. Damit liegt er auf sechs; oder vielmehr auf acht, denn fürs Spielen des falschen Balles gibt es noch einmal zwei Strafschläge dazu.

David Duval
David Duval mit seinem Caddie bei der Open in Portrush: Auf den Grüns hatte er die wenigsten Probleme.

Vier Mal auf dem siebten Abschlag

Ein Cart fährt vor, bringt Duval und seinen Caddie zum inzwischen vierten Mal auf den siebten Abschlag, auf dem sich der Nachfolge-Flight bereits eingefunden und Verblüffung eingestellt hat. Denn vorerst ist nur und noch einmal Duval dran: Drive Nummer vier sitzt endlich und einigermaßen, und nach weiteren fünf Schlägen ist die richtige Kugel endlich im Loch. Die Notiz auf der Scorekarte: 14! Oder eben das besagte Nonuple-Bogey!

David Duval: „Ob ich mich schäme? Weiß ich nicht.“

Damit nicht genug, denn Duval legt auf der Runde noch fünf Bogeys sowie einen Triple-Bogey nach und notiert am Ende eine erschütternde 91 – 20 über Par. Immerhin: Der Amerikaner sieht keinen Grund, seine schockierende Leistung schönzureden: „Wer auf die Runde geht, muss anschließend einen Score melden; ob ihm der nun passt oder nicht. Ob ich mich dafür schäme? Weiß ich nicht. Offensichtlich war ich heute der Schlechteste auf dem Platz, liege deshalb auch verdient auf den letzten Platz. Vielleicht kann ich daran ja noch etwas ändern.“

13 Schläge mehr als ein Amateur

Konnte er nicht. Nach einer 78 in der zweiten Runde kam der Amerikaner, der inzwischen hauptberuflich als TV-Analyst arbeitet und das Spiel und die Auftritte seiner Kollegen auseinandernimmt, auf insgesamt 27 über Par. Das waren immer noch 13 Schläge mehr als die des jungen Mannes, der auf Platz 155 direkt vor Duval landete. Er heißt Thomas Thurloway, kommt aus England … und ist Amateur!

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