Lampenfieber – Spielen mit Publikum

Die Pro-Am zur Porsche European Open startet heute und wir vom GOLF MAGAZIN sind mit am Start. Doch werden wir „cool“ bleiben oder Lampenfieber haben und Nerven zeigen? Seinen Lieblingssport unter Beobachtung von Zuschauern auszuüben ist schon etwas anderes, als eine Clubmeisterschaft oder einen Monatsteller zu spielen. GOLF MAGAZIN-Redakteurin Isabel von Wilcke erzählt von ihren kleinen (Golf-)Dämonen.

Wer kennt das nicht? – Da investiert man Wochen intensiver Arbeit in ein Projekt und dann steht es plötzlich vor der Türe. Die GOLF-MAGAZIN-Redaktion hat sich, gemeinsam mit der European Tour und Porsche, Nächte um die Ohren gehauen, damit Sie ein schönes Programmheft zur Porsche European Open in der Hand halten können. Nun steht der Startschuss zur Porsche European Open 2019  unmittelbar bevor. Morgen um diese Zeit läuft bereits der erste Spieltag und heute drehen die Profis im Rahmen der Pro-Am noch mal eine Einspielrunde mit Amateuren. Dabei wird  Kanonenstart in zwei Gruppen gespielt. Die erste Pro-Am-Gruppe durfte den „Early Bird“ machen und schon um 7.30 Uhr zeitgleich an allen Bahnen abschlagen – mit dabei auch Promis wie der ehemalige Handballspieler Pascal Hens, alias Pommes, oder Frühstücksfernsehen-Moderator Matthias Killing, der vergangenes Jahr auch unseren Deutschen Golf Award im Seeschlösschen Timmendorf moderiert hat.

Unser Flightpartner bei der PEO-ProAm: Troy Merritt. Hier noch bei der Northern Trust am 10.August 2019 in New Jersey. (Foto: Getty Images).

Unser Flightpartner bei der PEO-ProAm: Troy Merritt. Hier noch bei der Northern Trust am 10.August 2019 in New Jersey. (Foto: Getty Images).

Lampenfieber und Blamage?

Auch das GOLF MAGAZIN wird durch mich vertreten sein. Um 13 Uhr startet der Media Flight mit dem 33-jährigen PGA-Tour-Spieler Troy Merritt auf Tee 15. Merritt feierte 2015 seinen ersten PGA-Tour-Sieg. Heute werde ich mit dem US-Amerikaner eine Runde drehen. Eigentlich bin ich ein „alter, erfahrener Golf-Hase“, doch jetzt, da die Abschlagszeit naht, beginnt es in meinem Kopf zu rattern. Kann man sich auf dem Golfplatz blamieren? Werde ich Zuschauer gefährden, indem meine Bälle doch nicht ganz dahin fliegen, wo es eigentlich beabsichtigt war? Wird Troy Merritt irgendwann gänzlich genervt sein und sich am liebsten ins Clubhaus beamen wollen?

Golf ist schon ein sonderbarer Sport. Da gibt es diese Tagen, an denen man weiß, das schönste Hobby der Welt der Welt auszuüben, an denen die Bälle genau dort landen, wo sie sollen und dann gibt es diese anderen, rabenschwarzen Tagen, zu denen sich neben spielerischem Unvermögen auch noch Pech gesellt. Plötzlich liegt man direkt an Baumstämmen, unterhalb viel zu höher Bunkerkanten oder der Ball lippt einfach aus – nachdem er das gesamte Loch umkreist hat.

Egal, ob nun Pro-Am-Turnier, Clubmeisterschaft oder Monatsteller. Wir alle kennen die Aufregung und die eigenen Dämonen, die sich im Kopf zu Worte melden – schließlich ist Golf nicht ein Sport gegen andere, sondern nur gegen sich selbst. Vergangenes Wochenende bei der Clubmeisterschaft hatte ich auch wieder mit diesen bösen Geistern im eigenen Kopf, zu kämpfen. Um ehrlich zu sein, bin ich seit drei Jahren sportlich durch ein Tal der Tränen gegangen und habe mich kontinuierlich hochgespielt. Die Freude an diesem Sport war weg. Und dann treffe ich vor ein paar Wochen bei der Berenberg Challenge Gary Player. Wir haben nur kurz geplaudert. Aber diese herzliche Begegnung, diese charmanten Worte von einer Golflegende dieses Kalibers haben mich zutiefst bewegt. Und plötzlich konnte ich wieder Golf spielen.

Herzlich und nahbar – Gary Player bei der Berenberg Challenge in Frankfurt. (Foto: GruberImages).

Herzlich und nahbar – Gary Player bei der Berenberg Challenge in Frankfurt. (Foto: GruberImages).

Die Clubmeisterschaft in meinem Heimatclub in Hamburg-Wendlohe lief planmäßig, obwohl ich da auch wieder Nerven zeigt. Doch heute wird das ein „ganz anderer Schnack“ sein, wie man in Hamburg zu sagen pflegt. Heute wird mein gesamter Flight unter Beobachtung stehen und ich möcht emich nicht blamieren. Zuschauer werden da sein und auch Troy Merritt und andere Profis. Mal schauen, wie sich mein Nervenkostüm halten wird.

In diesem Sinne mit sportlichen Grüßen aus Green Eagle

Isabel von Wilcke