Saudi Arabien und die Sache mit Olympia

Saudi International – Previews

Heute startet zum zweiten Mal das Saudi International in Saudi Arabien. Das Teilnehmerfeld könnte für ein European Tour Event kaum elitärer sein und Phil Mickelson entschied sich nach 30 Jahren gegen einen Aufritt bei der Waste Management Phoenix Open und für einen Start im umstrittensten Turnier des Tour Kalenders.  

Die Moralkeule zu schwingen ist immer etwas schwierig. Gibt es Gründe die gegen einen Start in Saudi Arabien sprechen? Ganz sicher sogar! Aber diese gibt es auch bei überraschend vielen European Tour-Stopps über das Jahr verteilt. Wo fängt man an und vor allem wo hört man wieder auf? Gehe ich nicht nach Saudi Arabien, dann sollte man vielleicht auch die Vereinigten Arabischen Emirate meiden. Vielleicht könnte man auch über die Türkei nachdenken und wenn wir schon einmal dabei sind, dann stellt sich schnell die Frage, was ist mit China?

Brooks Koepka bei der Pressekonferenz für das Saudi International 2019.

Brooks Koepka bei der Pressekonferenz für das Saudi International 2019. (Photo by Ross Kinnaird/Getty Images)

Jeder ist käuflich

Man hört es immer wieder: Jeder hat seinen Preis. Nicht umsonst funktionieren Posts auf Social Media, die in etwa lauten „Könntest du dir vorstellen für ein Jahr ohne Handy und Fernsehen für eine Millionen Euro auf dieser Insel zu leben?“ besonders gut. Die Frage ist also, was ist der Preis der Stars? Dass diese bei jedem Event ein Appearance Fee bekommen ist kein Geheimnis und dass dies bei neuen Events besonders hoch ist verwundert kaum.

Schließlich ist es wichtig für ein neues Event, dass die Headliner auch weitere Spieler anziehen und vor allem Publicity generieren und damit das Event wiederum für Sponsoren wichtiger wird. In Saudi Arabien hat man offenbar viel Geld. Tiger Woods beispielsweise entschied sich gegen einen Auftritt in Saudi Arabien und damit gegen „rund drei Millionen“. Auch Rory McIlroy und Paul Casey haben sich gegen das Event entschieden. Phil Mickelson hingegen traf eine andere Entscheidung.

Er entschied sich zum ersten Mal in 30 Jahren gegen die zeitgleich stattfindende Waste Management Phoenix Open und für einen Ausflug nach Middle East. Nach eigenen Aussagen, weil er sich auf die Herausforderung freue und einen neuen Ort entdecken möchte. „Ich habe die Übertragung von Dustin Johnsons Sieg vor einem Jahr verfolgt und dachte mir, das sieht nach einer guten und spannenden Herausforderung aus“, gab Mickelson über ein Statement bekannt. Selbstverständlich ist er mit dieser Entscheidung nicht allein, denn das Teilnehmerfeld ist elitär für ein reguläres European Tour Event. Neben Mickelson kamen auch Bryson DeChambeau, Patrick Reed, Dustin Johnson, Brooks Koepka nach Saudi Arabien.

Auch Patrick Reed entschied sich für einen Auftritt in Saudi Arabien.

Auch Patrick Reed entschied sich für einen Auftritt in Saudi Arabien. (Photo by Ross Kinnaird/Getty Images)

Die Olympia-Frage

Vor dem Start des Events wurden sowohl Dustin Johnson, als auch der Weltranglistenerste Brooks Koepka zu einem möglichen Start bei Olympia befragt. Kurioserweise gaben beide eine ähnliche Antwort. Für sie sei Olympia nicht die oberste Priorität und mit Blick auf die Major und einem Ryder-Cup-Jahr hielten sich die US-Amerikaner eher bedeckt.

Brooks Koepka ging gar einen Schritt weiter und sagte: „Wir haben im Golf vier Major und jetzt kommt Olympia dazu und der Ryder Cup, und dann noch der FedEx Cup. Das sind einfach viele Wochen an denen wir hin und her reisen.“ Mit einer weiteren Woche in Saudi Arabien hatten allerdings beide Spieler kein Problem. Übrigens: Jena Sims, die Freundin von Brooks Koepka, war die vergangenen Wochen an der Seite ihres Partners in Abu Dhabi und Dubai. Ein Trip nach Saudi Arabien schien allerdings nicht nach ihrem Geschmack zu sein. Sie reiste zurück in die USA.

Sollten sich sowohl Koepka, als auch Johnson gegen eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen entscheiden, würde das ein umso fragwürdigeres Licht auf ihre Entscheidung in dieser Woche werfen. Denn im Gegensatz zu Saudi Arabien würden die beiden kein Geld für Tokio erhalten. Denn bei Olympia geht es bekanntlich um die Ehre.

Wie bereits eingangs erwähnt sind die Spieler rund um Mickelson nicht allein mit ihrer Entscheidung. Auch Martin Kaymer hat sich für einen Auftritt bei den Saudis entschieden. Doch es gibt sicherlich Spieler, die das Geld benötigen und Spieler, auf die das nicht zutrifft. Aber auch hier sollte sich jeder die Frage stellen: Wie viel ist genug? Und würden Sie Nein zu um die drei Millionen Dollar sagen?

Verfolgen Sie das Saudi International Leaderboard hier.