Tiger Woods sollte von Ausnahme-Regelung profitieren

Tiger Woods

 

Sollte Tiger Woods also auch für die WGC-Turniere einen Ausnahmestatus erhalten? Ich sage ja!
Bei bisher 56 WGC-Turnieren hieß der Sieger 18! mal Tiger Woods. Auf Platz zwei in der Liste der Mehrfachsieger kommt Geoff Ogilvy mit 3 Siegen vor einer Reihe von Spielern, die jeweils zweimal siegreich waren. Gegen das Argument „gleicher Bedingungen für alle“ lässt sich vor allem Eines anführen: Ohne Woods hätte ab Donnerstag kein Profigolfer die Chance, um 1.570 000 US-Dollar (zirka 1.430 000 Euro) Siegprämie zu spielen! Ohne Woods hätten sich damals nicht einmal in den sportbegeisterten USA Sponsoren gefunden und halten lassen, die bereitwillig so tief in die Tasche greifen. Woods` Konkurrenten wissen das. Wohl kaum jemand hätte ein Problem damit, ihn starten zu sehen. Die Ehrfurcht der anderen Spieler vor Woods ist auf dem Golfplatz längst nicht mehr dieselbe wie in seinen erfolgreicheren Jahren. Dennoch wird jeder von ihnen, der einigermaßen mit Verstand gesegnet ist, um eine gewisse Dankbarkeit Tiger gegenüber nicht herumkommen.
Die Mehrheit der Zuschauer – das belegen die TV-Einschaltquoten – will ihn ohnehin immer noch spielen sehen. Auch ich schalte abends lieber die Golfübertragung ein, wenn ich weiß, dass Tiger dabei ist. Diese Einstellung offenbart auch keineswegs einen übertriebenen Personenkult. Einen Sonderstatus muss man sich verdienen und das hat Tiger Woods mehr als irgendein anderer Profigolfer. Die großen Momente des WGC-Bridgestone waren meist auch die großen Momente von Woods. Unvergessen geblieben ist mir – und sicherlich vielen anderen auch – wie Tiger bei der Turnierausgabe 2000 (damals noch NEC-Invitational) in fast völliger Dunkelheit seinen Ball auf dem Schlussloch aus 152 Metern beinahe einlochte. Das darauf folgende Blitzlichtgewitter war so ein Moment für die Ewigkeit. Und davon bekomme ich nie genug.

 

 

Natürlich fällt es nach Woods diesjährigen Leistungen nicht leicht, sich vorzustellen, dass er noch um die großen Siege mitspielen kann. Doch 2015 ist nicht sein erstes schwaches Jahr. 2010 und 2011 holte er keinen einzigen Saisonsieg auf der PGA Tour. 2012 gewann er wieder dreimal und spielte über 6 Millionen Dollar ein. 2013 gewann er fünf Turniere und 8,5 Millionen Dollar; zwei dieser Titel waren WGC-Titel, der letzte beim Bridgestone Invitational. Warum sollte das nicht noch einmal gehen?!
In diesem Sinne liebe Verantwortliche der International Federation: Beim nächsten Mal lasst doch bitte die Katze aus dem Käfig!