Alfred Dunhill Links Championship & was den Mythos St. Andrews ausmacht!

Alfred Dunhill Links Championship – Previews

Die European Tour macht Station in St. Andrews. Auf jenem Old Course, der als Geburtsort des Golfspiels gilt. Zum Start der Alfred Dunhill Championship beleuchten wir den Mythos St. Andrews. Abschlagen können hier auch Hobbyspieler.

Was macht St. Andrews so berühmt?

St. Andrews ist Tradition pur. Hier wurde Golfgeschichte geschrieben, die über Jahrhunderte zurückgeht. Aus erfolgreichen Profis wurden Champions. Die Sehnsucht nach dem besonderen St. Andrews-Flair, das sich so schwer in Worte fassen lässt, eint Spieler und Fans weltweit. Wenn von Donnerstag bis Sonntag die Alfred Dunhill Championship wieder einmal auch auf dem legendären Old Course von St. Andrews ausgetragen wird, die European Tour also dort Station macht, wo das Golfspiel angeblich vor rund 600 Jahren seine Geburtsstunde erlebte, dann dürften wohl auch die McIlroys, Lowrys und Kaymers dieser Welt mit ein wenig mehr Demut als sonst über die Fairways und Grüns marschieren.

St. Andrews Old Course – nirgendwo fand die British Open öfter statt

Wann genau das Golfspiel in St. Andrews erfunden wurde, darum ranken sich Mythen. Sicher ist: Die erste British Open im Royal und Ancient Golf Club – sie hat St. Andrews auch zu dem gemacht, was es heute ist – gastierte dort erstmals 1873. Seitdem kehrte das Major-Event 28 weitere Male zurück, so häufig wie an keinen anderen Ort. 2021 wird die 150. Auflage wieder in St. Andrews ausgetragen werden. Die Siegerfotos auf der Swilican Bridge an Bahn 18 sind weltberühmt. Der Hell Bunker an der 14, ein „Höllenbunker“ also, hat Titelträume zerplatzen lassen wie Seifenblasen und ist sogar einigen Nicht-Golfern ein Begriff. St. Andrews ist das „Home of Golf“, wo Gegenwart auf viele Hundert Jahre Vergangenheit trifft.

Alfred Dunhill Links Championship am Wochenende!

Von heute bis Sonntag finden auf besagten Links-Plätzen die Alfred Dunhill Links Championship statt. Gespielt wird auf dem Old Course St. Andrews, Carnoustie und Kingsbarns. Doch nicht nur der Fakt, dass auf gleich drei Plätzen an vier Tagen gespielt wird, macht das Event so besonders. Vielmehr ist es der Pro-Am Modus, was das Turnier zu einem der renommiertesten der European Tour macht. So sind auch in diesem Jahr wieder viele prominente Amateurgolfer mit am Start, die in Teams (Pro und Amateur) gegeneinander antreten. Unter anderem Justin Timberlake, der wie immer als Double-Justin-Team mit Justin Rose spielte, aktuell Nummer 4 der Welt. Andere Pros wie FedEx-Cup Gewinner Rory McIlroy oder Martin Kaymer nutzen das Event für eine Familienzusammenkunft, der Nordire wird mit seinem Vater Gerry im „Home of Golf“ aufteen, Martin Kaymer ist mit Papa Horst am Tee.  John Rahm spielt mit Luis Figo usw. Wer das Event live mitverfolgt, wird also nicht nur die besten Pros auf unserem Planeten abschlagen sehen, sondern auch mit die bekanntesten Persönlichkeiten der Welt live erleben.

 

Grundsätzlich immer mit dabei, wenn irgendwo öffentlich Golf gespielt wird: Filmlegende Bill Murray.

Nach drei Runden folgt dann ein Cut. Die führenden Pros qualifizieren sich für die Finalrunde in St Andrews. Hinzu kommen die führenden zwanzig Teams, unabhängig davon, ob die Professionals der Teams den individuellen Cut geschafft haben (Quelle: Wiki). Das Pro-Am ist bereits in vollem Gange. Martin Kaymer ist der einzige Deutsche im Teilnehmerfeld. Das Live-Leaderboard findet ihr wie immer auf der offiziellen European Tour-Seite.

Die Highlights aus 2018!

Wie viele Plätze gehören neben dem Old Course zur Anlage von St. Andrews?

Der Old Course ist das Mekka der Golfer, das Highlight von St. Andrews. Daneben gibt es allerdings sechs weitere, ebenfalls außergewöhnliche Kurse: The Castle Course; New Course; Jubilee Course; Eden Course; Strathtyrum Course; Balgove Course. Wer hier spielen möchte, kann zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen und zum Beispiel den Old Course mit einem weiteren Platz kombinieren.

Einmal selbst auf dem Old Course von St. Andrews abschlagen – geht das?

Ja, St. Andrews ermöglicht auch Hobbyspielern das echte „Home of Golf“-Erlebnis. Für Herren wird ein Handicap von 24 vorausgesetzt, Damen dürfen ab Handicap 36 abschlagen. Mehr als 40.000 Runden werden pro Jahr auf dem Old Course gespielt, der Platz ist nahezu täglich ausgebucht – nur Sonntag ist Ruhetag! Wer den Mythos St. Andrews selbst erleben möchte, dem bieten sich verschiedene Möglichkeiten: Über die Website des Clubs können Startzeiten schriftlich beantragt werden.

Fast jeder spielt mit Caddie

Für 2020 sind allerdings bereits jetzt alle langfristigen Zeitfenster ausgebucht. Eine Runde auf dem Old Course kostet bis zu 190 Pfund pro Person (ca. 215 Euro), in Kombination mit einem der weiteren Kurse sogar bis zu 340 Pfund (ca. 384 Euro). Einen Caddie leistet man sich hier obligatorisch (55 Pfund, ca. 62 Euro). Wer spontan ist, kann sich über eine Lotterie bewerben und erhält mit Glück eine Startzeit zwei Tage später. Wenn das nicht klappt, bleibt das Warten im Clubhaus: Es soll tatsächlich Spieler geben, die ihre Chance auf den Old Course sausen lassen – dann werden Flights ergänzt.

St. Andrews Old Course

Lucas Bjerregaard triumphierte 2018 bei der Alfred Dunhill Championship (Getty Images).

Welche legendären Momente haben St. Andrews geprägt?

St. Andrews ist gemacht für dramatische Golfmomente. Die zwei Open-Siege von Jack Nicklaus (1970 und 1978), der unvergessene Zweikampf von Greg Norman und Nick Faldo 1990. Der legendäre Triumph von John Daly fünf Jahre später, als er den Italiener Constantino Rocca in einem Play-off bezwang. Oder der Open-Auftritt von Tiger Woods 2000, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, als er keinen einzigen Ball in einem der 112 Bunker des Old Course versenkte.
Zehn große St. Andrews-Momente gibt’s hier im Video.

Haben Sie schon die Oktober-Ausgabe von GOLF MAGAZIN? Einen Blick ins Heft werfen können Sie hier!