DGV äußert Unverständnis über Regierungsentscheid

DGV-Praesident Kobold

Die Beratungen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Ländern über Maßnahmen zur Lockerung des Lockdowns war von vielen Golfern mit Spannung erwartet worden. Doch entgegen vieler Erwartungen gibt es weiterhin keine Ausnahmegenehmung für Golfer. Der DGV äußert darüber sein Unverständnis. 

Nachdem die strickten Regelungen zur Schließung aller privaten und öffentlichen Sportstätten auch vom Deutschen Golf Verband zunächst klaglos akzeptiert wurden, werden die kritischen Stimmen nun deutlich lauter! Nach der Bekanntgabe der Maßnahmen zur Lockerung des Lockdowns zeigen sich viele Branchen enttäuscht. Auch der Deutscher Golf Verband sieht weiteren Handlungsbedarf

Unverständnis und große Enttäuschung

„Mit Unverständnis und großer Enttäuschung nehmen wir wahr, dass das Verbot des Sportbetriebs auf Sportstätten jedenfalls bis Anfang Mai fortgeschrieben wurde“, sagt Claus M. Kobold, Präsident des Deutschen Golf Verbandes (DGV) als Reaktion auf die gestrige Verlautbarung der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder.

„Unsere Solidarität, als eine der größten olympischen Sportarten in Deutschland und millionenfach ausgeübte Freizeitbeschäftigung zur Unterstützung des überragend wichtigen Gesundheitsschutzes war in den ersten Wochen bedingungslos. Bei Schaffung der ersten Verbotsregelungen ging damals sicher noch Schnelligkeit vor Passgenauigkeit. Jedoch wenn Zeit zum sorgfältigen Prüfen besteht, wie es jetzt der Fall war, und wenn konkrete inhaltliche Empfehlungen des Deutschen Olympischen Sportbundes, von Landessportbünden, Sportfachverbänden, darunter des Deutschen Golf Verbandes, vorliegen, wie zumindest der Individualsport im Freien mit strengen Schutzregeln wieder zugelassen werden kann, dann fehlt uns das Verständnis“, bezieht Kobold eindeutig Position.

Mit noch größerer Deutlichkeit wird der DGV weiterhin darauf drängen, dass gerade Golf, begleitet von sachgerechten Schutzregelungen, wieder schnellstmöglich zulässig sein muss. Dabei spielt eine besondere Rolle, dass Sportstätte nicht gleich Sportstätte ist. Golf unterscheidet sich, jedenfalls wenn von Freizeitsportlern ausgeübt, nicht vom längst zulässigen Spaziergang in den Parks oder der freien Natur. Golfplätze sind weitläufigen Parkgeländen direkt vergleichbar und Golfspieler üben ihren Sport zumeist viele Meter voneinander entfernt einzeln aus. Besser noch: Gegenüber dem Parkspaziergang kann eine Golfanlagenleitung sogar die Einhaltung von Kontaktsperr-Beschränkungen und Richtlinien des Verbandes aktiv überprüfen und die Befolgung sicherstellen.

„Wir prüfen derzeit alle Maßnahmen, um Golf, vergleichbar den Regelungen verschiedener Nachbarstaaten, wieder zu beleben“, stellt sich der DGV-Präsident vor die dem DGV angeschlossenen Golfanlagen sowie vor die geschätzten 1,8 Millionen Freizeitgolfer in Deutschland.

  1. Rechtsanwalt Michael Gottschalk

    Bitte lassen Sie eine einstweilige Anordnung bei den zuständigen Verwaltungsgerichten beantragen, mit der die Öffnung der Golfanlagen , ggf. unter Bedingungen, wie “ maximal 2 Spieler pro flight“, erreicht wird. Im Golfsport gibt es keine Kontaktgefahren, wie sie in vielen anderen Sportarten durch das Erfordernis von Zweikämpfen , zwangsläufig entstehen können. Allein dieser Gedanke war ausschlaggebend für die Schließung von Sportstätten, wobei die Besonderheiten des Golfsports nicht erkannt wurden. Das verfassungsrechtliche Übermassverbot ist verletzt , der Grundrechtseingriff damit rechtswidrig.

    Beste Grüsse
    Rechtsanwalt Michael Gottschalk
    Heinsberg ○ Würselen
    GC Haus Kambach Eschweiler

  2. Arno J. Rupf

    Im Gegensatz zum Spaziergang auch kein „Gegenverkehr“ und kaum Unfallgefahr wie bei den Fahrradfahrern und insbesondere den Mountainbikern. Vorne und hinten 200 m Abstand, seitlich bei weitem auch genügend.
    Der Entscheid entbehrt jeglicher Logik. Man kann ja Garderobe und Restaurant noch geschlossen halten. Des weiteren sind – bei einem Durchschnittsalter von über 60 in den meisten Clubs – wenigstens die besonders Gefährdeten Alten weg vom Einkaufen bei Aldi, Lidl, Rewe und Co. Wer geht schon Einkaufen, wenn er Golfen kann!

  3. Guido Luetzkendorf

    Wenn ich mir den Vorschlag des Rechtsanwalts Gottschalk anschaue, frage ich mich, warum die Rechtsanwälte des DGVs nicht auch auf diese Fragestellung und Vorgehensweise gekommen sind. In Tschechien und Österreich geht es ja auch, dass ein Golfbetrieb möglich ist. Ob man es zwingend auf zwei Personen begrenzen muss sehe ich hier nicht gegeben. Hier sollte man sich an die Vorgaben des Staates halten in Bezug auf „Familienmitgliedern lebend im gleichem Haushalt“. Des Weiteren wundere ich mich immer wieder warum der DGV noch keinen Aufstand probte nachdem der Fußballbund Training unter Auflagen erlaubte und die Politik dieses duldete. Vielleicht bewegt sich ja jetzt etwas.

    • Marianne Gichtbrock

      Ich schliesse mich der Meinung von Guido Luetzkendorf und Michael Gottschalk an. Es ist beschämend für den DGV, er sollte einen Aufstand proben.

  4. Dieter Dunse

    Dieter Dunse am 18.4.2020
    Wie blöde ist das eigentlich ? Wenn man jetzt dann im LIDL oder ALDI usw. einkaufen geht und die Menschen gehen an „JEDEM“ Kunden ganz dich vorbei, ohne Abstand was ja auch logisch ist,- und das wird genehmigt ! Zudem verkaufen die Läden reihenweise Kleidung, besser gesagt Klamotten, die wenn sie nicht passen, unkompliziert zurück gegeben werden können, obwohl sie diese schon anprobiert, -also getragen haben !Der nächste Kunde kauft dann das wieder ! TOLL !
    Wer keine Ahnung von einer Sache hat, sollte sich beraten lassen. Aber Politiker sind ja schon
    „immer“ beratungsresistent und hören nicht zu, bzw. quasseln immer die gleiche Laier, wenn man sie fragt.
    Es ist traurig, das sogar studierte Menschen nicht verstehen, wie ein Golf-Sport für die Gesundheit wichtig ist und jeden fit hält, wenn er ABSTAND hält !

  5. Oneputt

    Abgesehen davon dass die allerwenigsten Politikerinnen wissen, wie eine Golfrunde abläuft, wollen sie sich eventuell auch nicht nachsagen lassen, dass die GolfspielerInnen (sind ja für Herrn und Frau XY eh alles NobelärztInnen, Millionäre, Wirtschaftsmagnaten, etc…die sich’s richten können) Privilegien für sich und ihren Sport durchgesetzt haben!

  6. Roswitha Kammerl

    Da gebe ich Oneputt recht. Es ist eine Neid-Entscheidung. Golfen ist ja schließlich eine Luxusbeschäftigung für die „Großkopferten“ und die sollen bitteschön genauso unter den Einschränkungen leiden, wie vermeintlich alle anderen. Basta! Schade, dass das so in den Köpfen unserer Mitbürger und Politiker tief eingekrustet ist. Wir werden deshalb noch eine Zeitlang warten müssen.

  7. Gerda N.

    In Dänemark darf wieder gespielt werden: Erst 2er Flihgt jetzt auch 4er. Die Trainingseinheiten sind nur dem Pro und seine Schüler vorbehalten . Es gibt Desinfektionsmittel am Abschlag. Was sonst noch anders ist, kann ich noch nicht sagen, da wir aus Deutschland, die dort im Club spielen, nicht einreisen dürfe. Geplant ist bis zum 04.05. doch keiner weiß was genaues. So bleibt die Hoffnung, bals wieder starten zu können, da ab 15.05 die ersten Turniere beginnen- ohne Trainingsrunden.


Schreibe einen neuen Kommentar