Die Sensation ist perfekt: Tiger Woods gewinnt das Masters 2019

The Masters – Final Round

Elf Jahre, zahlreiche Verletzungen und unfassbare Schlagzeilen hat es gedauert, ehe Tiger Woods wieder ganz oben stehen durfte bei einem Major. Sein Sieg beim Masters 2019 ist vielleicht das größte sportliche Comeback der Geschichte.  

Es deutete sich bereits frühzeitig an. Am Ende sollten die Millionen Tiger-Fans dieser Welt nicht enttäuscht werden: Tiger Woods ist der Masters Champion 2019 mit -13 Schlägen unter Par! Er ist damit der erst zweite Spieler, der in drei Dekaden ein Major gewinnen konnte (Jack Nicklaus ist der andere Spieler, dem dies gelang). Francesco Molinari, der lange Zeit richtig gutes Golf spielte, musste sich am Ende gegen Woods geschlagen geben. Das berühmt-berüchtigte zwölfte Loch bewies sich einmal mehr als Entscheidungsloch.

Neuer Rekord für Francesco Molinari

Der Italiener hatte sich im Vorfeld des Finaltags eine Führung von zwei Schlägen erarbeitet. Doch es war von Anfang an klar, dass er sich darauf nicht ausruhen durfte. Besonders Xander Schauffele und Brooks Koepka und Patrick Cantley machten früh klar, dass auch sie noch nicht aus der Liste der möglichen Sieger gestrichen werden sollten.

49 Löcher ohne ein Bogey. Das ist ein Rekord im Augusta National Golf Club für Francesco Molinari.  (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Doch Molinari bewerte sich seinen Ruf eines Weltklasse-Putters und sicherte sich ein ums andere Mal das Par. Insgesamt 49 Löcher ohne auch nur ein Bogey schaffte Molinari. Ein Augusta-Rekord! An der sechsten Bahn schaffte Molinari, nach einem zu langen Abschlag noch ein wichtiges Par, ehe er am darauffolgenden Loch den ersten Schlag abgeben musste. Der Abschlag landete links in den Wäldern und von dort aus konnte Molinari das Par nicht mehr retten. Indes spielte Tiger das Birdie und schloss die Lücke zur Führung auf bis zu einem Schlag.

Tiger vs. Molinari die Zweite

Ein Déjà-vue der besonderen Art sollte die Finalrunde des 83. Masters werden. Bereits bei der Open vor einem Jahr in Carnoustie spielten Tiger und Molinari gegen einander um den Sieg. Bekanntermaßen bewies Molinari auf europäischem Boden die Nerven und sicherte sich seinen erstem Major-Titel.

Beim erneuten Match gegen Francesco Molinari, sollte Tiger Woods die Nase vorne haben. Er sicherte sich seinen 15. Major-Titel (Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Doch Tiger Woods sollte seine Chance auf die Revanche bekommen. Auf heimischem Boden. Woods spielte bei weitem nicht sein aller bestes Golf am Finaltag, allerdings bewies Tiger einmal mehr, dass es in Augusta darauf ankommt, auch die scheinbar unmöglichsten Schläge im Repertoire zu haben, die Augusta manchmal von einem Spieler fordert.

Die Erfahrung machts

Allein 82 Turnier-Runden seit seinem ersten Start beim Masters 1995 sollten Woods am Ende die nötige Erfahrung geben, um gegen den sehr konstanten Molinari den Unterschied zu machen. Denn auf keinem anderen Platz dieser Welt ist es so wichtig, jeden Zentimeter, ja gar jeden Millimeter des riesigen Terrains auswendig zu kennen und sich gleichzeitig auf sein Gefühl verlassen zu können, wie im Augusta National. Der beste Beweis: der Amen Corner.

Es sollte nicht das erste Mal sein, dass die 12. Bahn, ein Par 3, eine wichtige Entscheidungsrolle spielen sollte, doch 2019 wird für alle Zeit im Gedächtnis der Golffans bleiben. Francesco Molinari machte den größten Fehler des Wochenendes und ließ seinen Abschlag zu kurz. Er rollte zurück ins Wasser. Tiger Woods hingegen spielte routiniert einen sicheren Abschlag über den Bunker und in die Mitte des Grüns.

Mit viel Erfahrung setzte sich Tiger Woods gegen die deutlich jüngere Konkurrenz durch. (Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Eine Entscheidung die ihm, im Anbetracht des Wasserballs von Molinari und Finau, seinen 15. Major-Titel greifbarer machte, als je zuvor. Das Doppelbogey für Molinari und ein Par von Woods, bedeutete zum ersten Mal die geteilte Führung für Woods. Ab diesem Zeitpunkt ließ Tiger Woods sich nicht mehr abschütteln und setzte sich schließlich gegen ein dichtes Leaderboard durch. Xander Schauffele, der Rookie of the Year 2017, versuchte sich zwar noch einmal in Position zu bringen, schaffte es aber ebenso wenig wie Jason Day, Dustin Johnson, Molinari und Tony Finau.

Tony Finau, der einst in der Garage seiner Eltern trainierte, weil diese das Geld für die Driving-Range-Fees nicht aufbringen konnte, bewies indes, dass auch er nur wenige Schritte von einem Major-Durchbruch ist. Am Ende sollten aber auch seine Nerven der Erfahrung von Tiger Woods nicht trotzen können. Ein geteilten dritten Rang, dürften Finau, nach seinem zweiten Rang 2018, allerdings weiter Selbstvertrauen verleihen. Erfahrungen wie bei einem Masters im Leaderflight mit Tiger Woods zu sein, können einen Spieler formen, wie kaum eine andere.

Auguste bricht Francesco Molinaris Nervenstärke

Nach seinem Sieg bei der Open in Carnoustie 2018 galt Francesco Molinari als einer der nervenstärksten Spieler überhaupt. Eine Eigenschaft derer er auch beim Ryder Cup in Paris aller Ehre machte. Aber Augusta National und der Finalsonntag mit Tiger Woods sollten eine Nummer zu groß für Molinari sein. Von Anfang an schien der Italiener nervös, musste immer wieder lange Putts lochen um sein Ergebnis von -13 Schlägen halten zu können. Am Ende war es der Amen Corner, der ihm das Genick brach. Das Doppelbogey an Bahn 12 startete eine Abwärtsspirale, die ihren Höhepunkt an der 15. Bahn fand. Gleich zwei Fehlschläge, darunter ein erneuter Wasserball, nahmen ihn letztlich raus aus dem Rennen um das Grüne Jackett.

Bryson DeChambeau macht sein erste Hole-in-One

Noch im Vorfeld des Masters, beim Par-3 Turnier, gelang Bryson DeChambeau beinahe ein Hole-in-One. In der Pressekonferenz nach dem Event gab der Golf-Professor zu, dass es sein erste Hole-in-One gewesen wäre. So schön DeChambeau dieses Szenario gefunden hätte, umso besser war sein tatsächlich erste Hole-in-One, welches er an der 16. Bahn am Finaltag spielen sollte. Bryson DeChambeau made his FIRST career ace on Sunday morning at Augusta.

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Auch Justin Thomas sollte sich in die Reihe der Spieler einreihen, die an der 16. Bahn direkt einlochten.

Versöhnliche Schlussrunde für Martin Kaymer

Nach eher durchwachsenen Runden von Martin Kaymer, schaffte der Deutsche in der Finalrunde seine erste unter Par Runde der Woche. Kaymer startete auf den hinteren neun Bahnen und mit Birdies an den Löchern 13, 15  und 2 bei zwei Bogeys, beendete er das 83. Masters bei insgesamt zwei über Par.

Bernhard Langer zollte am Ende den anstrengen Runden seinen Tribut. Er beendete das Turnier bei sieben Schlägen über Par (Photo by David Cannon/Getty Images)

Bernhard Langer musste am Ende den anstrengenden Runden der Vortage seinen Tribut zollen. Eine Abschlussrunde von sechs über Par warfen den 61-Jährigen auf insgesamt acht Schläge über Par zurück.

Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier