Finale US Masters: McIlroy VS. Reed!

2016 Ryder Cup – Singles Matches

Die Finalrunde beim Masters 2018 ist eine Neuauflage des Ryder Cup Single Matches zwischen Patrick Reed und Rory McIlroy. Im Matchplay 2016 in Hazeltine konnte der Amerikaner siegen. Wer wird diesmal die Nase vorn haben?

Patrick Reed oder Rory McIlroy, das fragt sich nun die Golfwelt im Hinblick auf die letzte Gruppe morgen beim großen Masters-Finale. Die Rivalen vom Ryder Cup 2016 liegen nach drei Runden drei Schläge auseinander und werden am Masters-Sonntag den Schlussflight im ersten Majorturnier des Jahres präsentieren. Auch wenn es verlockend ist, sein Geld auf einen der Beiden zu setzen, sollte man die acht Spieler hinter den Zwei nicht zu früh abschreiben, im Gegenteil, warnte Rory McIlroy heut rechtzeitig im Interview nach seiner astreinen 65er-Runde. „Ich denke nicht, dass es nur ein Kampf zwischen uns beiden geben wird, es sind so viele Spieler, die noch das Turnier gewinnen können.“ Und da hat er Recht, die Plätze 3-10 sind mit das Beste, was die PGA Tour derzeit zu bieten hat.

Rang 3

Rickie Fowler liegt nur fünf Schläge auf die Spitze zurück, spielte heute neben Rory ebenfalls eine sagenhafte 65.

Rang 4

Auf Rang 4 folgt der Spanier Jon Rahm, der ebenfalls eine 65 ins Clubhaus brachte.

Rang 5

Henrik Stenson spielte gemeinsam mit Rory McIlroy zusammen. Auch wenn der Schwede kaum einen wichtigen Putt lochte, liegt er aktuell auf Rang 5 und damit immer noch in aussichtsreicher Position, sein erstes Masters zu gewinnen:

Rang 6

Der dritte Spieler, dem heut neben Rory McIlroy und Rickie Fowler eine 65 gelang, heißt Tommy Fleetwood. Der Engländer überzeugte mit 5 Birdies hintereinander und lauert zusammen mit Bubba Watson und Marc Leishman auf Position 6 des Leaderboards mit aktuell 6 Schlägen unter Par.

Rang 9

Justin Thomas (Runde 3: 70) und Jordan Spieth (Runde 3: 71) – beide -5 – sind die letzen in Lauerstellung auf das grüne Jacket.

Ein schlechter Schlag…

Doch wer das Masters kennt, der weiß, ein schlechtes Loch und alles ist wieder offen. Das lehrte uns der erste Tag , als wir zusehen mussten, wie Sergio Garcia an Loch 15 13 Schläge kassierte und sich als Titelverteiger nach nur zwei Runden vom Turnier verabschiedete. Es bleibt also spannend!

McIlroy: Das Glück ist mit den Tüchtigen

McIlroy selbst spielte eine sehr gute dritte Runde – es war alles dabei, Birdies, ein Eagle, Up-n-Downs, Chip-ins und ein wenig Glück. Letzteres hofft die ehemalige Nummer 1 heute nicht überstrapaziert zu haben. „Ich hoffe, ich habe heute nicht zu viel von meinem Glück verbraucht“, sagte er nach der Runde im Interview schmunzelnd. In der Tat war etwas Glück dabei. An der 8 hämmerte er sein Chip an die Fahne ins Loch zum Eagle (sonst wäre der Ball wohl vom Grün gerollt) und an Loch 13 rettet er das Par aus den Azaleen. Doch wie sagt man so schön, das Glück ist mit den Tüchtigen.

„Aller Druck lastet nun auf Patrick“

Als ich heute die Runde mit McIlroy und Stenson ging, merkte man schnell, die Scores werden heute besser. Es hatte geregnet und der Platz spielte sich für alle etwas leichter als gestern, wo die Jungs bei windigen Bedingungen nahezu spiegelglatte Grüns attackieren mussten.

McIlroy startete stark, die ersten 9 Löcher beendete er mit fünf Schlägen unter Par, er blieb die gesamten 18 Bahnen bogeyfrei. Die Zuschauer bejubelten jeden Schlag des Europäers, das durfte ich hautnah miterleben. Es gibt wohl kaum ein Spieler außerhalb der USA, der hier so bekannt ist und gleichzeitig so bewundert wird. Ein paar Amerikaner fragten mich auf der Runde, wer denn sein Spielpartner sei. Henrik Stenson entgegnete ich den Ignoranten, British Open Sieger! Während der Schwede leider kaum einen wichtigen Putt lochte, krönte Rory McIlroy mit einem Birdie an der 18 eine sensationelle Runde.

Entsprechend selbstbewusst geht der Longhitter morgen in die Finalrunde: „Aller Druck lastet nun auf Patrick, er absolvierte hier in Augusta State das College, entsprechend hat er eine Menge Fans hier. Ich hoffe, ich kann ihm den Spaß verderben.“ Reed konterte prompt und antwortete im Interview nach seiner Runde: „Ich führe, das stimmt, aber für ihn geht es um den Grand Slam.“

Recht hat der Amerikaner. Für Reed selbst wäre es der erste Majortriumph, aber für McIlroy nicht nur der erste Masters Sieg – nachdem er 2011 nach einer Führung von vier Schlägen mit einer 80er-Schlussrunde den Sieg fahrlässig verschenkt hatte – sondern viel mehr der noch fehlende Majortriumph zum großen Major Grand Slam, dem Gewinn aller vier Majorturniere, auch wenn er sich das noch nicht auszusprechen traute. „Für ihn geht es um den ersten Majorsieg, für mich selbst…um etwas anderes.“ Der Nordire pausierte kurz, lächelte und ergänzte: „Wir werden eine Menge Spaß haben.“

Die Startzeiten für die Finalrunde beim Masters gibt es hier.

Für das GOLF MAGAZIN berichtet unser Reporter Johannes Oberlin live aus Augusta