Golf trotz Corona und Quarantäne

Feature on a Yoga Session

Seit Montag sind wegen des Corona-Virus alle Sportstätten in Deutschland geschlossen. Dazu zählen auch Golfanlagen. Für alle leidenschaftlichen Golfer beginnt nun eine schwere Leidenszeit. Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten auf, wie Sie sich auch zuhause mit dem Thema Golf auseinandersetzen können.

Seit Anfang der Woche sind bundesweit alle Sportstätten in Deutschland geschlossen. Grund dafür ist die Ausbreitung des Corona-Virus. Dies betrifft neben Fitnessstudios und Sporthallen auch alle privaten und öffentlichen Sportstätten. Auf Grund dessen sind auch die Golfplätze, Ranges und Übungsareale in ganz Deutschland geschlossen und das auf unbestimmte Zeit.
Noch ist in Deutschland keine Ausgangsperre verhängt worden. Anders sieht es in Italien, Frankreich, Spanien, Österreich und Belgien aus. Dort dürfen die Menschen nur noch mit einem triftigen Grund ihr Haus verlassen. Die Bundesregierung setzt darauf, dass bei den jetzt beschlossenen Vorschriften die Mehrheit der Bevölkerung ohnehin zuhause bleibt.

Die Möglichkeiten sich die freie Zeit zu vertreiben sind begrenzt. Vielen Golfern juckt es bereits jetzt in den Fingern, denn sie wollen wieder raus auf den Platz. Wir zeigen Ihnen zehn Möglichkeiten auf, wie Sie sich auch in Zeiten von Corona und Quarantäne fit halten und auf die anstehende Golfsaison vorbereiten können.

1.) Stabilitätsübungen

Für einen kraftvollen Golfschwung ist die Rumpfmuskulatur extrem wichtig. Obwohl viele Spieler gerne mehr Energie im Schwung hätten, trainieren die wenigsten ihre Rumpfmuskulatur. Der Schwung wird dadurch stabiler und wiederholbarer. Gute Schläge wären dann keine Ausnahme mehr.

Die erste Grundübung ist der Unterarmstütz. Dabei stützt man sich, wie der Name der Übung es sagt, auf den Unterarmen ab und versucht den Körper wie ein Brett zu halten. Achten Sie auf der einen Seite darauf, dass der Po nicht zu hoch ist und auf der anderen Seite darauf, dass Sie nicht ins Hohlkreuz verfallen. Die Übung kann durch Unterarmstütz mit Beinheben variiert werden. Dabei heben Sie abwechselnd je ein Bein kurz nach oben an.

Eine kleine Abwandlung des herkömmlichen Unterarmstütz. Versuchen Sie aus dem Unterarmstütz in diese Liegestützposition zu kommen und wieder zurück.

Eine kleine Abwandlung des herkömmlichen Unterarmstütz. Versuchen Sie aus dem Unterarmstütz in diese Liegestützposition zu kommen und wieder zurück. (Photo by Stu Forster/Getty Images)

Die zweite Grundübung ist der Seitstütz. Bei dieser Übung stützt man sich lediglich auf einem Unterarm ab. Den anderen Arm hebt man in die Luft.
Die letzte Grundübung ist die sogenannte Gesäßbrücke. Legen Sie sich zuerst auf den Rücken und winkeln Sie die Beine an. Heben Sie anschließend den Po an. Ihr Körper sollte eine Linie bilden. Spannen Sie Bauch und Po an. Die Übung kann durch das abwechselnde Anheben der Füße variiert werden. Wenn Ihnen auch diese Übung zu einfach ist können Sie abwechselnd ein Bein ausstrecken.

Wählen Sie jeweils eine Variante der Übungen aus und fangen Sie mit drei Sets a 30 Sekunden an. Das bedeutet drei Mal 30 Sekunden Unterarmstütz, drei Mal 30 Sekunden Seitstütz (beide Seiten) und abschließend drei Mal 30 Sekunden Gesäßbrücke. Zwischen den einzelnen Wiederholungen und Sätzen können, je nach Bedarf, Pausen von 10 bis 30 Sekunden eingelegt werden.

2.) Dehnübungen

Wann haben Sie sich das letzte Mal gedehnt? Regelmäßiges Dehnen regt die Muskeln an, weswegen es auch vor einer Runde sehr wichtig ist. Außerdem verbessert sich Ihre Dehnfähigkeit.

Wichtige Bereiche, welche bei Golfern regelmäßig gedehnt werden sollten, sind Rücken, Arme sowie Beine und Gesäß. Auch Yoga-Übungen, welche zuhauf auf YouTube zu finden sind, werden Ihnen im Sommer helfen. Probieren Sie es einfach mal.

Auch Yoga kann in Hinblick auf die kommende Saison hilfreich sein. (Foto: Stu Forster/Getty Images)

3.) Putten auf einer Puttmatte oder Teppich

Stabilitäts- und Dehnübungen sind ja schön und gut. Die meisten Golfer wollen jedoch vor allem mit ihren Schlägern hantieren. Wer eine Puttmatte zuhause hat, kann dort auf einer ebenen Fläche an seiner Puttbewegung arbeiten. Dazu kann man sich, wenn vorhanden, zwei Ausrichtungsstäbe ober- und unterhalb des Putterkopfes parallel in Richtung Loch platzieren. Die Stäbe sollten etwas breiter, als der Kopf des Putters ist, auseinanderliegen. Sollten keine Ausrichtungsstäbe vorhanden sein, kann man auch zwei Golfschläger nehmen, um die Schwungbahn zu beschränken. Je enger die Stäbe zusammen liegen, desto schwieriger ist es, den Putterkopf innerhalb dieser Begrenzung zu schwingen und die Stäbe nicht zu berühren.
Ist keine Puttmatte vorhanden, so kann auch einfach auf dem Teppich- oder Parkettboden geübt werden. Ein Golfloch kann dabei durch eine Tasse imitiert werden.

4.) Chippen und Pitchen im Garten

Ist ein Garten vorhanden, so können auch Golfschläge geübt werden, denen man sich sonst ungerne widmet. Obwohl vielen Golfer klar ist, dass das kurze Spiel in Extremfällen sogar über 50 Prozent der Schläge einer ganzen Runde ausmachen kann, üben viele Spieler vor allem die langen Schläge. Die anstehende Zeit zu Hause kann dazu genutzt werden, um sich zumindest dem Chippen zu nähern. Dafür brauchen Sie natürlich einen Schläger, vorzugsweise das Sandwedge, sowie einen Regenschirm oder großen Karton. Der Regenschirm wird geöffnet und mit der Schirmspitze in den Boden gesteckt. So erhalten sie eine Art Schüssel, in welcher der Ball zur Ruhe kommen kann.

Versuchen Sie einige Bälle zuerst aus kurzer Distanz (5 bis 10 Meter) in den Regenschirm oder Karton zu chippen. Wenn Sie sich dabei sicher fühlen können Sie es auch aus bis zu 20 Metern probieren. Durch diese Übung schulen Sie sich vor allem darin, einen gesuchten Landepunkt genau zu treffen. Bei großen Gärten können sogar ein paar kurze Pitches gemacht werden. Hier sollte man jedoch nicht versuchen den Regenschirm carry also im Flug zu treffen. Besser ist es, wenn man versucht, den Ball in der Nähe des Ziels zur Ruhe kommen zu lassen.

5.) Rundenanalysen

Dies ist vor allem für die Golferinnen und Golfer interessant, die in der vergangenen Saison Turniere gespielt und sich an diese auch noch erinnern können. Optimaler Weise sollte man seine Runde direkt im Anschluss analysieren, aber wie sagt man so schön: Besser spät als nie.
Auf dem Portal mygolf können Sie sich mit den Daten auf Ihrem DGV-Ausweis anmelden und anschließend unter Statistik und dann unter verfügbare Runden ein bereits gespieltes Turnier auswerten.

Mit Hilfe der Analyse werden Sie Ihre Schwachpunkte im Golf erkennen und können diese, wenn die Golfanlagen in Deutschland wieder geöffnet sind, dann später üben. Es wird Ihr Spiel verbessern. Nicht nur mygolf bietet die Möglichkeit seine Golfrunden auszuwerten. Es gibt noch viele weitere Seiten und Apps zur Rundenanalyse.

6.) Golfregeln wiederholen

Schon im Rahmen der Platzreife setzt sich jeder Golfer mit den Regeln dieses Sports auseinander. Zu Beginn des vergangenen Jahres haben sich einige der grundlegendsten Regeln jedoch geändert. Seitdem gibt es nämlich nur noch 24 Golfregeln.

Haben Sie sich mit diesen bereits genauer auseinandergesetzt? Die kommende Zeit zuhause kann dafür genutzt werden, sein Wissen zu erweitern oder lediglich nochmal aufzufrischen. Schaden kann es auf keinen Fall. Damit werden Sie auch mit mehr Sicherheit in die anstehenden Turniere und Golfrunden gehen.

Die Tourspieler haben sich bereits Anfang 2019 mit den neuen Regeln auseinandergesetzt. (Foto: Andrew Redington/Getty Images)

7.) Golfbücher lesen

Golfbücher gibt es viele. Sicherlich haben Sie viele davon zuhause stehen. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für solche Lektüren. Die Auswahl reicht von Regelbüchern und Schwungratgebern über lustige Romane. Auch Bücher zu den schönsten Golfplätzen der Welt geben Anlass die nächsten Reiseziele auszukundschaften und an die Zeiten nach Corona zu denken. Übrigens auch im GOLF MAGAZIN geben wir regelmäßig Tipps für die besten Golflektüren.

8.) Golfvideos gucken

Das Internet bietet eine breite Palette an Videos zum Thema Golf. Durchstöbern Sie einfach mal das Portal von YouTube. Sie werden eine Reihe von Protipps, tolle Hintergrundgeschichten bspw. zum Ryder Cup, lustigen Golfvideos und Trickshots finden.

Besuchen Sie dabei doch auch einmal unseren GOLF MAGAZIN YouTube Kanal.

9.) Profigolf gucken

Natürlich sind auch die Profispieler von der Ausbreitung des Corona-Virus betroffen. Alle Touren haben ihren Spielbetrieb stillgelegt. Da keine Turniere auf der European Tour sowie der US PGA Tour stattfinden, wird auch kein Live Golf im Fernsehen übertragen. Allen anderen Sportarten, darunter auch Fußball, Tennis und Handball, ergeht es genauso. Auch dort wird die laufende Saison ebenfalls pausiert. Bereits am vergangenen Wochenende wurde das Programm aufgrund der nach Tag 1 abgebrochenen Players Championship geändert.

Dies wird auch in den kommenden Wochen auf uns zukommen. Statt Turniere live zu sehen werden alte Turniere wiederholt. Wenn Sie also in der vergangenen Zeit noch nicht so viel Profigolf gesehen haben können Sie die Zeit dafür nutzen. Sie werden fantastisches Golf und phänomenale Schläge sehen, die Lust auf das Spiel und die Zeit nach Corona machen. Ihnen wird bei genauerer Betrachtung jedoch auch klar werden, dass auch die Profis Fehlschläge machen und Ihnen nicht alles gelingt. Das ist doch auch beruhigend.

10.) Golffilme

Auch wenn man sich in den kommenden Wochen oder Monaten vielleicht sogar an ein Leben ohne Golf gewöhnt hat, sollte man spätestens kurz vor der Öffnung der Golfplätze einen Golffilm gucken. Sie zeigen uns erneut, was diesen Sport ausmacht und vorauf wir uns freuen dürfen, wenn es wieder los geht.

Hier finden Sie eine kleine aber feine Auswahl an Filmen, in denen Freud und Leid manchmal so eng beieinander liegen:

  • Die Legende von Bagger Vance
  • Das größte Spiel seines Lebens
  • Bobby Jones die Golf-Legende
  • Tin Cup
  • Happy Gilmore
  • Caddyshack 1 und 2

Hoffentlich vergeht für Sie die Zeit bis zur Öffnung der Golfanlagen mit diesem zehn Möglichkeiten etwas schneller. Das wichtigste ist es, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem die Krise bewältigen kann. Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund.


Schreibe einen neuen Kommentar