David Leadbetter mit seinen Schülern.

Interview mit David Leadbetter

Wussten sie eigentlich, dass Sie am gleichen Tag wie Deutschlands Golf-Hero Bernhard Langer geboren worden sind?

Ja, das war mir bekannt. Ich kenne Bernhard ja auch gut und habe mit ihm eine lange Zeit gearbeitet. Er kam früher regelmäßig zu mir und bat um Ratschläge und irgendwann haben wir auch mal herausgefunden, dass wir das gleiche Geburtsdatum haben. Ich muss ihm unbedingt dieses Jahr eine Karte schicken…

Welche Ihrer wichtigsten Theorien über Golf existieren seit je her?

Die Basics, also Griff, Stellung und das Gefühl, den Schläger sowohl flüssig als auch kraftvoll zu schwingen, bestehen seit Jahrzehnten.

Überraschenderweise sind dies trotzdem die Probleme, die jeder Clubspieler hat, den ich unterrichte, aber ich bin sicher, dass diese wichtigsten Faktoren auch in der Zukunft Bestand haben.

Haben Sie einige Theorien auch mal wieder verworfen?

Natürlich hat sich die Technik des Golfschwungs über die letzten 50 Jahre enorm entwickelt und wir alle haben immer neue Aspekte und Trainingsmethoden gelernt, sicherlich haben wir einiges in den Trainings- und Lehrmethoden verworfen, aber in jedem Fall haben wir sie weiter entwickelt.

Interview mit David Leadbetter

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Ist es heutzutage leichter Golf zu lehren als früher?

Ja, wahrscheinlich! Als ich anfing, war ein Video zum Beispiel eine hochkomplizierte Sache mit furchtbar schlechter Qualität! Heute gibts Highspeed-Kameras, Biomechanik, Ultrasound und jede Menge anderer Technologien, die uns Lehrern helfen. Und in Valley habe ich diesen neuen Trainingsautomaten caDDiix kennengelernt. Auch hochinteressant. Die Schüler sind heute einfach besser informiert, was die Kommunikation erleichtert.

Allerdings möchte ich herausheben, dass die Basis, einem Golfer unter verschiedenen Voraussetzungen und Bedingungen zu einem besseren Spiel zu verhelfen, die Gleiche geblieben ist. Ob bei schlechtem Wetter, unter Druck, in schwierigen Lagen ich muss jungen Golfern oft sage, dass es auf die Fähigkeit ankommt, einen Ball richtig zu schlagen und nicht nur auf einen schönen Schlag!

Hilft das heutige Material?

Natürlich! Wenn ich meine uralten Schläger mit meinen heutigen vergleiche, kommt ein ganz anderes Spiel heraus. Karbon- oder Titanium-Köpfe, Graphit-Schäfte, bessere Bälle und speziell gewichtete Eisen haben uns allen enorm geholfen. Schauen Sie doch mal die Erfindung der Hybrids an die hat heute jeder Golfer im Bag. Auch Profis!  Es gibt bessere Wedges und vor allem das Fitten wird immer wichtiger. Ich finde, das Fitten des persönlichen Putters gehört eigentlich auch schon längst in die Reihe dieser Entwicklungen.