Masters Tag 1: Die Favoriten bringen sich in Position

The Masters – Round One

Von Tiger Woods bis Bernhard Langer, über mögliche erstmalige Major-Sieger, bis hin zu Rorys Karriere-Grand-Slam: Der erste Tag des Masters 2019 bot bereits einiges an Spannung.

Augusta National ist definitiv kein Platz, auf dem man sich je sicher fühlen sollte. Das beweisen unter anderem Geschichten, wie die von Rory McIlroy oder Greg Norman, die am Finaltag noch ihre Chancen auf den Sieg verspielten ( Lesen Sie die 8 größten Masters-Meltdowns). Dennoch ergeben sich auch nach dem ersten Tag schon Geschichten, die es in den kommenden Tagen zu erzählen geben wird.

Brooks Koepka übernimmt die Führung nach Tag eins beim Masters 2019 (Photo by David Cannon/Getty Images)

Bryson DeChambeau und Brooks Koepka stürmen voran

Amerikas Powerspieler und amtierender PGA-Championship und US-Open-Sieger Brooks Koepka ist auf einer Mission. Nach einem starken Gewichtsverlust, aufgrund eines Werbedeals, wurden im Vorfeld Gerüchte laut, dass Koepka seinen Schwung zerstört hätte. Der Golf-Channel-Kommentator Brandel Chamblee nannte es gar „die größte fahrlässige Selbstsabotage, die er je gesehen hatte.“ Spätestens seine makellose Runde von sechs unter Par und die geteilte Führung nach Tag eins, sollte diese Gerüchte allerdings im Keim ersticken lassen. Koepka, so scheint es, ist auf einem guten Weg zu seinem vierten Major. Neben Koepka fühlte sich auch Co-Leader Bryson DeChambeau richtig wohl an Tag eins und hatte sich offensichtlich mit Augusta arrangiert. Sechs Birdies von DeChambeau auf den Back-Nine sprechen in jedem Fall dafür. In einem Interview mit dem Golf Channel sagte der junge Amerikaner unlängst: „Es braucht viel Zeit um Augusta zu verstehen“. Ob er den Platz wirklich verstanden hat, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Sicher ist aber bereits jetzt, dass er sich von allen Spielern die komplexesten Gedanken gemacht hat und es sich für den Moment auszahlt.

Grund für gute Laune beim Ryder-Cup-Held Ian Poulter! Nach Runde eins beim Masters 2019 ist er in einer guten Position (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Poulter ist bester Europäer

Der Ryder-Cup-Held Ian Poulter zeigt derweil, dass er auch in Amerika gefährlich werden kann. In den heiligen Hallen des Augusta National stürmte der Engländer kurzzeitig an die Spitze des Leaderboards. Fünf Birdies bei nur einem Schlagverlust brachten Poulter den geteilten vierten Rang nach Tag eins. Damit ist er der beste Europäer im Feld. Auf den Fersen der Führenden DeChambeau und Koepka ist der dreimalige Masters-Sieger Phil Mickelson. Im starken Teilnehmerfeld war „Lefty“ lange Zeit unter dem Radar der TV-Übertragung unterwegs, ehe er mit Birdies an den Löchern 12, 13, 15, 16 und 18 für späte Aufmerksamkeit sorgte. Das Ergebnis von fünf unter Par brachte Mickelson den alleinigen zweiten Rang ein. Er wird morgen mit nur einem Schlag Rückstand versuchen die Spitze anzugreifen.

Langer mit überragendem Start

Bernhard Langer kann es einfach nicht lassen. Zweimal stand der Deutsche bereits ganz oben auf dem Leaderboard des Masters. Zweimal durfte er sich das Grüne Jackett überstreifen und seit Jahren kommt Bernhard Langer gerne in den Augusta National Golf Club.

Bernhard Langer kann es auch mit 61 Jahren noch! Er zeigte den jungen Powerspielern, dass Mr. Consistency in Augusta auch ein Wörtchen mitzureden hat. (Photo by David Cannon/Getty Images)

Der Golfplatz, der so viele Spieler vor ihm schon in die Verzweiflung getrieben hat, mit seinen pfeilschnellen Grüns und den endloswirkenden Bunkern, die so perfekt platziert sind, wie nahezu alles in diesem Club. Auch in diesem Jahr bewies Langer, dass er noch lange nicht genug hat vom Masters und vor allem, dass er noch nicht zu den alten Eisen gehört. Oft wurde davon geredet, dass auf diesem Platz nur noch die absoluten Long-Hitter gewinnen können. Dazu zählt Langer definitiv nicht. Mit seinen 61-Jahren und einem Auftaktergebnis von einem Schlag unter Par liegt er allerdings, ebenso wie Tiger Woods (-2) , auf einer guten Ausgangsposition für die kommenden Tage. Der zweite Deutsche im Feld Martin Kaymer erwischte einen etwas holprigen Start.

Martin Kaymer hat noch ein wenig Arbeit vor sich beim Masters. (Photo by David Cannon/Getty Images)

Den Schaden durch vier Bogeys und einem Doppelbogey konnte Kaymer zwar mit fünf Birdies etwas begrenzen, nach einem Gesamtergebnis von einem Schlag über Par braucht er allerdings einen guten zweiten Tag, um sich seine Chancen wahren zu können.

Die Favoriten greifen an

Jon Rahm, Dustin Johnson, Bryson DeChambeau und Brooks Koepka sind nur einige der Namen, die nicht ohne Grund zum Kreis der Favoriten zählen. Während Rahm und DeChambeau auf ihren Durchbruch bei einem Major warten, geht es für die Kumpels Koepka und Johnson um die Majortitel Nummer vier und zwei. Einer, der ganz oben auf dem Leaderboard fehlt, ist Rory McIlroy. Der Nordire startete mit einem Bogey in das Turnier und hatte auch für den Rest der Runde große Mühe, sein Ergebnis zu verwalten. Nach drei Birdies an den Löchern 13, 15 und 16 folgten auf den beiden Schlussbahnen jeweils ein Bogey und damit nur ein Score von einem Schlag über Par.

Rickie Fowler ist auf der Suche nach seinem ersten Sieg bei einem Major. Schafft er in Augusta den Durchbruch? (Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Titelverteidiger Patrick Reed musste ebenfalls kämpfen und kam trotz eines Eagles an Bahn 13 nicht über ein Ergebnis von einem Schlag über Par hinaus.

Der heimliche Liebling

Jedes Jahr gibt es beim Masters eine Geschichte, die die Fans einfach lieben. Sei es der Major-Durchbruch eines Spielers, der Sieg eines Rookies, also einem erstmaligen Teilnehmer, oder dass endlich den Fluch des Par-3-Turniers durchbrechen würde. Es gibt diese Geschichten zu Genüge. In diesem Jahr wäre die Lieblingsgeschichte vieler Fans die des 27-jährigen Kanadiers Corey Conners. Vor etwas über einer Woche spielte Conners in einem Montags-Qualifikations-Turnier für die Valero Texas Open und schaffte den Sprung nur knapp über ein Playoff zwischen sechs Spielern.

Corey Conners ist nach seinem Sieg bei der Valero Texas Open auch in Augusta in bester Form (Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Am darauffolgenden Sonntag konnte sich Conners bereits PGA-Tour-Sieger nennen und sich außerdem über die letzte Einladung zum Masters freuen. Wer glaubt, diese Ereignisse hätten ihre Spuren bei dem Kanadier hinterlassen, der hat weit gefehlt. Nervenstark bügelte Conners drei Bogeys mit drei Birdies und einem Eagle an Bahn 15 wieder aus und übernahm bei zwei unter Par die frühe Führung im Clubhaus. Ein Sieg des jungen Kanadiers wäre definitiv eine würdige Masters-Geschichte.

Jason Day mit Rückenproblemen

Der Rücken machte Jason Day in der Vergangenheit schon öfters einen Strich durch die Rechnung. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass der Australier sich deshalb aus einem Turnier zurückziehen muss.

Der Rücken macht dem Australier Jason Day an Tag eins zu schaffen. Seinem Score machte das allerdings nicht all zu viel aus. (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Im Vorfeld seiner ersten Runde beim Masters musste Day nun erneut behandelt werden. Seine Runde scheint dies allerdings kaum beeinflusst zu haben. Mit einem Score von -2  liegt Day in einer guten Ausgangsposition und nur vier Schläge hinter den Führenden Brooks Koepka und Bryson DeChambeau. Bleibt zu hoffen, dass der Rücken auch weitere drei Runden im Augusta National durchhält.

Tiger Woods kämpft sich durch

Der Superstar auf den alle Augen gerichtet sind, ist wie immer Tiger Woods. Bereits in seiner ersten Runde im Augusta National in diesem Jahr gab Woods seinen Fans allen Grund dafür, sich auf die kommenden Tage zu freuen. Vor allem seine Drives waren die meiste Zeit eine wahre Augenweide und Woods erarbeitete sich eine Birdie Chance nach der anderen. Am Ende stand ein Ergebnis von zwei Schlägen unter Par auf der Scorekarte. Ein ganz besonderen Hinweis dazu hatte Tiger in seinem Interview im Anschluss an seine Runde: „Ich habe schon einmal dieses Ergebnis am ersten Tag unterschrieben und dann gewonnen.“ Hoffen darf man ja.