PGA Championship 2019: King Koepka triumphiert in New York

PGA Championship – Final Round

Der neue und alte PGA Championship-Sieger heißt wenig überraschend Brooks Koepka. Damit ist der 29-Jährige der erste Spieler, der sowohl die Titelverteidigung bei der US Open, als auch bei der PGA Championship in darauffolgenden Jahren geschafft hat. Folgerichtig übernimmt Koepka auch die Weltranglistenposition eins. 

Sein Sieg kommt wenig überraschend, ebensowenig die vielen Lobeshymnen, die auf den 29-Jährigen nun gesungen werden. Adam Scott, der bis zum Wochenende noch eine Außenseiterchance auf den Sieg der 101. PGA Championship hatte sagte über seinen Kollegen: „Wir können nur hoffen, dass seine (Brooks Koepkas; Anmerkung der Redaktion) Dominanz nicht so lange anhält, wie Tigers vor 12 Jahren“. Der typische Amerikaner Koepka hat sich in nur zwei Jahren vom unterschätzen Kraftpaket zu einem Spieler gemausert, der in einem Atemzug mit Woods genannt wird. Das einzig positive: Koepka zeigte zumindest für eine kurzen Moment Nerven! Und er kann auch Emotionen.

Brooks Koepka konnte die Emotionen nach dem letzten Putt nicht zurückhalten. Er musste überraschend hart für seine Titelverteidigung kämpfen. (Photo by Warren Little/Getty Images)

Mit Ruhepuls zum vierten Major-Titel

Mentale Stärke ist bekanntermaßen der Faktor, der gute Spieler von Außnahmegolfern separiert. Was passiert, wenn ein Spieler, der eine körperliche Dominanz über die meisten seiner Kollegen hat, eine mentale Stärke besitzt, wie ein Bulldozer, zeigte Koepka bei der 101. PGA Championship. Mit sieben Schlägen Vorsprung ging es für ihn in den Finaltag.

Eine Situation, die viele Spieler, darunter auch Rory McIlroy als eher unangenehm bezeichnen, weil man Gefahr läuft, dass man nachlässig wird oder versucht lediglich an seinem Vorsprung festzuhalten. Brooks Koepka bewies allerdings erneut, dass er anders tickt. Bei seinem Postround-Interview am Samstag wurde der 29-Jährige gefragt, wo sein Puls während eines Majors liegt. Die Antwort: „Ich glaube nicht, dass er viel höher ist, als wenn ich auf dem Sofa liegen würde.“ Am Ende zeigte Koepka allerdings, dass er eben doch nur ein Mensch ist. Denn seine Sieger-Reaktion zeigte: Auch ein Brooks Koepka spürt Druck!

Das Beste ist nicht gut genug

Extrem windige Bedingungen und ein aggressives Spiel des neuen Weltranglistenersten Brooks Koepka sorgten dafür, dass nach den ersten neun Bahnen die Hoffnung aufkam, dass Dustin Johnson eventuell doch noch an den Führenden herankommen könnte. Zeitweise schaffte es Johnson bis auf einen Schlag an Koepka heran.

Dustin Johnson kam bis auf einen Schlag an Brooks Koepka heran. Am Ende reichte es allerdings nur für den zweiten Rang. (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

Doch Bethpage Black hob sich die schwierigsten Bedingungen für den Finaltag auf und sorgte dafür, dass Johnson am Ende keine Gefahr für Koepka war, der sich nach einer kurzen Schwächephase wieder fing. Nach einem überraschenden Dreiputt auf der 17. Bahn und einem verzogenen Abschlag auf der 18. Bahn machte Koepka das, was er tun musste um die 101. PGA Championship zu gewinnen und die Titelverteidigung perfekt zu machen und spielte ein souveränes Par.

Ein zweiter Rang für Johnson bei -6 unter Par war dennoch ein respektables Ergebnis für Johnson, der weiterhin auf der Jagd nach seinem zweiten Major-Titel ist. Gleichzeitig schaffte Johnson den Runner-Up-Grand Slam, indem er nun alle vier Majorn als Zweitplatzierter beendet hat.

Lucas mal zwei

Die 17. Bahn bewies sich als ein gutes Loch für Lucas. Im doppelten Sinne. Zunächst schaffte Lucas Bjerregaard, der  damit sein erstes Major mit einer bleibenden Erinnerung beendet hat, ein Hole-in-One.

All about that Jazz

Der junge Thailänder mit dem unaussprechlichen Namen Jazz Janewattananond zeigte auch am Finalsonntag trotz seiner 23 Jahren keine Nerven. Janewattananond lochte konsequent wichtige Putts und kämpfte sich souverän durch die brutalen Bedingungen im Bethpage Black. Ein Doppelbogey an der 12. Bahn und fünf weitere Bogeys auf den folgenden Löchern warfen den Thailänder zwar aus den Top 10 heraus, doch ein geschaffter Cut und ein geteilter 14. Rang sind eine hervorragende Ausgangsposition für Janewattanonds Golf-Zukunft, die er bereits im zarten Alter von 14 Jahren begonnen hat.

Einen Namen, den man noch öfter auf den Leaderboards sehen wird. Jazz Janewattananond glänzte auch durch seine mentale Stärke in der Finalrunde (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

Wie gut war der Sieg von Koepka?

Der Sieg von Brooks Koepka war scheinbar schon nach dem ersten Tag der PGA Championship reine Formsache. Doch die Frage ist: Haben die anderen Spieler so schlecht performt oder spielte Koepka so gut? Bevor man diese Frage beantwortet gilt es das Teilnehmerfeld zu analysieren. Bis auf Justin Thomas, der aufgrund einer Handgelenksverletzung seine Teilnahme absagen musste, waren alle Spieler der Top 100 der Weltrangliste am Start in New York.

Am Finaltag spielten allerdings lediglich 10, der 82 Spieler die den Cut geschafft hatten, ein Ergebnis unter Par. Phil Mickelson, der für sein kurzes Spiel, das im Bethpage Black Gold wert sein kann, bekannt ist, spielte gar sechs über Par. Tony Finau brachte eine Runde von neun Schlägen über Par ins Clubhaus und auch Tourveteran Louis Oosthuizen kam nicht über ein Ergebnis von +9 hinaus.

Dass Brooks Koepka also mit einem Vorsprung von drei Schlägen vor Dustin Johnson gewonnen hat, spricht also mehr für seine unglaubliche Dominanz und Spielerqualität, als für die Schwäche des Feldes. Die Smash Brothers Koepka und Johnson, wie sie in Amerika gerne genannt werden, separierten sich sukzessive vom Rest des Teilnehmerfelds ( Johnson beendete das Turnier  mit weiteren vier Schlägen vor dem drittplatzierten Jordan Spieth) und lassen damit die Golfwelt darüber spekulieren, ob dies der Beginn einer neuen Ära im Golfsport ist.