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Schwebend wie Larry Nelson

Earl Woods sagte einmal, er hätte bei seinem Sohn schon im Alter von drei Tagen (!) bemerkt, dass der einmal ein ganz besonderer Golfer werden würde.

Darauf der TV-Kommentator David Feherty: »Mit drei Tagen? Was hat er gemacht? Sein Breichen dreihundert Meter weit gespuckt?«

Tatsächlich standen die meisten heutigen Superstars schon als Kleinkinder auf der Range. Doch es gibt Ausnahmen.

Der ungewöhnlichste Fall eines Spätberufenen ist aber zweifellos Larry Nelson, der mit 21 aus dem Vietnam-Krieg heimkam und dann mit dem Golfen begann. Er gewann drei Major-Titel und weitere sieben Mal auf der PGA Tour und gilt als einer der stärksten Ryder-Cupper aller Zeiten (bei drei Teilnahmen gewann er neun Matches und verlor nur drei Mal).

»Ich kam heim vom Krieg und hatte keinen Job und kein Geld. Also dachte ich mir, dass ich es mal mit dem Golfen versuchen könnte.«

Nach neun Monaten hatte er ein Plus-Handicap, und bald spielte er regelmäßig Runden in den Sechzigern. Die Mitglieder seines Clubs legten ihre Dollars zusammen, um ihn zum Qualifikationsturnier für die PGA Tour zu schicken. Er bestand und gewann 1979 seine ersten beiden Turniere.

Sein Tipp: Setz den Putter nicht auf, lass ihn hinter dem Ball schweben. Hier erzählt er darüber:

www.youtube.com/watch

Es ist einer dieser Tipps, die man immer mal wieder hört, aber stets ignoriert. Bis man sie dann mal ausprobiert und merkt, dass sie ja doch ganz gut sind – oder dass man sie völlig zu Recht bislang vermieden hat.

Beim Ausprobieren stellte ich fest: Die ganze Bewegung wird etwas geschmeidiger und sportlicher, und lange Putts landen näher am Loch. Bei ganz kurzen Putts ist aber ein bisschen Wackligkeit eingebaut.

Vielleicht sollte man auf dem Grün mit zwei verschiedenen Ideen operieren – weich und schwebend bei langen Putts, hart und knackig bei den kurzen Dingern?

Und damit hätten wir einen weiteren Mosaikstein gefunden, das eigene Spiel zu verkomplizieren und ganz allmählich wahnsinnig zu werden