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Sergio Garcia dominiert Auftakt der British Open

Im Schatten der entflammten Doping-Diskussion hat Golfprofi Tiger Woods bei den 136. British Open im schottischen Carnoustie einen Start nach Maß hingelegt. Der 31 Jahre alte Titelverteidiger spielte auf dem wegen seines extremen Schwierigkeitsgrades gefürchteten Par-71-Kurs in der Nähe von Edinburgh eine 69 und lag damit auf dem geteilten achten Rang in Lauerstellung.

Sergio Garcia stahl Woods allerdings durch eine Traumrunde mit sechs Schlägen unter Par die Show. Der Spanier nährte mit seiner 65 zudem die Hoffnungen der Europäer auf den ersten Major-Sieg seit acht Jahren. Damals gewann der Schotte Paul Lawrie die British Open auf eben diesem Platz in Carnoustie. Hinter Garcia folgte der Ire Paul McGinley mit 67 Schlägen.

Gary Player erhebt Dopingvorwürfe

Getrübt war der Auftakt in das älteste und bedeutendste europäische Turnier durch die Dopingvorwürfe des früheren südafrikanischen Stars Gary Player. „Ob Wachstumshormone, Kreatin oder Steroide, ich weiß, dass einige Golfer zu diesen Mitteln greifen. Ich würde sagen, mindestens zehn Spieler auf der Tour dopen“, hatte Player am Mittwoch erklärt. Namen nannte er nicht.

Das kritisierte der Südafrikaner Retief Goosen. Ich weiß nicht, was Gary beweisen will. Ich weiß nicht, warum er den Sport beschädigen will. Warum nennt er keine Namen?“, sagte Goosen, der zum Auftakt in Carnoustie eine 70er-Runde spielte.

Bislang gibt es im Golfsport noch keine Dopingkontrollen. Möglicherweise sollen im kommenden Jahr erstmals Tests eingeführt werden. Nachdem PGA-Tour-Chef Tim Finchem in der Vergangenheit immer wieder betont hatte, im Golf gebe es keine Probleme mit leistungssteigernden Mitteln, erklärte er die Problematik inzwischen zur Realität.

Einführung von Doping-Tests ab 2008

„Noch haben wir keine Regeln was Doping angeht. Aber wir kommen der Sache näher und werden bis Ende des Jahres so weit sein“, sagte Finchem. Auch Europa-Tour-Chef David Garland hatte im Mai bereits den Beginn von Dopingtests für 2008 angekündigt. Eine Liste verbotener Substanzen sei in Arbeit.

„Das ist absolut notwendig. Wir wären Träumer, würden wir glauben, dass es kein Doping im Golf gibt“, ergänzte Player. Ihm seien, so der 71-Jährige weiter, früher auch Wachstumshormone angeboten worden. „Ich habe 20 Enkelkinder und will mein Leben genießen. Ich weiß nicht, was Dopingpräparate anrichten können. Deshalb habe ich nie etwas genommen.“ Player gewann in seiner Karriere neun Major-Turniere, darunter dreimal die British Open.

Woods will den Hattrick

Ungeachtet dieser Aussagen legte Jung-Vater Tiger Woods einen glänzenden Start in die mit 6,22 Millionen Euro dotierte dritte Major-Konkurrenz des Jahres hin. Nach einem Birdie an der 3 glückte dem Kalifornier, der am 18. Juni Vater der kleinen Sam Alexis geworden war, am 528 Meter langen Loch 6 ein Eagle nach einem gewaltigen Abschlag und einem glänzenden Schlag aufs Grün.

Nach einem Schlagverlust an der 8, als er einen Putt aus rund drei Metern nicht versenken konnte, ließ er einen Birdie an der 9 folgen. Doch Bogoeys an der 12 und 13 warfen den zwölfmaligen Major-Gewinner wieder zurück, ehe er an der 16 erneut ein Birdie schaffte. Woods will als erster Golfer nach Peter Thomson 1956 zum dritten Mal in Folge den begehrten Siegerpokal der „Open“ (Claret Jug) in den Händen halten.

Deutsche Spieler sind in Carnoustie nicht am Start, nachdem sich niemand qualifizieren konnte.