Tiger Woods bereitet sich auf PGA Championship vor

PGA Championship – Preview Day 2

Vor dem zweiten Major des Jahres, blickt Tiger Woods exklusiv bei unseren Partnern von GOLFTV im Interview mit Henni Zuel auf die PGA Championship voraus und gibt einen Einblick auf seine Vorbereitung.

Seit dem Masters haben Sie sich eine kleine Auszeit gegönnt und wollten nicht direkt weiter Turniere spielen. Diese Woche haben Sie allerdings viel trainiert. Auf was lag dabei ihr Fokus?

Tiger Woods: Ich habe versucht mein Spiel dort hin zu bringen, wo es sein muss. Als wir am Anfang dieser Woche hierher kamen um uns den Platz anzuschauen, haben wir nur gedacht „Heilige …! Hier muss man den Ball wirklich weit schlagen. Aber Länge allein hilft nicht. Man muss den Ball auch sehr gerade schlagen. Wenn der Ball im Rough verschwindet, kann man das Grün meistens nicht mehr erreichen, weil sie häufig erhöht liegen. Sollten die Grüns bis zum Wochenende weiter austrocknen, wird es schwer werden den Ball auf dem Grün halten zu können. Ich kann mich noch an 2002 erinnern. Da waren die Grüns am Wochenende spiegelglatt. Es hagelte Bogeys von allen Seiten. Hier können Bogeys schnell auf die Scorekarte rutschen, Birdies hingegen werden schwer zu spielen sein. Ich denke nicht, dass der Sieger-Score sehr weit unter Par liegen wird. Vor allem weil sie den Platzstandard gesenkt haben. Früher war es ein Par 71-Platz, heute spielen wir Par 70. Gestern habe ich das geänderte Loch gespielt. Ich habe ein Holz 5 vor das Grün geschlagen, danach habe ich ein Holz 3 ebenfalls kurz vor das Grün gehauen. Normalerweise schlage ich kein Holz 3 an einem Par vier und liege dann vor dem Grün. Der Platz spielt sich also lang.

Tiger Woods schläft in dieser Woche auf seiner Yacht Privacy. Das Schiff erwarb Woods bereits im Jahr 2006. (Photo by Joe Raedle/Getty Images)

Wie wichtig wird die Geduld sein in dieser Woche?

Tiger Woods: Keine Doppel-Bogeys. Schluck die bittere Pille – den Ball erst aufs Fairway hacken, dann ein Wedge ins Grün hauen und dann versuche den Putt zu lochen. Der Schlüssel zum Erfolg wird sein, den Ball aufs Fairways zu driven. Der Platz spielt sich so lange, dass es wichtig ist vom Abschlag vorwärts zu kommen. Ich weiß, es gibt auf der Tour das Motto, dass man versuchen sollte so schnell wie nur möglich zu schwingen und falls man den Ball ins Rough haut, spielt man eben ein Wedge oder ein kurzes Eisen aufs Grün. Das wird in dieser Woche nicht funktionieren. Das Rough ist zu dicht. Wir haben mit Kerry Haigh (dem PGA-Championship Turnierdirektor; Anmerkung der Redaktion) gesprochen und gefragt wie hoch das Rough noch werden wird. Er sagte, dass sie es noch ein wenig kürzen werden und dann den Rest der Woche nicht mehr anrühren werden. Es ist jetzt schon sehr dicht und wird von jetzt an nur noch höher werden. Sollte es dann noch trockener werden, dann wird es um so wichtiger, dass man den Ball nicht in das Rough spielt.

Wir haben uns mit den Schwierigkeiten beschäftigt. Aber wo sehen Sie die Scoring-Möglichkeiten?

Tiger Woods: Es gibt nicht viele! Die einfachsten Storing-Möglichkeiten werden direkt am Anfang sein – die Löcher 1, 2 und 3. Danach wird es sehr anspruchsvoll bis zu Bahn 11. Dann bleiben vielleicht noch die Bahnen 15-18. Es sind allerdings alles keine einfachen Löcher und man kann nicht wirklich oft eine Bahn angreifen. Es wird schwer sein, den Ball nah an die Fahne zu bringen. Ich kann mich noch an die beiden US Open erinnern. Dort war es sehr schwer den Ball nah genug ans Loch zu bekommen obwohl der Platz und die Grüns weich waren. Die Wettervorhersage für das Wochenende zeigt trockene Temperaturen an und es wird schwer sein, den Ball näher als drei oder vier Meter bis zum Loch zu bekommen.

Bleiben Ihre Vorbereitungen für das Turnier wie die auf das Masters? Was hat dort besonders gut funktioniert?

Tiger Woods: Mein Energiehaushalt ist ein Punkt, mit dem ich mir sehr schwer tue. Mental fühle ich mich nach wie vor wie 23. Mein Körper verrät mir aber, dass ich nicht mehr 23 bin. Das muss man erst einmal verstehen und akzeptieren lernen. Die letzten 15 Jahre habe ich jede Woche einmal 18 Löcher gespielt, meist an einem Montag und den Rest der Woche täglich neun Löcher. Heute, auch wegen meinem Rücken, nehme ich mir Dienstags immer frei. Dienstags mache ich dann meine Drill-Übungen. Am Mittwoch spiele ich noch einmal neun Löcher. Dass ich mir Dienstags frei genommen habe, hat eine große Rolle in Augusta gespielt. Der Platz war nicht ansatzweise in der Verfassung in der er an den Turniertagen ist, die Mäher waren nicht auf dem Platz gewesen und die Grüns waren deutlich zu langsam. Ich hatte da bereits mein Feeling für die Woche erarbeitet und hab mich daher an diesem Dienstag auf meine Drills konzentriert und bin wieder gegangen. Am nächsten Tag fiel mir auf, wie viel Energie ich noch in meinem Körper hatte. Das war das A und O am Ende der Woche. Ich halte mich an einen ähnlichen Plan in dieser Woche.

Tiger Woods und Brooks Koepka spielen die ersten beiden Runden der PGA Championship gemeinsam. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Apropos Augusta: Sie spielen die ersten beiden Runden mit Francesco Molinari. Es tut mir Leid, dass ich Tommy Fleetwood das antun muss, aber ihr habt jetzt je ein Major für euch entschieden. Könnte das die neue Bromance, die ich gerne Moli-Woods taufen würde, sein?

Tiger Woods: Moliwoods? Das ist ein wenig zu viel des Guten. Mir gefällt es und ich kann auch verstehen warum Sie das sagen, aber ich glaube Brooksie  (Brooks Koepka; Anmerkung der Redaktion) wäre etwas neidisch. Wir wollen ihn nicht zum dritten Rad am Wagen machen. Ich glaube nicht dass Brooksie das cool finden würde und daher kann ich nicht zulassen, dass man Franny und mir das nachsagt.

Sie übernachten in dieser Woche nicht an Land, Sie schlafen auf dem Wasser. Wie ist das so?

Tiger Woods: Es ist toll auf dem Boot zu sein. Ich habe Privacy seit 2006 und es war seither immer toll. Wir waren schon an allen möglichen Orten zusammen. Ich glaube es ist das zweite Mal mit ihr, dass wir so weit im Norden waren. 2006 sind wir für Winged Foot einmal hier hoch gefahren. Es ist natürlich toll, die ganze Crew mit dabei zu haben. Super Essen, großer Komfort und ein schöner ruhiger Ort.

Das gesamte Interview im Original: