Woods bei Comeback weiter mit Siegchancen

Tiger Woods hat die Spitze im Visier

Der Tiger jagt ein englisches Spitzen-Duo, und die beiden Deutschen schauen nur noch zu. Während sich Golf-Superstar Tiger Woods am zweiten Tag des 74. US Masters in Augusta vom siebten auf den dritten Platz verbesserte, scheiterten der zweimalige Gewinner Bernhard Langer und die neue deutsche Hoffnung Martin Kaymer mit jeweils 149 Schlägen um zwei Schläge am Halbzeit-Cut. Für Langer, den Champion von 1985 und 1993, war es das fünfte Mal in Folge, für Kaymer beim dritten Start das dritte vorzeitige Aus.

„Ich bin schon enttäuscht, denn ich hatte meine Vorbereitung auf das Masters abgestimmt“, sagte Martin Kaymer, der am zweiten Tag mit zwei Birdies an den ersten vier Löchern gut auf die Runde kam. Doch nachdem der 25-Jährige zum Auftakt noch mit seinen Abschlägen gehadert hatte, verzog er tags drauf viele Eisenschläge. So traf er auf seiner 73er-Runde nur siebenmal das Grün.

Langer schwächelt über die kurze Distanz

Langers Schwäche war das Putten. Nach acht soliden Pars lief für den 52-Jährigen, der mit einer 71 verheißungsvoll in das erste Major des Jahres gestartet war, auf dem neunten Grün nichts mehr. Nach vier Putts musste der Schwabe einen Triple-Bogey quittieren. Es folgte ein Doppel-Bogey an der 10. Die fünf Schlagverluste warfen Langer weit zurück, mit einer 78 kam er schließlich ins Klubhaus. „Ich habe heute einfach schlecht geputtet, dazu kamen auch noch einige schlechte Schläge“, sagte Langer nach dem vorzeitigen Ende seines 28. Masters-Turniers seit 1982.

Weiter geht dagegen das Comeback für Tiger Woods, der sich unbeeindruckt von seiner fünfmonatigen Turnierpause wegen zahlreicher Skandale und der Ehekrise im vertrauten Revier mit altem Biss präsentiert. Nach einer soliden 70er-Runde liegt der 34-Jährige mit insgesamt 138 Schlägen nur zwei Schläge hinter den beiden englischen Ryder-Cup-Spielern Lee Westwood und Ian Poulter, die den ersten europäischen Masters-Triumph seit dem Spanier Jose Maria Olazabal 1999 anpeilen.

Woods: „Es fühlt sich gut an, wirklich gut“

Westwood, 2009 die Nummer eins der europäischen Geldrangliste, und Poulter müssen an den beiden Schlusstagen beweisen, dass sie ein Major gewinnen können. Dies hat Tiger Woods schon 14-mal, vier seiner großen Siege holte er in Augusta, den fünften hat er im Visier. „Es fühlt sich gut an, wirklich gut. Ich bin nur zwei Schläge zurück und in Lauerstellung“, sagte der Kalifornier, der gleichauf mit dem zweimaligen Champion Phil Mickelson (USA), seinen Landsleuten Ricky Barnes und Anthony Kim sowie dem starken Südkoreaner K.J. Choi liegt.

Doch Westwood und Poulter, die beiden erstmals bei einem Major vorne liegen, wollen ihre Spitzenpositionen nicht kampflos räumen. „Ich habe das Gefühl, dass ich bei diesen Turnieren mithalten kann, dass mein Spiel auf höchstem Level ist. Alles in allem bin ich sehr glücklich darüber, wie die Dinge hier laufen“, sagte der 36 Jahre alte Westwood, der viermal den Ryder Cup für Europa gewonnen hat, 20-mal auf der Europa-Tour siegte und die Nummer vier der Welt ist.

Poulter: „Es steht noch Arbeit an“

Ebenfalls voller Selbstvertrauen ist der Weltranglistensiebte Ian Poulter, der einmal sogar behauptet hatte: „Wenn ich mein ganzes Potenzial ausschöpfe, dann gibt es nur den Tiger und mich.“ Gefragt, ob er zu dieser Aussage stehe, antwortete der 34-Jährige, der immer wieder durch extravagantes Outfit auffällt: „Wenn ich hier gewinne, bin ich womöglich die Nummer zwei der Welt. Das wäre natürlich sehr schön. Doch es steht noch Arbeit an, wir werden sehen.“

Rückschläge mussten am zweiten Tag die „Oldies“ einstecken. Der 50 Jahre alte Fred Couples, der mit einer 66er-Runde Auftakt-Spitzenreiter war, fiel nach drei Bogeys an den letzten drei Löchern mit einer 75 und insgesamt 141 Schlägen ebenso auf Rang neun zurück wie der zehn Jahre ältere Tom Watson (67+74), der im Vorjahr beinahe die British Open gewonnen hatte. Couples war nach der Runde fix und fertig. „Wenn ich nach Hause komme und mich auf die Couch legen kann, wird es mir wieder gut gehen“, sagte der Masterssieger von 1992.